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Schwangerschaft selbst im Familienkreis nicht bemerkt

Zeugen: Mutter der toten Zwillinge war vor Niederkunft im Skiurlaub



Zeugen: Mutter der toten Zwillinge war vor Niederkunft im Skiurlaub ©ddp
05.11.2009 14:40:03 - Die wegen der Tötung ihrer Zwillinge vor Gericht stehende Studentin aus Biesenthal soll kurz vor der Niederkunft noch im Skiurlaub gewesen sein. Das hätten die Mutter und ein Bruder der Angeklagten geäußert, sagten Polizeibeamte, die die Familie nach der Tat befragt hatten, am Donnerstag vor dem Landgericht Frankfurt (Oder) als Zeugen aus.


Frankfurt (Oder) (ddp-lbg). Die wegen der Tötung ihrer Zwillinge vor Gericht stehende Studentin aus Biesenthal soll kurz vor der Niederkunft noch im Skiurlaub gewesen sein. Das hätten die Mutter und ein Bruder der Angeklagten geäußert, sagten Polizeibeamte, die die Familie nach der Tat befragt hatten, am Donnerstag vor dem Landgericht Frankfurt (Oder) als Zeugen aus. Die 22-Jährige habe laut dem Bruder unauffällig und gesund gewirkt. Weder die Eltern noch der Bruder hätten bemerkt, dass sie schwanger gewesen sei.
Die Anklage wirft der Studentin zweifache Kindstötung vor. Sie soll in der Nacht zum 25. März einen Jungen nach der Geburt erstickt und einen weiteren Jungen noch im Mutterleib umgebracht haben. Die Eltern und der Bruder der Angeklagten kündigten an, von ihrem Zeugnisverweigerungsrecht Gebrauch zu machen und deshalb im Prozess nicht auszusagen. Sie stimmten am Donnerstag aber zu, dass ihre Aussagen aus dem Ermittlungsverfahren verwertet werden dürfen.
Laut den Akten sagte der Vater, er habe sich gewundert, dass die Tochter fülliger geworden sei. Sie habe auf seine Fragen geantwortet, sie habe mit dem Rauchen aufgehört und zudem viel gegessen. Zwei Tage vor der Niederkunft soll die Angeklagte nach Befragungsprotokollen des Bruders und der Mutter dann über starke Bauchschmerzen geklagt haben. Einen Arztbesuch habe sie aber abgelehnt und lediglich eine Schmerztablette genommen.
Die Angeklagte selbst gab am Tag nach der Tat laut verlesenen Aktenauszügen an, in den vergangenen Jahren unregelmäßig ihre Periode bekommen und daher von der Schwangerschaft nichts mitbekommen zu haben. Die Frau war nach einem weitgehenden Geständnis zu Prozessbeginn nach über sieben Monaten aus der Untersuchungshaft entlassen worden.
Der Prozess wird am 23. November fortgesetzt. Die Urteilsverkündung ist für den 25. November vorgesehen.
(ddp)



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