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Wirtschaft & Industrie
Im Prozess gegen S. geht es um Untreue in 58 Fällen Plädoyers im Siemens-Untreue-Prozess erwartet
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| Plädoyers im Siemens-Untreue-Prozess erwartet ©ddp |
(PR-inside.com 23.07.2008 21:51:03) - Im Untreue-Prozess gegen den ehemaligen Siemens-Direktor Reinhard
S. werden am Donnerstag (9.30 Uhr) vor dem Landgericht München die
Plädoyers erwartet. Das Urteil soll nach Angaben des Gerichts am
kommenden Montag fallen. Im Prozess gegen S. geht es um Untreue in
58 Fällen.
München (ddp). Im Untreue-Prozess gegen den ehemaligen Siemens-Direktor Reinhard S. werden am Donnerstag (9.30 Uhr) vor dem Landgericht München die Plädoyers erwartet. Das Urteil soll nach Angaben des Gerichts am kommenden Montag fallen. Im Prozess gegen S. geht es um Untreue in 58 Fällen.
Der
frühere Manager der Siemens-Telekommunikationssparte Com hat gestanden, zwischen 2001 und 2004 für Siemens ein System schwarzer Kassen aufgebaut und verwaltet zu haben. Durch Scheinberaterverträge und Briefkastenfirmen flossen Provisionszahlungen ins Ausland, die dazu dienten, Aufträge zu erlangen. Insgesamt sollen bei Siemens rund 1,3 Milliarden Euro dubiose Zahlungen getätigt worden sein.
S. gilt als Kronzeuge in der Siemens-Schmiergeldaffäre. Er hat der Staatsanwaltschaft mehrere Ordner mit Beweismaterial zur Verfügung gestellt. Im Laufe des Prozesses schilderten er und ein ehemaliger Kollege detailliert, wie sich der Konzern über Jahre mittels Provisionszahlungen Aufträge verschaffte. Laut S. gab es solche Geldflüsse bereits in den 80er Jahren. Korruption im Ausland ist in Deutschland erst seit 1998 strafbar. S. wurde seiner Aussage zufolge 2000 von einem Vorgesetzten dazu aufgefordert, die schwarzen Kassen zu übernehmen. Er entwickelte anschließend ein ausgeklügeltes System, um die Zahlungen zu verschleiern.
Auch ehemalige Mitglieder des Siemens-Zentralvorstands waren als Zeugen geladen, darunter der langjährige Siemens-Chef Heinrich von Pierer. Er verweigerte jedoch ebenso wie andere Ex-Top-Manager die Aussage. Der Angeklagte ging in seiner Aussage davon aus, dass der Zentralvorstand von den Schmiergeld-Machenschaften gewusst habe. Die Staatsanwaltschaft ermittelt in der Affäre gegen rund 300 Beschuldigte.
(ddp)
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