Laut Vernehmungsprotokollen nach seiner Festnahme
Saddam Hussein fĂŒrchtete den Iran mehr als die USA
02.07.2009 15:31:03 -
Washington (AP) Saddam Hussein hat die Welt bezĂŒglich seines Waffenarsenals offenbar bewusst irregefĂŒhrt, weil er den Iran fĂŒrchtete. Dies geht aus Vernehmungsprotokollen der US-Bundespolizei FBI hervor, die am Mittwoch ins Internet gestellt wurden. Demnach rĂ€umte der frĂŒhere irakische Staatschef nach seiner Festnahme im Dezember 2003 ein, die Absichten des damaligen US-PrĂ€sidenten George W. Bush unterschĂ€tzt zu haben.
Er habe geglaubt, die USA planten nur einen eingeschrĂ€nkten Angriff auf sein Land, wird Saddam Hussein zitiert, der spĂ€ter von der irakischen Justiz zum Tode verurteilt und Ende Dezember 2006 gehenkt wurde. Einen solchen begrenzten MilitĂ€rschlag habe er bewusst in Kauf genommen, um dem Iran nicht zu offenbaren, dass er ĂŒberhaupt keine Massenvernichtungswaffen besitze. Denn in diesem feindlichen Nachbarland habe er die gröĂte Bedrohung gesehen.
Das Nationale Sicherheitsarchiv, ein regierungsunabhĂ€ngiges US-Forschungsinstitut, hat auf der Basis des Gesetzes zur Informationsfreiheit eine Zusammenfassung der Vernehmungsprotokolle erhalten und auf seiner Website veröffentlicht. Demnach tat Saddam Hussein Osama bin Laden als Eiferer ab. Er selbst habe den Chef des Terrornetzwerks Al Kaida nie getroffen und auch nie mit ihm gegen die USA zusammengearbeitet, wird der gestĂŒrzte irakische PrĂ€sident weiter zitiert.
Die Auffassung der US-Behörden, dass der Irak Massenvernichtungswaffen besitze und Terrororganisationen wie Al Kaida unterstĂŒtze, galt seinerzeit als Hauptgrund fĂŒr die US-Invasion im MĂ€rz 2003.
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