Wichtige Tarifverhandlungen in der Zeitarbeit stehen unmittelbar bevor
Drohen die Tarifverhandlungen des BZA zu Scheitern? - Kommt BZA-iGZ Entgelttarifehe?
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11.10.2008 18:24:53 - In 10 Tagen soll die nächste Tarifrunde in der Zeitarbeit zwischen dem Bundesverband Zeitarbeit Personal-Dienstleistungen e.V. (BZA) und der DGB-Tarifgemeinschaft stattfinden, nachdem die Gewerkschaften zuletzt bereits das Scheitern der Tarifverhandlungen verkünden und Streiks ankündigen wollten.
Wegen des gemeinsamen Mindestlohn-Tarifvertrags muss auch der Interessenverband Deutscher Zeitarbeitsunternehmen e.V. (iGZ) verhandeln.
Vielleicht ist dies die letzte Chance des BZA, die noch offenen Entgelttarife für 2008 unter Dach und Fach zu bringen, ohne den wohl ersten Tarifstreik in der Zeitarbeit auszulösen.
Der iGZ hat bereits einen Entgelttarifvertrag für 2008 mit dem DGB vereinbart, der ab November die nächste Tariferhöhung vorsieht. Dennoch muss auch der iGZ verhandeln, zumindest wegen des mit dem BZA gemeinsamen Mindestentgelttarifvertrags, der zum 31.12.2008 ohne Nachwirkung ausläuft.(wir berichteten)
DGB-Tarifgemeinschaft verärgert über BZA-Verzögerungstaktik und zu Streiks bereit
Die letzte Tarifrunde am 17.09.2008, die von der DGB-Tarifgemeinschaft vormittags mit den Tarifverhandlungsführern des BZA und nachmittags mit denen des iGZ geführt wurde, führte zu keinem Ergebnis.
Informationen aus der Runde der Verhandlungsführer zufolge soll seitens des BZA auf die Forderungen der DGB-Gewerkschaften zu einer Tariferhöhung von 8 % ( wir berichteten) außer Ablehnung kein eigenes Angebot erfolgt, sondern auf die zuvor notwendige Tarifrunde mit der iGZ verwiesen worden sein. - Grund: Ein gemeinsames Entgelttarifwerk.
Anscheinend gab es zwar bisher Anfangsgespräche zwischen BZA und iGZ zu einem künftigen gemeinsamen Entgelttarifwerk, aber keine konkreten Absprachen oder Vereinbarungen, weshalb die iGZ-Tarifverhandlungsführer verwundert und überrascht wurden.
Die DGB-Gewerkschaften, die hinter diesem Geschehen eine absprachegemäße Verzögerungstaktik vermuteten, beendeten darauf hin die Tarifgespräch verärgert.
Kann Einlenken des BZA drohende Streiks noch verhindern?
Aufgrund der ergebnislosen Tarifrunde hat der IG Metall Vorstand dann auf einer Sitzung am 23.09.08 den Beschluss der Tarifkommission das Scheitern der Verhandlungen zu erklären bestätigt, die übrigen Einzelgewerkschaften der Tarifgemeinschaft sollen - bis auf Ver.di - gleich lautend entschieden haben.
Nachdem der DGB darauf hin gegenüber dem BZA das Scheitern der Tarifverhandlungen über die Tarifentgelte für 2008 erklärte und seitens der IG Metall bereits mit Streiks gedroht wurde, muss der BZA "kalte Füße" bekommen haben.
Mit dem informellen Angebot einer Tariferhöhung von 4 % und der Bitte um einen zeitnahen Termin zur Tarifverhandlung soll der BZA die DGB-Gewerkschaften, insbesondere die IG Metall, von Warnstreiks abgehalten und die Vereinbarung eines neuen Verhandlungstermins am 21.10.2008 erreicht haben.
"BZA-iGZ-Entgelttarif-Ehe" rückt immer näher! - Bald Verlobung?
Wie sowohl aus dem BZA- als auch dem iGZ-Vorstand bzw. deren Tarifverhandlungsführern zu hören ist, bestehen tatsächlich Bestrebungen, einen gemeinsamen Entgelttarifvertrag ab 2009 zu vereinbaren (wir berichteten), der dann auch die Vereinbarung des Mindestlohns ab 2009 umfassen und die künftigen Tariferhöhungen vereinfachen soll, so dass es keine Abstimmungsprobleme der Anpassung anweichender Tarifentgelte mit unterschiedlichen Laufzeiten geben wird.
Nächste Tarifrunde bringt sicherlich Klarheit über künftige Tarifentwicklung geben
Es bleibt abzuwarten, was die Tarifverhandlungen in 10 Tagen bringen werden.
Klar ist auf jeden Fall, dass der BZA zu hohe Tariferhöhungen verhindern und der iGZ sogar noch für die ab November vereinbarte Tariferhöhung eine Reduzierung des Tarifs anstrengen will.
Wie hoch der dann vereinbarte Mindestlohn lautet oder ob der bisherige Mindestlohn von 7,31 € bzw. 6,36 € (West / Ost) auch für 2009 unverändert beibehalten wird, wird sich zeigen.
Die Fortführung der bisherigen Verzögerungstaktik wird sich der BZA aber nicht mehr erlauben können, ohne Streiks in den Mitgliedsunternehmen, gerade denen der großen Zeitarbeitsunternehmen mit Betriebsräten, wie z.B. Randstad, zu riskieren.
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