(PR-inside.com 10.11.2009 20:39:03) - Der Kriegsverbrecherprozess gegen einen früheren SS-Mann muss vor
dem Aachener Landgericht möglicherweise neu aufgerollt werden. In
einer am Dienstag eingebrachten Erklärung reklamierten die
Verteidiger des 88-jährigen Angeklagten, dass ihr Mandant wegen
seiner ausgeprägten Schwerhörigkeit der Hauptverhandlung bislang
nicht habe folgen können.
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Aachen (ddp). Der Kriegsverbrecherprozess gegen einen früheren SS-Mann muss vor dem Aachener Landgericht möglicherweise neu aufgerollt werden. In einer am Dienstag eingebrachten Erklärung reklamierten die Verteidiger des 88-jährigen Angeklagten, dass ihr Mandant wegen seiner ausgeprägten Schwerhörigkeit der Hauptverhandlung bislang nicht habe folgen können. Nach Angaben
eines Gerichtssprechers vertagte sich die 1. Schwurgerichtskammer daraufhin.
Bis zum nächsten Verhandlungstag am kommenden Dienstag (17. November) soll dem Angeklagten ein Hörgerät angepasst werden. Voraussichtlich muss dann auch die Anklageschrift neu verlesen werden. Über den Antrag der Verteidigung auf Verfahrenseinstellung wurde noch nicht entschieden.
Heinrich B. war im Jahr 1940 der Waffen-SS beigetreten und wurde später zur «Germanischen SS» in den Niederlanden abkommandiert. Als Mitglied eines Sonderkommandos soll er im Jahr 1944 in Breda, Vorschooten und Wassenaar heimtückisch drei Zivilisten erschossen haben, die von den deutschen Besatzern verdächtigt wurden, mit dem Widerstand zu sympathisieren. Für diese Taten wurde B. nach Kriegsende in den Niederlanden erst zum Tode und später zur lebenslänglichen Haft verurteilt. Da sich B. allerdings nach Deutschland absetzen konnte, musste er seine Strafe nie antreten.
Nach rund 30-jährigem juristischem Tauziehen steht der Altenheimbewohner seit dem 28. Oktober vor Gericht. Wegen seiner angegriffenen Gesundheit sind zahlreiche Verhandlungspausen und permanente ärztliche Betreuung erforderlich. Für das Verfahren wurden zunächst 13 Verhandlungstage angesetzt. Mit einem Urteil wird für den 18. Dezember gerechnet.
(ddp)
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