PR-inside.com
Firmen-Webkatalog: Suchmaschinengerecht eintragen
DeutschEnglish
PR-inside
Special Pages
Mit unserem RSS-Feed sind Sie immer auf dem neusten Stand
rss feed


Mehr Informationen
Gesellschaft & Kultur

Geraer Kunstsammlung startet nach Sanierung mit Ausstellung floraler Motive des Meisters der Moderne

Un-Verblümtes von Otto Dix


Un-Verblümtes von Otto Dix
Un-Verblümtes von Otto Dix ©ddp

(PR-inside.com 21.06.2007 21:18:05) - Wer hier arbeitet, müsste Vergnügungssteuer zahlen. So raunten
einige Gäste bei einem ersten Rundgang durch die sanierte Geraer
Orangerie am Donnerstag. Das barocke Kleinod präsentiert sich nach
22 Monaten dauerndem und 1,1 Millionen Euro teurem Jungbrunnen in
neuer alter Schönheit.

Drucken Ausdrucken
Artikel weiter empfehlen Per e-Mail empfehlen
Gera (ddp-lth). Wer hier arbeitet, müsste Vergnügungssteuer zahlen. So raunten einige Gäste bei einem ersten Rundgang durch die sanierte Geraer Orangerie am Donnerstag. Das barocke Kleinod präsentiert sich nach 22 Monaten dauerndem und 1,1 Millionen Euro teurem Jungbrunnen in neuer alter Schönheit. Handwerker und Restauratoren haben nicht nur - wie ursprünglich geplant - das Mauerwerk trockengelegt sowie Fassade und Fenster in die «Kur»
genommen. Von einem «äußerst günstigen Finanzverlauf» - so hieß es aus der Geraer Stadtverwaltung - profitierte erheblich auch das Innere. Immerhin ist die Orangerie Domizil der Geraer Kunstsammlung und bietet nun alle Voraussetzungen für eine moderne und sichere Präsentation auch empfindlichster Kunstwerke. Vergnügen bereitet auch der Blick aus dem halbkreisförmigen Gebäude auf den angrenzenden Küchengarten. Wie das Gebäude selbst, wurde auch er im Kontext der Bundesgartenschau (Buga) in Gera und Ronneburg umgekrempelt. Nun präsentiert sich der in den vergangenen Jahrzehnten teilweise verwilderte Park unweit des Stadtzentrums wieder als barocke Anlage mit Grün und unzähligen Pflanzen soweit das Auge reicht. Blumen und Pflanzen beherrschen in den nächsten Monaten auch das Innere der Orangerie. Zumindest auf den Kunstwerken, die dort ab Sonntag zu sehen sind und dem Besucher ganz sicher ebenfalls großes Vergnügen bereiten. Die Ausstellung ist Reverenz an die Buga und an Geras berühmtesten Sohn Otto Dix (1891-1969) zugleich. «Un-Verblümt: Otto Dix» rückt florale Motive im Werk des deutschen Meisters der Moderne in den Mittelpunkt. Die 102 hochkarätigen Gemälde, Aquarelle, Zeichnungen und Druckgrafiken trug das Museum, das selbst über 400 Dix-Werke sein eigen nennt, bei 26 öffentlichen und privaten Leihgebern aus ganz Deutschland und der Schweiz zusammen, wobei etwa die Hälfte der Exponate aus dem Besitz der Otto Dix Stiftung Vaduz stammen. Zeitlich spannt die chronologisch aufgebaute Exposition, die auch mit seltenen Silberstiftzeichnungen aufwartet, den Rahmen von seiner frühen Jugend, etwa Arbeiten aus Dix´ Skizzenbuch, bis ins Alterswerk. Ein mit Wasserfarben gemaltes «Blumenstilleben» um 1907/08 ist älteste Arbeit der Schau. Jüngste ein leuchtender Strauß von Frühlingsblumen, das letzte Bild, das Dix 1969 malte und das bei seinem Tod noch auf der Staffelei stand. Florale Gebilde würden das komplette Oeuvre des Künstlers durchziehen, wenn auch oft nur als scheinbar nebensächliche, manchmal am Bildrand positionierte Beigaben, betonte Kuratorin Silke Opitz. Dabei seien sie selten als realistisch-anschauliche Naturschilderungen gemeint, sondern fast immer mit Symbolen behaftet. Vor allem Rose und Schwertlilie als Marienblumen der Reinheit, Unschuld und Liebe würden immer wieder in ikonografischer Bedeutung auftauchen. Dafür steht das 1941 entstandene Gemälde «Johannes auf Patmos» ebenso wie die Tuschezeichnung «Mädchen und Tod» von 1913 und die Kohle-Kartons zum Gemälde «Triumph des Todes» von 1934. Etwas ganz Besonderes hält das Plakat zur Ausstellung bereit. Es zeigt das «Selbstbildnis mit roten Gladiolen» von 1913. Dieses Bild gehört zu den 230 Arbeiten von Otto Dix, die 1937/38 im Zuge der Aktion «Entarte Kunst» von den Nationalsozialisten aus den Museen entfernt wurden und die bis heute als verschollen gelten. Von dem Werk, das den Beginn der Neuen Sachlichkeit markiere, würden nur noch bruchstückhafte Abbildungen existieren, sagte Museumsleiter Holger Saupe. Man habe sie wie ein Puzzle zusammengesetzt, um die zerstörten Werke wieder ins öffentliche Bewusstsein zurückzuholen. Die Ausstellung «Un-Verblümt: Otto Dix» ist vom 24. Juni bis 23. September zu sehen. Die Kunstsammlung erwartet ihre Besucher dienstags von 13.00 bis 20.00 Uhr, mittwochs bis freitags von 10.00 bis 17.00 Uhr, an Wochenenden und Feiertagen von 11.00 bis 18.00 Uhr. (ddp)

Erklärung: Das Copyright für sämtliche Nachrichten und Bilder, die mit ddp gekennzeichnet sind und auf PR-inside.com publiziert werden, obliegt der Nachrichtenagentur ddp Deutscher Depeschendienst GmbH. Wenn Sie Fragen zu den veröffentlichten Meldungen haben, kontaktieren Sie bitte ddp.




AGB | Datenschutz | Impressum | Kontakt