Kapitän schreibt E-Mail - «Wir können nicht mehr» - Seit
Freitag offenbar wieder Verhandlungen
Lage auf «Hansa Stavanger» immer dramatischer Zweite Zusammenfassung
05.07.2009 14:29:01 -
Hamburg (AP) Drei Monate nach der Entführung des deutschen Frachters «Hansa Stavanger» vor Somalia wird die Lage an Bord immer dramatischer. In einer verzweifelten E-Mail bat der deutsche Kapitän jetzt Bundeskanzlerin Angela Merkel um Hilfe. «Wir können nicht mehr», hieß es nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins «Der Spiegel» in dem Schreiben: «Wir haben kein Wasser, kein Essen, keine Medikamente». Die Mannschaft sei emotional und physisch am Ende.
Das Containerschiff der Hamburger Reederei Leonhardt & Blumberg mit insgesamt 24 Seeleuten an Bord war am 4. April von Piraten vor der somalischen Küste aufgebracht worden. Neben dem Kapitän kommen noch vier leitende Offiziere aus Deutschland. Der Schiffsführer schrieb an Merkel: «Wir bitten Sie höflich, aber entschieden, uns zu helfen und unseren Reeder dazu zu bewegen, dieses verrückte Spiel zu beenden.
Die Kanzlerin selbst bekräftigte, sie habe volles Vertrauen in den Krisenstab. Die Bundesregierung forderte zugleich alle Beteiligten auf, «ihrer Verantwortung gerecht zu werden», wie Regierungssprecher Ulrich Wilhelm der «Bild am Sonntag» sagte.
Ende April hatte die Regierung wegen Sicherheitsbedenken einen Kampfeinsatz der Anti-Terroreinheit GSG-9 zur Befreiung der «Hansa Stavanger» abgebrochen. Die Geheimoperation einer 200 Mann starken Spezialeinheit wurde wegen zu hoher Risiken für das Leben der 24 Geiseln und der Polizisten eingestellt.
Laut «Spiegel» gestalten sich die Lösegeldverhandlungen schwierig, weil die Piraten immer wieder neue Forderungen stellen. Zuletzt sei der Kontakt zwischen den Tätern und der Reederei drei Wochen komplett unterbrochen gewesen. Seit vergangenem Freitag werde aber wieder verhandelt.
Der Kapitän schrieb dem Magazin zufolge in seiner Mail, die Mannschaft und er könnten nicht glauben, dass ihr Leben und Leiden weniger wert sei als Geld: «Wir sind alle verzweifelt, und einige von uns sind sogar krank.
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