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Deutschlands wichtigster Nachwuchswettbewerb im Friseurhandwerk wird in Hannover ausgetragen

Vom Newcomer zum Starfriseur


Vom Newcomer zum Starfriseur
Vom Newcomer zum Starfriseur ©ddp

(PR-inside.com 08.11.2009 16:22:02) - Bei lauter Discomusik schneidet Friseurin Verena Haben die Haare
eines Plastikkopfes, der vor ihr steht. Die 23-Jährige schwingt
Schere und Kamm im Takt der Musik. Sie ist eigens aus dem Saarland
nach Hannover gereist, um im Congress Centrum am
Bundesleistungswettbewerb der Friseure teilzunehmen.

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Hannover (ddp-nrd). Bei lauter Discomusik schneidet Friseurin Verena Haben die Haare eines Plastikkopfes, der vor ihr steht. Die 23-Jährige schwingt Schere und Kamm im Takt der Musik. Sie ist eigens aus dem Saarland nach Hannover gereist, um im Congress Centrum am Bundesleistungswettbewerb der Friseure teilzunehmen. Veranstaltet
wird der Wettkampf vom Zentralverband des deutschen Friseurhandwerks. Mit Verena Haben kämpfen am Sonntag elf weitere Teilnehmer bei dem Wettbewerb um den Titel «Bester Nachwuchsfriseur». Um in Hannover dabei zu sein, mussten die Nachwuchs-Friseure zuvor bei den jeweiligen Landeswettbewerben gesiegt und ihre Gesellenprüfung mit der Note zwei bestanden haben. Außerdem dürfen sie nicht älter als 25 Jahre sein. Die zwölf Kandidaten frisieren in vier Kategorien um die Wette: Herren- und Damenhaarschnitt, Hochsteckfrisur sowie Make-up. «Für jede Kategorie vergeben wir 81 bis 100 Punkte», erklärt Jury-Mitglied Martin von der Ohe. «Wir achten auf die Kreativität, die exakten Handgriffe, aber auch auf leuchtende Farbeffekte.» Die Frisuren sollten nicht zu extrem ausfallen, sondern von jedermann getragen werden können. In Deutschland arbeiten nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit derzeit 160 000 Friseure. Ihnen macht der Preis- und Lohndruck durch Discount-Anbieter zu schaffen, wie die ver.di-Fachbereichsleiterin für das Friseurhandwerk, Ute Kittel, erklärt. «Um über die Runden zu kommen, sind viele ausgelernte Friseure zusätzlich auf ´Hartz IV´ oder Wohngeld angewiesen», sagt sie. «Ich kenne Friseure, die 7,50 Euro die Stunde erhalten müssten, aber mit drei Euro abgespeist werden», kritisiert sie. Das Friseurhandwerk sei im Vergleich zu Tarifvereinbarungen in anderen Branchen besonders schlecht gestellt. Die schlechte Bezahlung beginne schon in der Lehre, weiß auch Verena Haben. «Wenn man das Ziel hat, viel Geld zu verdienen, darf man den Beruf nicht wählen», sagt sie. Dennoch sei ihr Beruf ein Traumjob, findet die Saarländerin. Auch René Oehme aus Hannover füllt seinen Beruf mit Leidenschaft aus. Der 27-jährige Friseurmeister startet beim Niedersächsischen «Open Hair Festival» der Landesinnung der Friseure, das parallel zum Bundesleistungswettbewerb stattfindet. René Oehme versucht, durch einen kreativen Haarschnitt den «perfekten Mann» darzustellen, wie das Motto seiner gewählten Kategorie es verlangt. Der männliche Look zeichne sich durch eine Glattrasur, Make-up und eine Elvis-Tolle aus, erklärt Oehme. Anders als die Teilnehmer des Bundesleistungswettbewerbes schneidet Oehme die Haare eines Menschen. «Ein männliches Model mit langen Haaren zu finden war die größte Herausforderung», sagt er. Kurze Haare lassen sich seiner Ansicht nach schlechter frisieren als lange. «Bei einer Frau hätte ich viel mehr Variationsmöglichkeiten.» Beim Mann gebe es oft nur Variationen eines Kurzhaarschnittes, bei dem Nacken und Ohren frei blieben. Der Kreativ-Chef Franz-Josef Küveler vom Zentralverband des deutschen Friseurhandwerks weiß, was vor allem den Teilnehmern der Bundesleistungswettbewerbe abverlangt wird. «Bei den Wettbewerben wird das komplette Ausbildungswissen der Teilnehmer abgerufen», sagt er. Der Bundesleistungswettbewerb habe eine lange Tradition. Schon seit mehr als 40 Jahren würden alljährlich die begabtesten Nachwuchskräfte der Branche gesucht. Dotiert ist der Preis «Bester Nachwuchsfriseur» mit 250 Euro. Die Sieger können sich zusätzlich bei ihren Landesverbänden für ein Stipendium im Wert von 2500 Euro bewerben. Für Verena Haben ist das ein Ansporn, zu gewinnen. Große Hoffnungen auf einen Preis macht sie sich allerdings nicht. «Ich glaube nicht, dass ich gewinne», sagt sie. «Denn ich bin viel zu aufgeregt.» (ddp)


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