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Kunst

Geissler & Sann

neue Fotografien von Geissler & Sann bei ftc. Berlin


neue Fotografien von Geissler & Sann bei ftc. Berlin

(PR-inside.com 17.11.2009 16:13:13)

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Geissler & Sann – the real estate
20. November 2009 – 30. Januar 2010



„the real estate“
Bestimmter Artikel
Weder künstlich, betrügerisch noch täuschend
Das Ausmaß, die Qualität, die Erscheinungsform und der Umfang des Eigeninteresses an Land oder anderem Eigentum
(Definition Merriam-Webster Dictionary, 2009)

Innerhalb der letzten Monate haben sich im globalen Kapitalismus beängstigende Probleme aufgetan, die
nicht zuletzt auch durch den amerikanischen Immobilienmarkt ausgelöst wurden. Sowohl in städtischen, wie auch in ländlichen Gegenden Nordamerikas mussten hunderttausende Eigentümer ihre Häuser zwangsversteigern. Rückblickend deutet dieser Umstand sehr konkret die Beziehung zwischen globalisierter Welt und der Frage nach einem menschlichen Zufluchtsort und Beheimatung an.

Die Fotografie-Serie „the real estate“ des in Chicago lebenden Künstlerpaares Beate Geissler und Oliver Sann, dokumentiert nicht nur die leerstehenden Gebäude, sondern nimmt auch Bezug auf die gescheiterten Biografien, die diesen verlassenen Häusern eingeschrieben sind.
Beispielhaft verdeutlicht die Serie sowohl ein sozial und politisch engagiertes, wie auch ein zeitspezifisches Verständnis von künstlerischer Produktion und Schaffen.
Es ist auf eine sehr extreme Art und Weise konsequent: spezifische Beispiele repräsentieren die vielseitigen Auswirkungen des kapitalistischen Prozesses und dessen Einflüsse, die sich in den individuellen Biografien manifestieren.
Augenscheinlich besteht die Serie aus einer speziellen „sezierenden“ Grausamkeit – einer Grausamkeit, deren Notwendigkeit sowohl auf der inhaltlichen Ebene, wie auch in der ästhetischen Präsentation der Arbeiten ihre Legitimation findet. Die Behausung ist allein in ihrer Zerstörung und im Verlust des Obdachs präsent: Hier kann von Seiten eines ästhetischen Diskurses keine erklärende Einsicht erwartet werden.
Nichtsdestotrotz spricht die Serie auch von einer sehr präzisen – man mag sagen zärtlich-genauen – Beobachtung. Insofern ist sie aus ästhetischer Sicht ein Ausgleich zwischen sezierend-exakter Grausamkeit und empathischer Anteilnahme. Womöglich erwirkt genau diese Balance zwischen zwei so gegensätzlichen Polen die Wahrnehmung ästhetischer Unbestimmtheit.

Zuletzt weist dies auch auf eine zweite Dimension von Universalität hin, die latent in der Arbeit „the real estate“ von Geissler & Sann präsent ist. Bestreiten sie doch damit die führenden Argumente von Kants ästhetischer Lehre, indem sie herausstellen, dass die Struktur der Universalität nicht so sehr einem Effekt des Rückzuges des Individuums und Desinteresses entspringt. Vielmehr sind ihre Arbeiten Ausdruck einer Möglichkeit, die paradoxerweise genau in dem Moment ihrer Offenlegung verborgen bleibt. In diesem Sinne ermöglicht das ästhetisch Einzigartige die Betonung bestimmter Aspekte des ästhetisch Universalen und bringt so diese Möglichkeit ans Licht.

Auszug aus dem Essay "There is no Good Housing in the Estate of the Real. Universality and the Ambivalence of Aesthetic Indeterminacy" von Prof. Dr. Johan Frederick Hartle, University of Amsterdam.

Geissler & Sann leben und arbeiten in Chicago, USA.


Ausstellungsdauer 20.11.2009 – 30.01.2010
Öffnungszeiten Di-Sa 11-18 Uhr
Kontakt: Judith Wiedenhöft| Tel. +4930 25294095 | wiedenhoeft@ft-contemporary.com

Autor:
Judith Wiedenhöft
e-mail
Web: www.ft-contemporary.com
Telefon: 03025294095


Erklärung: Der Autor versichert, dass die veröffentlichten Inhalte in dieser Pressemitteilung der Wahrheit entsprechen und dem gesetzlichen Urheberrechte unterliegen.



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