Politik
Tibet brennt: Noch eine Selbstverbrennung, und das am internationalen Solidaritätstag für Tibet  |
| Urgen, der am 27. Januar erschossen wurde |
(PR-inside.com 09.02.2012 22:43:52) - Zu dem Vorfall kam es ausgerechnet an dem Tag, an dem in der ganzen Welt für jene gebetet wurde, die ihr Leben für Tibet opferten.
Am 8. Februar, um etwa 18.30 Uhr (Ortszeit), zündete sich der 19jährige Rinzin Dorjee (alias Rikpe) in der Grundschule No. 2 in der Stadt Ngaba, Bezirk Ngaba, Provinz Sichuan, an, wie aus örtlichen Quellen hervorgeht. Von Flammen umzingelt rief er Parolen gegen die chinesische Regierung.
Kurz nach dem Vorfall kam das
Sicherheitspersonal, löschte die Flammen und brachte Rikpe in das Bezirkskrankenhaus von Ngaba, später wurde er in ein Krankenhaus nach Barkham verlegt. Zwei Mönche in der Nähe seien unmittelbar nach dem Geschehen festgenommen worden, wie ein Augenzeuge berichtet.
Ãber seinen Zustand weià man kaum etwas, einigen Quellen zufolge sei er jedoch in der Nacht auf den 8. Februar âdem Tode naheâ gewesen. Rikpe war früher Mönch im Kloster Kirti, 2010 verlieà er dieses aus unbekannten Gründen und lebte seitdem bei seiner Familie. Er ist aus dem Dorf Meruma, Bezirk Ngaba, und das jüngste der sechs Kinder seiner Eltern Tsongko und Dungkar.
Dies ist die 21. Selbstverbrennung in Tibet seit 2009, man weiÃ, daà 13 davon gestorben sind, während das Schicksal der anderen 8 Tibeter unbekannt ist.
âDie Tibeter in Tibet sind sich der heutigen globalen Solidaritätskundgebungen ihrer Landsleute im Exil durchaus bewuÃt. Die Präsenz des Sicherheitspersonals in Ngaba war heute ungeheuerlich. Untertags sah man fast keinen Tibeter auf den StraÃen sagte Kanyag Tsering von Exilkloster Kirti in Dharamsala. âDie Selbstverbrennung ereignete sich am Abend, nachdem sich die Sicherheitskräfte etwas zurückgezogen hatten, und nicht an einem öffentlichen Platz der Stadt, sondern in einer etwas abgeschiedenen Ecke
Um den unerträglichen Druck, unter dem die Tibeter in Ngaba stehen, zu beschreiben, zitierte ein Ortsansässiger ein Sprichwort: âWir schwitzen sogar, ohne daà die Sonne scheint Er flehte die Vereinten Nationen und jeden, der irgendwie helfen kann, an, etwas für die Lösung der Probleme zu unternehmen. âTapfere Tibeter sterben, indem sie sich verbrennen, andere werden ins Gefängnis geworfen, und wieder andere wie ich sind nicht tapfer genug, um etwas zu tun, sie sind verängstigt und leiden unter den von der chinesischen Regierung angeordneten Repressionen
Die Spannungen in Ngaba haben sich in den letzten Tagen noch mehr verschärft. Bewohner von dort sagten, daà auf jeden Tibeter inzwischen drei Sicherheitsleute kämen.
Am Morgen des 8. Februars verbreiteten sich bereits Gerüchte, daà es eine Protestaktion geben würde. Ein Augenzeuge berichtete, daà mit SchuÃwaffen, Holzstöcken, Schlagstöcken und nägelgespickten Metallruten bewaffnete paramilitärische Einheiten die StraÃen patrouillierten. Es hieÃ, 40 bis 50 Militärfahrzeuge parkten vor dem Kloster Kirti, und auf den StraÃen der Stadt sehe man kaum Tibeter. Der Augenzeuge beschrieb ferner, daà er Hunderte von paramilitärischen Kräften sehe, die durch die Stadt marschieren, gefolgt von âPanzerfahrzeugen mit aufgesetzten Geschützen AuÃerdem seien da noch viele Sicherheitskräfte in Zivilkleidung, und man glaube, daà diese als Provokateure fungieren sollten, um etwaige Proteste âin Gewalt ausartenâ zu lassen.
Eine andere Quelle aus einem Dorf im Bezirk Ngaba berichtete, daà den Einwohnern dort erklärt wurde, sie würden sofort festgenommen, falls sie heute Abend aus dem Hause gingen.
Am selben Tag, etwas früher, muÃte eine Gebetszeremonie im Kloster Kirti abgebrochen werden. Das Kloster Kirti steht unter intensiver Ãberwachung, seit auf eine Protestaktion in der nahegelegenen Gemeinde Meruma hin um die 300 chinesische Offizielle dorthin verlegt wurden.
Einige Chinesen, die in der Gegend wohnen, beschrieben die Lage als unsicher. Sie fürchten, daà die Festnahme von Tibetern und der Einsatz von Gewalt gegen unbewaffnete Zivilisten die Spannung zwischen der Tibetergemeinschaft und den chinesischen Geschäftsleuten noch erhöhen könnte. Einige machten ihre Läden dicht und verlieÃen die Gegend.
Die Stadt Ngaba steht unter einschneidenden Restriktionen, besonders die Klöster Kirti und Se. Am Sonntag den 5. Februar, gab es eine Kerzenmahnwache im Kloster Se, das zwischen 800 und 1000 Mönchen zählt.
Update zur Gemeinde Barma, Bezirk Dzamthang, wo es am 27. Januar zu einer tödlichen SchieÃerei kam: Heute ging die Polizei in der Gemeinde Barma von Haus zu Haus und verlangte von den Bewohnern, daà sie eine Kritik der Demonstration vom 27. Januar (bei der Urgen von dem Sicherheitspersonal erschossen wurde) niederschrieben und unterzeichneten, und zwar auf Chinesisch. Diejenigen, die nicht Chinesisch schreiben können, muÃten ihre Kritik mündlich vortragen, und die Polizei schrieb dann ihre Aussage nieder, die sie mit ihrer Unterschrift bestätigen muÃten.
Anfang der Woche hielten die Regierungsbeamten ein Meeting, bei dem sie als eine Art von Ãbung in Propaganda über das belâ der Protestaktionen diskutierten.
Quelle: Free Tibet, www.freetibet.org
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