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Gesundheit & Medizin
Der Aufschwung an den Börsen ist mehr als eine Eintagsfliege
WirtschaftsBlatt-Leitartikel: Gezeitenwende an Europas Aktienmärkten
- von Alexander Hahn © OTS (PR-inside.com 09.02.2012 18:28:07) - Einen Kavaliersstart haben die Aktienbörsen im neuen Jahr aufs Parkett gelegt. Mit zweistelligen Prozentgewinnen zeigten die Märkte in Frankfurt und Wien die beste Entwicklung seit mehreren Jahren. Freilich stellt sich angesichts dieses rasanten Anstiegs die Frage, ob sich dieser Kursaufschwung als nachhaltig herausstellen wird.
Sicher kann es nicht in diesem Tempo weitergehen, die Märkte haben sich eine Verschnaufpause mehr als verdient. Des Weiteren steht fest, dass wir auch 2012 nicht in der besten aller Welten leben - weder die Schuldenkrise noch der Iran-Konflikt sind einer dauerhaften Lösung nahe. Folglich ist es nicht verwunderlich, dass die stürmische Entwicklung der Börsen vielerorts mit großem Misstrauen gesehen wird. Bei genauerer Betrachtung sind
jedoch sämtliche Zutaten für ein gutes Börsenjahr in Europa gegeben.
Das Problem der Staatsschulden ist zwar nicht vom Tisch, sehr wohl jedoch die Ansteckungsgefahr für Europas Banken, welche die EZB mit einer halben Milliarde Euro bis auf Weiteres fit gespritzt hat. Damit wird die griechische Tragödie zum Nebenschauplatz, denn für die Konjunktur in Europa spielen weder die Griechen noch die Portugiesen eine tragende Rolle. Diese fällt vor allem Deutschland zu, und es gibt einige Anzeichen, dass sich die deutsche Wirtschaft heuer besser entwickeln wird als noch vor Kurzem befürchtet.
Zudem erweist sich die schlechte Stimmung des Vorjahres rückblickend als heillos übertrieben. Ebenso wie manische Stimmung stets zum Höhepunkt eines Börsenaufschwungs auftritt, herrscht Panik am Ende einer Abwärtsbewegung. Wenn Deutschland Ende 2011 für eine kurzfristige Finanzierung negative Zinsen erzielte, also fürs Geldausborgen bezahlt wurde, dann sollte dieses Kuriosum als Beweis für die nackte Angst der Marktteilnehmer gesehen werden.
Diese Entwicklung hat die Bewertungen europäischer Aktien derart in den Keller getrieben, dass für die Kurse nun ausreichend Spielraum nach oben besteht. Jene Investoren, die sich noch mit Renditen unter der Inflationsrate von sicheren deutschen Staatsanleihen begnügen, werden ihre Skepsis sukzessive abbauen, wenn andere mit Aktien gutes Geld verdienen. Und sie werden die Folgekäufer von morgen und übermorgen sein, die das Jahr 2012 als ein sehr gutes in die Börsengeschichte eingehen lassen werden.
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OTS0175 2012-02-09/18:15
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