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Wirtschaft & Industrie
Mittelhessischer Supermarkt führt das Bezahlen per Fingerabdruck ein Ohne Portemonnaie, Plastikkarte und Pinnummer
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| Ohne Portemonnaie, Plastikkarte und Pinnummer ©ddp |
(PR-inside.com 07.12.2006 17:34:03) - Kein ungeduldiges Kramen nach passenden Cent-Münzen, kein
verschämtes Grübeln nach der Pinnummer - stattdessen einfach den
Zeigefinger auf die münzgroße Glasfläche legen und den Piep
abwarten. In einem Supermarkt im mittelhessischen Großen-Buseck
können Kunden seit Donnerstag erstmals in Hessen ihre Einkäufe per
Fingerabdruck bezahlen - ohne Portemonnaie, ohne Plastikkarte und
ohne Pinnummer.
Großen-Buseck (ddp-hes). Kein ungeduldiges Kramen nach passenden Cent-Münzen, kein verschämtes Grübeln nach der Pinnummer - stattdessen einfach den Zeigefinger auf die münzgroße Glasfläche legen und den Piep abwarten. In einem Supermarkt im mittelhessischen Großen-Buseck können Kunden seit Donnerstag erstmals in Hessen ihre Einkäufe per Fingerabdruck
bezahlen - ohne Portemonnaie, ohne Plastikkarte und ohne Pinnummer.
Der Entwickler des «digitPROOF»-Systems, Ulrich Kipper, erklärt, wie´s geht: Zunächst werde mittels Sensoren ein digitaler Fingerabdruck des Kunden erstellt und dieser als abstrahiertes Muster mitsamt Kontodaten in einer Datenbank abgelegt. Später beim Bezahlen wird der an der Kasse erfasste Finger mit dem Originalabdruck verglichen, und bei Übereinstimmung wird der Rechnungsbetrag vom Bankkonto des Kunden abgebucht.
Marktleiter Steffen Preiss hofft, dass mittelfristig drei von vier Stammkunden per Fingerdruck bezahlen. In Probeläufen sei das System bis zu fünfmal schneller gewesen als das Bezahlen mit EC-Karte oder Bargeld. «Wir brauchen von unseren Kunden nur einmal einen Musterabdruck und die Einwilligung zur Datenspeicherung und dem Lastschriftverfahren», erklärt Preiss.
Das für den Datenschutz in der Privatwirtschaft in Hessen zuständige Regierungspräsidium (RP) Darmstadt kündigte unterdessen an, die Anlage in den nächsten Tagen unter die Lupe zu nehmen. «Biometrische Systeme haben in der Regel nämlich eine hohe Fehlerquelle», sagt RP-Mitarbeiter Ralf Menger. Bedenken, die Informationen könnten anderweitig verwendet werden, seien unnötig, betont jedoch Kipper. Die Fingerdaten seien verschlüsselt.
Neu ist der biometrische Fingerabdruck nicht: In Bayern ist das System nach Herstellerangaben bereits in 100 Supermärkten installiert. Und auch in einer Heilbronner Kneipe müssen Stammgäste nicht mehr anschreiben lassen, es reicht, den Finger zitterfrei auf die Scannerfläche zu drücken.
So faszinierend das biometrische Zahlsystem ist, so skeptisch sind viele Menschen aus Angst vor Datenklau und Betrug. Eine Anleitung für Computerhacker im Internet beschreibt in zwölf Schritten, wie Fingerscanner mittels einer Fingerkuppe aus Maskenkleber überlistet werden können. «digitPROOF»-Chef Kipper versichert jedoch: «Unser System erkennt nur menschliche Finger." Außerdem: Beim Bezahlen im Supermarkt stehe ja immer das Kassenpersonal an der Seite. «Die Missbrauchgefahr ist weitaus geringer als bei einer EC-Karte», betont er.
Heinrich Ihmor vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BIS) betont, viele vom BSI untersuchte Sensoren erfüllten die Sicherheitsstandards des FBI. «Uns ist bislang kein Betrugsfall bekannt», so Ihmor. «Allerdings ist Technik nie hundertprozentig sicher.» Eine Pflicht, die Geräte durch das BIS vorab testen zu lassen, bestehe nicht. Daher sei eine Studie geplant, um gemeinsam mit Hochschulen und Unternehmen zu untersuchen, inwieweit Fingerabdrücke fingiert werden können.
(ddp) © ddp
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