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Wirtschaft & Industrie

Insolvenzverwaltung stellt nur Auszahlung in Promille-Höhe in Aussicht

Wenig Hoffnung für Arcandor-Gläubiger


Wenig Hoffnung für Arcandor-Gläubiger
Wenig Hoffnung für Arcandor-Gläubiger ©ddp

(PR-inside.com 09.11.2009 17:39:02) - Die Gläubiger der Holding des insolventen Handels- und
Touristikkonzerns Arcandor können sich kaum Hoffnung auf eine
Auszahlung ihrer Forderungen machen. Die Auszahlungsquote werde sich
«im unteren Promillebereich» bewegen, berichtete
Arcandor-Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg auf der
Gläubigerversammlung der Arcandor-Holdinggesellschaft am Montag in
Essen.

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Essen (ddp). Die Gläubiger der Holding des insolventen Handels- und Touristikkonzerns Arcandor können sich kaum Hoffnung auf eine Auszahlung ihrer Forderungen machen. Die Auszahlungsquote werde sich «im unteren Promillebereich» bewegen, berichtete Arcandor-Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg auf der Gläubigerversammlung der Arcandor-Holdinggesellschaft am Montag in Essen.
Als Hauptgründe nannte Görg die geringen Vermögenswerte und die stark «aufgeblähte» Passivseite der Bilanz als Folge von Ergebnisabführungsverträgen. Untere Promillegrenze heißt: Von zehn Euro Forderung werden die Gläubiger wohl weniger als einen Cent erhalten. Die Arcandor-Holding mit derzeit laut Görg noch 90 Mitarbeitern ist die Muttergesellschaft der Warenhauskette Karstadt und des Versandhändlers Quelle. Görg stellte eine ordnungsgemäße Abwicklung des Insolvenzverfahrens in Aussicht. Die Gläubigerversammlung einigte sich darauf, dass die Holding als Unternehmen nicht fortgeführt wird. Während sich zur Gläubigerversammlung der Holding nur 79 Personen angemeldet hatten, sind es laut Insolvenzverwaltung für die entsprechende Veranstaltung für Karstadt am Dienstag mit 674 Gläubigern deutlich mehr. Für die am Mittwoch folgende Quelle-Gläubigerversammlung sind es 313 Gläubiger. Ausgerichtet werden alle Versammlungen vom Amtsgericht Essen. Die Gesamtforderungen an den Arcandor-Konzern werden dort auf rund 19 Milliarden Euro beziffert. Davon entfällt der Löwenanteil von 15 Milliarden Euro auf die Arcandor-Holding, weitere 2,6 Milliarden Euro auf Karstadt und 1,7 Milliarden Euro auf Quelle. Über 50 000 Gläubiger, darunter die rund 28 000 Konzernmitarbeiter, haben demnach Forderungen angemeldet. Das Insolvenzverfahren war am 1. September eröffnet worden, nachdem Arcandor im Juni zahlungsunfähig geworden war. Laut Görg war Geld bei Arcandor und dessen Vorläufer KarstadtQuelle «schon seit langer Zeit knapp». Er sparte nicht mit Kritik an dem früheren Arcandor-Vorstandschef Thomas Middelhoff, der den Konzern knapp vier Jahre von 2005 bis 2009 geführt hatte. Die Umstellung des Rechnungswesens unter Middelhoff auf neue Zielgrößen sei im Ergebnis «nicht so erfolgreich» gewesen. Das Ergebnis habe durch die Umstellung «optisch höher» ausgesehen, auch wenn es wegen hoher Restrukturierungskosten bereits im Minus gewesen sei. Auf der Karstadt-Gläubigerversammlung will Görg ein mit allen Seiten abgestimmtes Sanierungskonzept vorlegen. Als wichtiger Eckpunkt dafür gilt der Sanierungs-Tarifvertrag, auf den sich die Gewerkschaft ver.di und der Insolvenzverwalter in Grundzügen am Samstag geeinigt hatten. Er sieht vor, dass die Belegschaft 150 Millionen Euro zur Rettung des Unternehmens aufbringt. Dazu wollen die Mitarbeiter drei Jahre auf Urlaubsgeld, große Teile des Weihnachtsgelds sowie tarifliche Vorsorgeleistungen verzichten. Interesse an einer Übernahme von Karstadt hat schon kurz nach der Arcandor-Insolvenz der Handelskonzern Metro angemeldet. Deren Vorstandschef Eckhard Cordes regte das Zusammengehen der Metro-Tochter Kaufhof mit Karstadt zu einem neuen Warenhauskonzern an. (ddp)


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