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Zwischenruf zum ersten Jahrestag des Beginns der so genannten 'Essener Drittmittelirritationen'

Gute Spenden - Schlechte Spenden



13.05.2008 22:46:56 - Team um den inzwischen suspendierten Essener Transplanteur Prof. Dr. Broelsch dünnt sich rasant aus - zum Leidwesen der der Patienten: Ein Zwischenruf von Ulrich Coppel

Essen. Am 15.05.2008 ist es ein Jahr her, seitdem der WDR mit der Berichterstattung über eine 67 jährige krebskranke Bocholterin, deren Sohn sich um eine Behandlung im Universitätsklinikum in Essen bemüht hatte, einen beispiellosen Skandal in der deutschen Medizin auslöste. Die Geschichte begann damit, dass der WDR seinerzeit im Lokalfernsehen berichtete, in der Uniklinik Essen sei einer Patientin die sofortige Aufnahme für eine Leberkrebs-OP gegen eine Zahlung von 5000 Euro avisiert worden, nachdem der Aufnahmetermin zuvor angeblich drei Mal wegen Bettenmangels abgesagt worden sei. Nach den angeblichen Absagen habe der Sohn der Patientin dann eine private Behandlung erfragt. Der international renommierte Chirurg und vormalige Dirktor der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie, Prof. Dr. Broelsch, bestreitet den Vorwurf vehement, dass in seinem Hause bevorzugt OP-Termine nach Geldzahlungen vergeben worden seien. U.a. ist eine umfassende persönliche Erklärung des Professors vom 23.05.2007 auf dieser Webseite veröffentlicht. Einige Wochen später, am 08.06.2007, gab er der Essener WAZ ein Interview, in dem er erneut klar Stellung bezieht.

Staatsanwaltliche Ermittlungen und politische Äusserungen

Die Essener Staatsanwaltschaft leitete nach der Ausstrahlung des WDR-Beitrages ein Ermittlungsverfahren ein. Einen regelrechten Boost hinsichtlich medialer Beachtung der angeprangerten angeblichen Missstände betrefflich der Spendenpraxis erfuhr die Angelegenheit allerdings erst durch die Pressemitteilung des NRW-Innovationsminister Prof. Dr. A. Pinkwart, welcher via Homepage des Ministeriums am 16.05.2007 den ehemaligen ärztlichen Direktor des Uniklinikums Duisburg-Essen Prof. Dr. Havers zitierte, der 'das Verfahren klipp und klar als Unrecht' bezeichnet habe. In gleicher Pressemitteilung fordert der Minister, mit Blick auf die Spendenpraxis: 'Alle Patienten, die in ähnlicher Weise geschädigt wurden, sind aufgerufen, sich umgehend mit der Leitung des Universitätsklinikums in Verbindung zu setzen.' Der WDR zitierte den ehemaligen ärztlichen Direktor der Uniklinik Essen, Prof. Dr. Havers am 16.05.2007 mit den Worten: 'Das war unrechtmäßig und gegen alle Gesetze.'
O. g. Zitate des ehemaligen ärztlichen Klinikdirektors, bzw. des NRW-Wissenschftsministers Prof. Dr. Pinkwart, der sich die Worte des ehemaligen ärztl. Direktors zu Eigen machte, indem er ihn nicht nur zitiert, sondern hinzufügt: 'Dies war notwendig und richtig', beinhalten eine klare einvernehmlich-rechtliche Einschätzung der beiden. Sie beinhaltet, dass ihm, dem ehemaligen ärztl. Direktor der Uniklinik Duisburg-Essen, die Praxis der Spendenaquise, 'das Verfahren', wie er es bezeichnete, bekannt war, und dass der Minister diese Einschätzung teile. Nun stellt sich die Frage, weswegen diese Form der Spendenaquise vor der medialen Berichterstattung denn überhaupt stattfinden konnte und durfte, wenn sie doch der ärztliche Direktor 'klipp und klares Unrecht' nennt? Wer denn hatte die Kontrollverpflichtungen und Verfügungsgewalt über die Drittmittelkonten der Universitätsklinik, auf die die Spenden flossen? War dies Prof. Dr. Broelsch, oder der Vorstand der Klinik? Weshalb bezeichnet der ehemalige ärztliche Direktor erst gegenüber dem NRW-Minister und dann gegenüber dem WDR, als dieser darüber berichtete, 'das Verfahren klipp und klar als Unrecht' und nicht schon vorher? Zu seinem Urteil kam der ehemalige ärztl. Direktor immerhin bereits einen Tag (WDR, 17.05.2007, bzw. via Pressemitteilung des NRW-Innovationmsministers v. 16.05.2007) nach erster öffentlicher Berichterstattung (WDR, Aktuelle Stunde v. 15.05.2007}.

Angeblich 'zu Unrecht' vereinahmte Spendengelder wurden bis heute nicht zurückgezahlt

Wenn Fehlverhalten dem ehemaligen Klinikchef seinerzeit schon so deutlich bewusst gewesen war - warum hat denn das Klinikum dann nicht zwischenzeitig von sich aus die Rückzahlung der angeblich zu Unrecht vereinnahmten Spenden veranlasst bzw. diese Art der Spendenaquise von vorn herein unterbunden? Warum fordert der Minister per Pressemitteilung öffentlich: 'Alle Patienten, die in ähnlicher Weise geschädigt wurden, sind aufgerufen, sich umgehend mit der Leitung des Universitätsklinikums in Verbindung zu setzen.'? Waren die Patienten, bzw. Spender, bzw. Herkünfte von Kontoeingängen der Klinikleitung denn nicht schon vor dem Beginn der öffentlichen Kritik bekannt, so dass ohne Weiteres die Klinik bei einem derart klaren Unrechtsbewusstsein von sich aus auf die Spender hätte zugehen können? So mutet zumindest sehr merkwürdig an, wenn da ein ärztlicher Direktor via diverser Medien öffentlich derart exponiert zitiert wird, ohne dass in Folge dessen die Medien auch darüber berichten würden, dass von Amtswegen zuständige Behörden betrefflich dieser Äußerungen in der Administration und Verwaltung der Klinik Nachforschungen ebenfalls aufnehmen: Die Staatsanwaltschaft Essen hat in ihren Pressemitteilungen bisher lediglich von Ermittlungen gegen einzelne Ärzte der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie berichtet, nicht aber gegen deren Vorgesetzte. Noch einmal: Wem, wenn nicht der Klinik- bzw. Universitätsleitung, unterstand die Kontrolle der Drittmittelkonten? Am 22.05.2007 erklärt der ehemalige Rektor der Universität Duisburg-Essen, Prof. Dr. Zechlin per Pressemitteilung der Universität Duisburg-Essen obendrein: 'Die Spendenpraxis wird nicht weiter fortgesetzt'. Über Rückzahlungen solcher, nach Einschätzung des ehemaligen ärztlichen Direktors 'zu Unrecht' vereinnahmten Spenden, hat nach hiesigem Kenntnisstand bislang kein Medium berichtet, geschweige denn, dass dies das Klinikum von sich aus angeboten hätte.

Klageabweisung

Zwischenzeitig, Anfang 2008, ist es allerdings zur Abweisung einer Klage von Hinterbliebenen einer verstorbenen Krebspatientin durch das Landgericht Düsseldorf gekommen, welche erst 'durch Medienberichte' zur Einschätzung gelangt waren, ihre vormals geleistete Spende über 11.500 Euro (20.000 DM) sei zu Unrecht gezahlt worden, und dieses Geld zurück forderte. Zuvor sei man der Meinung gewesen, alles sei mit rechten Dingen zugegangen. Durch die Klageabweisung dürften der Klägerseite erhebliche weitere Kosten entstanden sein.

Auch ein Jahr später ist nicht klar, ob die Spendenaquise für die Leberforschung in der so praktizierten Weise illegal war. Nichts von dem, was Staatsanwaltschaft, Medien und Politik dem inzwischen suspendierten Direktor der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie an Verdächtigungen und angeblichen Vorwürfen andienten, ist bislang zur Anklage gebracht.

Eine ganze Reihe von Patienten, darunter ich, empörten sich nach der Pressemitteilung des NRW-Innovationsministers Prof. Dr. Pinkwart vom 16.05.2007 zunächst durch persönliche Schreiben, als auch durch offene Briefe sowohl an ihn persönlich, als auch an die Klinik- bzw. Universitätsadministration über die Art und Weise, wie hier massive Vorverurteilungen stattfanden. Allen diesen Schreiben ist eines gemeinsam: Sie wurden nicht beantwortet. - Ein Jahr lang nicht, bis heute!

Verdacht des Organhandels

Nur wenige Tage nach der initialen Pressemitteilung des NRW-Innovationsministeriums berichteten Medien über ein weiteres Ermittlungsverfahren gegen den Chirurgen. So bestünde der Verdacht eines möglichen Verstoßes gegen das Transplantationsgesetz. Bereits seit 2006 würde die Staatsanwaltschaft im Fall einer griechischen Patientin ermitteln, deren Söhne angeblich 60.000 Euro gezahlt hätten, damit ihre Mutter auf der Warteliste bevorzugt eine Leber erhielte. Broelsch bestreitet auch dieses. Geld habe er nicht entgegen genommen, und die Patientin sei nicht transplantiert worden. Von diesen Vorwürfen habe er erst aus der Presse erfahren!


Untersuchungsbericht


Die Leitung der Universität Duisburg-Essen reagierte mit einer Presseerklärung vom 22.05.2007 und kündigte öffentlich die Einsetzung einer Untersuchungskommission zur Klärung der Verdachtsmomente betrefflich angeblicher Verstöße gegen das Transplantationsgesetz an. Der Untersuchungsbericht ist inzwischen seit langem fertig gestellt, entlastet Prof. Dr. Broelsch und Mitarbeiter vom Vorwurf bevorzugter Organvergaben vollumfänglich und ist von der Uniklinik bislang n i c h t veröffentlicht worden.

Fraglich ist, ob der Bericht denn der Staatsanwaltschaft vorgelegen ist, als diese im Oktober 2007 eine gemeinsame Durchsuchungsaktion der mit der Polizei in Essen, Düsseldorf, Duisburg, Hamburg und Mönchengladbach zu der zahlreiche Medien offenkundig - von wem auch immer- eingeladen und rechtzeitig angereist waren. Auf jeden Fall hätte der Bericht der Staatsanwaltschaft vor dem Termin der Durchsuchung vorgelegen haben können. Er war Monate zuvor fertig gestellt.


Durchsuchung


Detailliert listete die Staatsanwaltschaft der Öffentlichkeit in einer Pressemitteilung die Verdachtsmomente gegen Prof. Dr. Broelsch und Mitarbeiter auf, die diesen spektakulären Schritt aus ihrer Sicht erforderlich machten. Auch die Universitätsleitung gab im Anschluss an die Durchsuchung eine erneute Pressemitteilung heraus. In der hieß es, Prof. Broelsch werde vom Dienst suspendiert.


Klinik ergriff zuvor Massna


Offenbar hatte die Leitung der Uniklinik mit einer Durchsuchung gerechnet und Maßnahmen ergriffen auf ein solches Vorgehen zu reagieren. Der inzwischen neu ernannte ärztliche Direktor der Klinik, Prof. Dr. G. Holtmann erklärte der Öffentlichkeit in einem Interview mit der Essener NRZ bereits einen Tag nach der Durchsuchung: 'Aber das kommt ja für uns nicht überraschend Betrefflich der Situation der Klinik für Allgemein-, Viszeral-, und Transplantationschirurgie nach der Suspendierung des Direktors kündigte er operative und weitere personelle Konsequenzen an. Ein kommissarischer Direktor wurde neu ernannt. Einen Tag später wurde eine Oberärztin beurlaubt.

Der Öffentlichkeit gegenüber hatte der ärztliche Direktor in dem NRZ-Interview v. 10.10.2007 diesbezüglich erläutert: Bereits 'vier Wochen' vor der Suspendierung Prof. Broelschs habe das Dekanat und der Vorstand der Klinik 'eine Entscheidung getroffen, die richtungsweisend war. ]Wir werden eine neue Professur einrichten für Krebs- und Transplantationschirurgie.' - Diese neue Professur ist bis heute nicht besetzt! Zum Zeitpunkt des Interviews war bereits einer der führenden internationalen Essener Spezialisten für die Lebend-Lebertransplantation in ein anderes Klinikum gewechselt.


Kündigungswelle


Dieser Wechsel dieses Arztes an eine Londoner Klinik war der Beginn eines massenhaften Exodus der international höchst angesehen Spezialisten im Bereich der Leberchirurgie, insbesondere der Lebend-Lebertransplantation. Prof. Dr. Holtmann dazu im NRZ-Interview: 'Wir haben Chirurgen hier, die werden auch ins Ausland berufen. Unsere Mitarbeiter haben einen hohen Marktwert, weil sie Know-How haben.' So kann man das natürlich auch sehen. Inzwischen sind nicht weniger als fünf, darunter leitende, Oberärzte zuzüglich Prof. Broelsch seit dem Beginn der Ermittlungen nicht mehr für das Klinikum tätig. Vier davon kündigten nach Broelschs Suspendierung.


Keine Lebend-Leberspenden mehr


Seit diesem Zeitpunkt, bis heute, ist keine einzige Lebend-Lebertransplantation bei einem Erwachsenen mehr in Essen durchgeführt worden. Sämtliche der weltbekannten chirurgischen Spezialisten für diese Operationsmethode, welche Menschen in Anbetracht des Mangels an Spenderorganen Verstorbener vor dem drohenden Tod auf der Warteliste bewahren kann (jeden Tag sterben allein in Deutschland statistisch 3 Patienten, weil ihnen nicht mehr rechtzeitig ein Spenderorgan zugeteilt werden kann), sind inzwischen in nicht mehr in Essen tätig. Die Links auf der Website der weltbekannten, und in solcher Weise auch einzigartigen, klinischen Forschergruppe 117 'Optimierung der Leber-Lebendspende', eine von nur drei hoch spezialisierten Forschungsschwerpunkten, bzw. Gruppen des gesamten Uniklinikums Duisburg-Essen, sind seit einiger Zeit so genannte 'Deadlinks'. Gleiches trifft auf die Webadresse der Transplantationsklinik selber zu.


Was wird aus den Patienten?


Die Patientinnen und Patienten des Uniklinikums Essen, die sich dort vor diesen dramatischen Ereignissen um die Suspendierung bzw. des Weggangs sämtlicher chirurgischer Spezialisten für diese Operationsmethode einer Lebend-Lebertransplantation unterzogen, sind auf eine weitere Betreuung angewiesen. Sie haben darauf vertraut, dass dieses im Klinikum auch möglich ist. Aus aller Welt kamen diese schwerstkranken, auf eine Lebend-Leberspende als letzten Ausweg angewiesenen Patienten mit ihren Spendern nach Essen. Dazu die Klinik: 'Das Transplantationszentrum in Essen begann als erstes mit dieser Entwicklung und hat mit weit über 100 bisher durchgeführten Leberlebendspenden große Erfahrung in der erfolgreichen Durchführung dieser Technik. 2003 wurde mehr als ein Viertel aller Leberlebendspenden in Deutschland in Essen durchgeführt. Die Zahl der Organe, die durch Lebendspende zur Verfügung gestellt werden, ist in Essen doppelt so hoch wie im Durchschnitt aller anderen Transplantionszentren Deutschlands.' Betrefflich der Spendernachbetreuung hatten die Spender gemäß dem deutschen Transplantationsgesetz vor der Spender-OP, mit der sie ihr Leben aufs Spiel gesetzt haben, obligat zu unterschreiben, dass sie sich ihr gesamtes Leben diesbezüglich nachbetreuen lassen, sonst wäre die Spender-OP unzulässig. Wofür eigentlich dieses Gesetz und die Unterschrift, wenn in der gesamten Klinik, in der die Spender-OP geleistet wurde, kein einziger chirurgischer Spezialist dafür mehr vorhanden ist?

Und so schließt sich der Kreis: Vor einem Jahr, als alle Spezialisten noch in Essen tätig waren, forderte NRW-Minister Pinkwart mit Blick auf die 'klipp und klar' unrechte, wenn auch bisher unbewiesene, (illegale) Spendenpraxis in seiner Presseerklärung: 'Alle Patienten, die in ähnlicher Weise geschädigt wurden, sind aufgerufen, sich umgehend mit der Leitung des Universitätsklinikums in Verbindung zu setzen.' Mit Blick auf die öffentlichen Vorwürfe angeblicher Wartelistenmanipulatione ztiiert die in Magdeburg erscheinende 'VOLKSSTIME' am 11.09.2007: 'Nordrhein-Westfalens Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann ( CDU ) sprach von einem `Schaden, der mit Geld nicht zu beziffern ist ´. Durch `enorme kriminelle Energie´ seien Transplantationen in Misskredit gebracht worden.' Auch diese Vorwürfe sind anderthalb Jahre nach Beginn der Ermittlungen nicht bewiesen oder auch nur zur Anklage gebracht worden. Mit Blick auf das NRZ-Interview mit dem neuen ärztlichen Direktor des Uniklinikums Duisburg-Essen, Prof. Dr. Holtmann, vom 10.10.2007 kann gesagt werden, dass die Uniklinik in dem Untersuchungsbericht keine Unregelmäßigkeiten diesbezüglich feststellen konnte. Auch war dieser Verdacht nicht einmal mehr Grund einer Durchsuchung in Essen, Düsseldorf, Mönchengladbach, Duisburg und Essen, wenngleich dies dem ärztlichen Direktor vielleicht entgangen sein mag, als er einen Tag nach der Durchsuchung der Staatsanwaltschaft 'ein ganz anderes Instrumentarium' zur Wahrheitsfindung diesbezüglich konstatierte, als den nicht weniger als sechs Professoren der Uniklinik, die zuvor in einem Untersuchungsbericht zur gemeinsamen und abschließenden Überzeugung kamen, diese Vorwürfe seien unbegründet und falsch: Sind demzufolge beschlagnahmte Akten und Computer also irgendwie anders, als wenn sie noch nicht beschlagnahmt sind?


Fazit


Bislang, gibt es im Gegensatz zu allen anders lautenden Kolportagen, inzwischen meiner Meinung nach allerdings de Facto geschädigte Patienten. Dies sind die Lebend-Leber-Spender und Empfänger aus aller Welt, denen die behandelnden Essener Ärzte, welchen sie ihr Leben anvertrauten, in Essen abhanden gekommen sind. Auf Spezialisten für die Leber-Lebendspende sind diese um ihres Lebens Willen angewiesen. Ich selber wäre in Anbetracht der mit der Spender-OP und deren Folgen verbundenden Gefahr für Gesundheit und Leben niemals hingegangen, und hätte mich operieren lassen, wenn ich nicht damals darauf, so wie es auch das Transplantationsgesetz vorschreibt, vertrauen durfte, dass die Nachbetreuung mein Leben lang von international renommierten Spezialisten für die Leber-lebendspende durch das Klinikum gesichert ist!

Zurück zum Anfang: Das Problem der 67 jährigen Krebspatientin aus Bocholt, deren OP-Termin angeblich wegen Bettenmangel dreimal abgewiesen wurde, hätte ganz anders gelöst werden können. Dessen waren sich sowohl Prof. Dr. Broelsch, als auch der vormalige ärztliche Direktor der Klinik, Prof. Dr. Havers, genauso wie zwei vormalige NRW- Ministerpräsidenten bzw. der ehemalige Bundespräsident bewusst, als sie noch gemeinsam um Spenden für die Aufstockung der Klinik um zwei Etagen warben. Ein weiterer Spendenwerber darin machte diesbezüglich sogar richtig Karriere im Klinikum, als ihm die Uni kürzlich zunächst eine Ehrendokterwürde verlieh, und dann am 22.04.2008 zum neuen Aufsichtsratsvorsitzenden des Klinikums gewählt hat.

Also: Hoffnung für Patienten, wie die 67 jährige Bocholter Krebspatientin künftig im aufgestockten Essener Klinikum sofort einen Platz zu bekommen (und nicht 3 Tage später in Münster)? Hoffnung auch für die Lebend-Leberspende-Patienten aus aller Welt, die sich künftig z. B. im Ausland von den abgewanderten Spezialisten transplantieren und nachbetreuen lassen können.

Ach so: Wie hoch ist eigentlich der aktuelle Spendenstand für die Aufstockung der Essener Transplantationsklinik, die ja insbesondere mit der Spezialisierung der Lebend-Leberspende begründet wurde? Jetzt, wo seit der Suspendierung von Prof. Broelsch keine einzige Lebend-Lebertransplantation mehr in Essen vorgenommen worden ist, mithin der ursprüngliche Grund für die Aufstockung womöglich mangels Personal weggefallen ist, könnte man doch ggfls. diese Spendengelder an diejenigen auszahlen, denen 'klipp und klar' Unrecht geschehen ist. Für Reisekosten.

von Ulrich Coppel


Hinweis: Die diesem Artikel zugrunde liegenden Quellen spiegeln den Kenntnis- bzw. Sachstand des Autors zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder. Dies ist der 13.05.2008. Die Quellen stammen aus dem Internet und sind mit auf der Originmalseite mit Links zu den Texten unterlegt, aus denen zitiert wurde. Die Links führten zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Artikels auf die zugrunde gelegten Quellen. Die Originalseite des Artikels auf der Homepage des Autors ist: http://ulrich-coppel.de/www.ulrich-coppel.de/Transplantation/3CD324BF-23E6-4636-917B-A81FE727DE46.html .Für etwaige Löschung oder Änderung dieser Quellen übernimmt der Autor keine Haftung.

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