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Gesundheit & Medizin

Wirtschaftskammerpräsident Peter Nemeth lehnt eine Ausgleichstaxe für ältere Arbeitnehmer ab und kritisiert die "Frühpensionskultur" in Österreich.

Nemeth zur Pensionsdebatte: Ruhestand ist nicht Ziel des Lebens


© OTS

(PR-inside.com 10.02.2012 09:35:07) - Kein Unternehmen wird es sich in Zukunft leisten können, dass die besten Leute zu früh in den Ruhestand gehen. Eine ganze Reihe von Betrieben hat die Zeichen der Zeit bereits erkannt und gute Ansätze für eine Personalpolitik gefunden, die ältere Mitarbeiter stärker in den Mittelpunkt rückt - von Maßnahmen der betrieblichen Gesundheitsvorsorge bis hin zu Arbeitszeiten, die auf das Alter abgestimmt sind. "Eine verpflichtende Ausgleichstaxe für Ältere lehne ich deshalb ab, zumal neue Strafzahlungen keinen über 60-Jährigen auch tatsächlich in dauerhafte Beschäftigung bringen", so WK-Präsident Peter Nemeth. "Es sind die Rahmenbedingungen, die diese Gruppe am Arbeitsmarkt benachteiligen. Wir brauchen adäquate Jobs für ältere Arbeitnehmer und müssen noch mehr auf Rehabilitation setzen, und nicht die Pension als Ziel des Lebens definieren."

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Anstatt über Strafzahlungen nachzudenken, sollte beispielsweise bei der Qualifikation Älterer angesetzt werden. Ab 45 Jahren geht die Weiterbildungs-beteiligung signifikant zurück, ab 55 Jahren ist sie kaum mehr vorhanden. Eine weitere "Baustelle" sei - so Experten - das in den Kollektivverträgen verankerte Senioritätsprinzip, also das sprunghafte Ansteigen der Löhne mit dem Alter. So entstehe auf der Kostenseite ein großes Problem für die Betriebe, das die Bereitschaft,
ältere Personen einzustellen bzw. längerfristig im Betrieb zu halten, dämpfe. Nemeth:"Ältere müssen für Betriebe günstiger werden, wobei es nicht darum geht, das Lebenseinkommen zu kürzen, sondern die Einkommenskurve zu verflachen. Auch bei den Lohnnebenkosten sollte es zu spürbaren Entlastungen bei der Gruppe der Über-60-Jährigen kommen, wie etwa auch der Pensionsexperte Bernd Marin kürzlich wieder vorgeschlagen hat." Die Vorteile: Neben der höheren Attraktivität Älterer für den Arbeitsmarkt würde auch das Pensionssystem entlastet, wenn diese Beschäftigungsgruppe länger im Erwerbsprozess bleibt. Genau darum geht es ja auch der Arbeitnehmerseite, die jedoch einen Aspekt unter den Tisch fallen lässt: Die niedrige Erwerbsquote älterer Arbeitnehmer in Österreich hängt auch damit zusammen, dass man in Österreich - wie kaum in einem anderen Land - die Pension regelrecht ansteuert. Laut einer Eurobarometer-Studie sind die Menschen in anderen EU-Ländern eher bereit, länger zu arbeiten als bei uns. In Österreich hat sich eine Frühpensionskultur eingeschlichen, für die die Betriebe auf gar keinen Fall die überwiegende oder gar alleinige Schuld tragen. "Es geht in Österreich nicht nur ums Nicht-Können, sondern auch ganz klar ums Nicht-Wollen", so Präsident Nemeth. Rückfragehinweis: Dkfm. Harald Schermann T+43(5)90907-4510, F+43(5)90907-4515 E Mail: harald.schermann@wkbgld.at wko.at/bgld Digitale Pressemappe: www.ots.at/pressemappe/13731/aom *** OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT *** OTS0034 2012-02-10/09:30

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