(PR-inside.com 09.11.2009 14:08:16) - Die Weltbevölkerung ist 20 Jahre nach dem Fall der Berliner Mauer einer Umfrage zufolge mehrheitlich unzufrieden mit dem Kapitalismus der freien Marktwirtschaft. Nur elf Prozent der 29 000 Befragten in 27 Ländern sind der Meinung, dass die freie Marktwirtschaft gut funktioniert und eine stärkere Regulierung nicht erforderlich sei, wie die am Montag veröffentlichte Umfrage für die BBC ergab.
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London/Toronto (ddp). Die Weltbevölkerung ist 20 Jahre nach dem Fall der Berliner Mauer einer Umfrage zufolge mehrheitlich unzufrieden mit dem Kapitalismus der freien Marktwirtschaft. Nur elf Prozent der 29 000 Befragten in 27 Ländern sind der Meinung, dass die freie Marktwirtschaft gut funktioniert und eine stärkere
Regulierung nicht erforderlich sei, wie die am Montag veröffentlichte Umfrage für den Weltdienst der britischen BBC ergab. Die Umfrage wurde von dem kanadischen Meinungsforschungsinstitut GlobeScan gemeinsam mit der Universität von Maryland zwischen Juni und Oktober durchgeführt.
Am weitesten verbreitet ist der Umfrage zufolge die Ansicht, dass die freie Marktwirtschaft mit Problemen behaftet ist, die durch Regulierung und Reformen beseitigt werden können. Dieser Meinung seien 51 Prozent der Befragten gewesen. 23 Prozent hätten angegeben, dass der Kapitalismus grundlegende Fehler aufweise. Lediglich in zwei Ländern - USA und Pakistan - waren mehr als 20 Prozent der Befragten der Meinung, dass der Kapitalismus in seiner aktuellen Form gut funktioniert. In 15 der 27 Länder habe sich eine Mehrheit der Befragten für eine stärkere Kontrolle der Hauptwirtschaftszweige durch ihre Regierungen ausgesprochen.
Große Unterschiede habe die Umfrage zwischen Deutschen und Franzosen ergeben. Im Gegensatz zu Frankreich, wo sich 47 Prozent für mehr Regulierung und Reformen ausgesprochen hätten und 43 Prozent dem kapitalistischen System grundlegende Fehler attestieren, gebe es in Deutschland nur wenig Unterstützung (8 Prozent) für ein anderes Wirtschaftssystem, während knapp drei Viertel (74 Prozent) für Regulierung und Reformen seien.
GlobeScan-Chef Doug Miller kommentierte das Ergebnis der Umfrage mit den Worten: «Offenbar war der Fall der Berliner Mauer 1998 doch kein so überzeugender Sieg für den Kapitalismus der freien Marktwirtschaft, wie es damals schien - besonders in Anbetracht der Ereignisse der vergangenen zwölf Monate.» Bestimmte Merkmale des Sozialismus, wie Verteilungsgerechtigkeit, hätten für viele Menschen nichts von ihrer Attraktivität verloren, kommentierte Steven Kull von der Universität von Maryland.
(ddp)
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