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Politik
Nach Berechnung der Rentenversicherung - Beitragsrendite
langfristig bei zwei bis drei Prozent
Von Verena Schmitt-Roschmann
Rentengarantie bringt den Jungen keine Nachteile Erste Zusammenfassung © AP (PR-inside.com 14.07.2009 12:20:04)
Berlin (AP) Die Rentengarantie bringt nach Berechnung der Deutschen Rentenversicherung nicht die befürchteten Nachteile für die jüngere Generation. Die rechnerische Rendite von mindestens 2,7 Prozent auf die gezahlten Rentenbeiträge verschlechtere sich nicht, sagte der zuständige Abteilungsleiter Reinhold Thiede am Dienstag in Erkner bei Berlin. Weder die Rentenversicherung noch die Regierung erwarten aber, dass die Rentengarantie 2009 oder 2010 überhaupt greift. Denn die Löhne und Gehälter
wachsen derzeit noch leicht.
Vor allem wegen unterstellter Nachteile für die Jüngeren hatte Finanzminister Peer Steinbrück Bedenken gegen die gerade beschlossene Rentengarantie erhoben, die eine Kürzung der Altersbezüge auch bei sinkenden Löhnen ausschließt. Seit Tagen gibt es darüber heftige Debatten.
Thiede, der Chef der Entwicklungsabteilung der Rentenversicherung ist, sagte dazu jedoch: «Die jüngere Generation ist nicht benachteiligt.» Selbst im ungünstigsten Fall - wenn unterbliebene Rentenkürzungen höhere Beiträge zur Folge hätten - hätten die Jüngeren unter der Maßnahme nicht zu leiden.
Zwtl: Garantie greift wahrscheinlich nicht
Nach jetzigem Stand sei kein Rückgang der Löhne und Gehälter in diesem Jahr zu erwarten, der zu einem Sinken der Renten 2010 führen würde, sagte Thiede. Die Rentengarantie wird also 2010 nach seiner Voraussicht nicht greifen. Er bezog sich auf die bisher bei der Rentenversicherung einlaufenden Beitragszahlungen, die gegenüber dem Vorjahr um etwa ein Prozent gewachsen sind.
Die Bundesregierung bewertet die Lage ähnlich. Die «Bild»-Zeitung meldete aus Regierungskreisen, nach jüngsten Schätzungen des Wirtschaftsministeriums steige die relevante durchschnittliche Pro-Kopf-Lohnsumme 2009 um ein Prozent und 2010 immer noch um 0,9 Prozent.
Selbst wenn sich diese positiven Erwartungen nicht erfüllen und die Rentengarantie doch greifen würde, wäre dies laut Thiede aber kein Problem für die jüngere Generation. Derzeit sei gesetzlich vorgesehen, eine unterbliebene Kürzung nachzuholen.
Würde das Nachholen der Kürzung nach der Wahl ausgehebelt, wie es jetzt offenbar einige Politiker unterstellten, bliebe laut Thiede das Verhältnis zwischen eingezahlten Beiträgen und später ausgezahlter Rente aber ebenfalls gleich. Denn die ausgesetzte Kürzung bedeutet ein etwas höheres Rentenniveau, von dem nach Jahrzehnten auch die heutigen Beitragszahler profitieren würden. «Bei den jüngeren Jahrgängen passiert gar nichts», sagte er.
Zwtl: Stabile Rendite prognostiziert
Insgesamt hat die gesetzliche Rente nach Darstellung des Versicherungsexperten langfristig immer noch eine positive Rendite: Ein langjähriger Durchschnittsverdiener, der heute in Rente geht, kann mit einer Verzinsung seiner eingezahlten Beiträge von insgesamt rund 230.000 Euro zwischen 3,5 Prozent (Männer) und 4,1 Prozent (Frauen) rechnen. Die höhere Rendite für Frauen ergibt sich aus der längeren Lebenserwartung.
Für das Jahr 2020 berechnet die Rentenversicherung eine Rendite von 2,9 bis 3,4 Prozent, für das Jahr 2030 einen Wert von 2,7 bis 3,3 Prozent, der danach weitgehend stabil bleibt. Damit läge die rechnerische Rendite in etwa in der Größenordnung vergleichbarer Privatversicherungen oder leicht darüber.
Die Rendite auf das eingezahlte Kapital ist aber ein reines Rechenexempel: Das Geld der Beitragszahler wird in Wirklichkeit nicht zurückgelegt, sondern zum allergrößten Teil sofort wieder ausgezahlt. Für die Renditeberechnung zieht die Rentenversicherung auch nur 80 Prozent des Rentenbeitrags heran. Begründung: Die übrigen 20 Prozent dienten zur Risikoabsicherung etwa von Erwerbsminderung.
www.deutsche-rentenversicherung-bund.de
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