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Zwei der drei Angeklagten bestreiten jegliche Tatbeteiligung - Dritter Angeklagter schweigt

Prozess um Mord an Kurdin hat begonnen



Prozess um Mord an Kurdin hat begonnen ©ddp
06.11.2009 14:37:07 - Im Prozess um die Ermordung einer 20-jährigen Kurdin aus Rees
(Kreis Kleve) haben zwei der drei Angeklagten zum Auftakt des
Verfahrens am Freitag vor dem Landgericht Kleve jegliche
Tatbeteiligung bestritten.


Rees/Kleve (ddp-nrw). Im Prozess um die Ermordung einer 20-jährigen Kurdin aus Rees (Kreis Kleve) haben zwei der drei Angeklagten zum Auftakt des Verfahrens am Freitag vor dem Landgericht Kleve jegliche Tatbeteiligung bestritten. Sowohl der 49-jährige Vater des Opfers als auch ein 32-jähriger Bekannter der Familie ließen der Jugendstrafkammer des Gerichts über ihre Anwälte ausrichten, dass sie mit dem Mord Anfang März in einem Waldstück bei Rees nichts zu tun hätten. Der ebenfalls angeklagte Drillingsbruder des Opfers wollte zum Prozessauftakt selbst keinerlei Angaben zu den Vorwürfen machen.
Die Staatsanwaltschaft dagegen geht von einem gemeinschaftlichen Mord aus. Der Bruder und der Vater sollen den Angaben zufolge beschlossen haben, die junge Frau zu töten, um die Ehre der Familie wiederherzustellen. Vor der Tat sollen sie erfahren haben, dass die Frau eine Abtreibung gehabt hatte.
Auf Initiative des Vaters hin sollen sein 20-jähriger Sohn und der Bekannte der Familie die 20-jährige Gülsüm unter einem Vorwand in ein Waldstück gelockt, dort bis zur Bewusstlosigkeit gedrosselt und die junge Frau erschlagen haben.
Der zuständige Staatsanwalt sagte bei der Verlesung der Anklage, die beiden Männer hätten das Gesicht des Opfers durch Schläge bis zur Unkenntlichkeit entstellt. Die Frau sei an schwersten Schädelverletzungen gestorben. Vater und Sohn brachen während der Verlesung der Anklage immer wieder in Tränen aus.
Vonseiten der Angeklagten räumte nur der Verteidiger des 20-jährigen Sohnes am Rande des Prozesses ein, dass sein Mandant an der Tat beteiligt gewesen sei. Die beiden anderen Beschuldigten wollen weder am Tatort gewesen sein noch von der geplanten Tat gewusst haben. Sein Mandant habe von Anfang an gesagt, er habe mit dem Mord nichts zu tun, erklärte der Anwalt, der im Prozess den angeklagten Vater der jungen Frau vertritt. Ziel sei ein Freispruch, sein Mandant sitze unschuldig in Untersuchungshaft.
Ähnlich äußerte sich auch der Anwalt des 32-jährigen Bekannten der Familie. Er sei nicht am Tatort gewesen und könne von daher nicht bestraft werden, hieß es vonseiten des Verteidigers. Allerdings müsse geklärt werde, wie ein Knopf von der Jacke des Angeklagten an den Tatort gelangt sei. Für die Staatsanwaltschaft ist dies ein wichtiges Indiz dafür, dass der 32-Jährige an der Tat offenbar beteiligt war.
Die Ermittler gehen zudem davon aus, dass der Vater des Opfers zumindest von der Tat wusste, in den Plan eingeweiht oder sogar der Anstifter war. So soll er kurz vor dem Mord mehrfach mit seinem Handy seinen Sohn angerufen haben. Allerdings geht die Staatsanwaltschaft davon aus, dass der Vater nicht selbst am Tatort war.
Der Prozess soll am kommenden Dienstag (10. November) mit den ersten Zeugenaussagen fortgesetzt werden. Insgesamt hat das Landgericht Kleve zehn Verhandlungstage angesetzt. Mit dem Urteil wird frühestens Mitte Dezember gerechnet. Allen drei Angeklagten droht im Falle einer Verurteilung wegen Mordes eine lebenslange Freiheitsstrafe.
(ddp)



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