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Rund 1000 Autonome liefern sich Straßenschlacht mit der Polizei - 100 Festnahmen

Wieder Randale beim Hamburger Schanzenfest



05.07.2009 14:20:03 - Wie bereits in den Vorjahren ist es beim Hamburger Schanzenfest
in der Nacht zu Samstag erneut zu Krawallen gekommen. Rund 1000
Autonome lieferten sich bis zum frühen Sonntagmorgen
Straßenschlachten mit der Polizei. Nach einem zunächst friedlichen
Straßenfest mit rund 10 000 Besuchern wurden Beamte mit Steinen,
Flaschen und Signalmunition attackiert.


Hamburg (ddp-nrd). Wie bereits in den Vorjahren ist es beim Hamburger Schanzenfest in der Nacht zu Samstag erneut zu Krawallen gekommen. Rund 1000 Autonome lieferten sich bis zum frühen Sonntagmorgen Straßenschlachten mit der Polizei. Nach einem zunächst friedlichen Straßenfest mit rund 10 000 Besuchern wurden Beamte mit Steinen, Flaschen und Signalmunition attackiert. Dabei sei auch ein Molotowcocktail auf die Polizisten geworfen worden.
Nach Polizeiangaben wurden bei den Krawallen mehr als 30 Beamte verletzt, 9 davon sind vorläufig dienstuntauglich. Bei den rund sechsstündigen Auseinandersetzungen nahm die Polizei 86 Personen fest, weitere 18 Menschen wurden in Gewahrsam genommen. Etwa 1800 Beamte waren im Einsatz.
Polizeisprecher Ralf Meyer sprach am Sonntag von dem «befürchteten Ausmaß» der Auseinandersetzung. «Allerdings war die Aggressionsbereitschaft spürbar höher als in den Vorjahren», sagte er. So hätten sich viele Teilnehmer offenbar gezielt auf die Krawalle vorbereitet und unter anderem Utensilien für die Herstellung von Molotow-Cocktails sowie sogenannte Nebeltöpfe mitgebracht.
Die Ordnungskräfte gingen mit Schlagstöcken und Wasserwerfern gegen die vorwiegend jugendlichen Randalierer vor und räumten die Straße vor dem Autonomenzentrum «Rote Flora». Dabei wurden auch mehrere Autonome verletzt. Vor einer Polizeiwache wurde ein Streifenwagen angezündet, mehrere Müllcontainer und Straßenbarrikaden aus Baumaterialien brannten.
Bei zwei vorläufig festgenommenen Jugendlichen, die aus Berlin angereist waren, stellte die Polizei in einem Rucksack einen mit einer Zeitschaltuhr versehenen Sprengsatz sicher. Bereits in den vergangenen Jahren war es im Anschluss an das Schanzenfest häufig zu Ausschreitungen gekommen. Die Polizei zeigte sich aber überrascht vom Gewaltpotenzial der Randale in diesem Jahr.
Hamburgs Innensenator Christoph Ahlhaus (CDU) verurteilte die gewaltsamen Ausschreitungen scharf. «Diesen gewaltbereiten Straftätern ging es nur um Störung und Krawall und sonst gar nichts», sagte er. Es sei richtig gewesen, den Autonomen mit besonders stark aufgestellten Polizeikräften zu begegnen. «Wir werden es auch in Zukunft nicht tolerieren, wenn extremistische Straftäter Steine, Flaschen und Brandsätze auf Einsatzkräfte schleudern und dabei die Gesundheit und das Leben von Menschen aufs Spiel setzen.»
(ddp)



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