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Politik

Gegner und Befürworter der geplanten neuen Moschee demonstrieren in Köln

Mit dem Kreuz voran


Mit dem Kreuz voran
Mit dem Kreuz voran ©ddp

(PR-inside.com 16.06.2007 17:01:01) - Gegner und Befürworter der geplanten Kölner Moschee haben am
Samstag im Kölner Stadtteil Ehrenfeld demonstriert. Im Umfeld von
mehreren Kundgebungen wurden nach Angaben der Polizei bis zum
Nachmittag etwa 100 Personen in Gewahrsam genommen.

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Köln (ddp-nrw). Gegner und Befürworter der geplanten Kölner Moschee haben am Samstag im Kölner Stadtteil Ehrenfeld demonstriert. Im Umfeld von mehreren Kundgebungen wurden nach Angaben der Polizei bis zum Nachmittag etwa 100 Personen in Gewahrsam genommen. Die rechtspopulistische «Bürgerbewegung pro Köln» hatte seit Wochen bundesweit
für ihre «Anti-Moschee-Demonstration» geworben. Schließlich fanden sich etwa 200 Moscheegegner zu dem Umzug zusammen, dem symbolträchtig ein Kreuz voran getragen wurde. Auf dem ersten Transparent war das Zitat «Es gibt kein Grundrecht auf dem Bau einer Großmoschee» des Publizisten Ralph Giordano zu lesen. Der «pro Köln»-Vorsitzenden Markus Beisicht ließ es sich später bei der Abschlusskundgebung nicht nehmen, Giordano als «Tabubrecher» bei der Moscheefrage zu danken. Der Schriftsteller wiederum hat Pro Köln als die «lokale zeitgenössische Variante des Nationalsozialismus» charakterisiert, die ihn bei sich bietender Gelegenheit «in eine Gaskammer stecken» würde. Zur Unterstützung der Moscheegegner waren der Vorsitzende der rechten Freiheitlichen Partei Österreichs (FPÖ), Heinz-Christian Strache, und Bart Debie, Antwerpener Stadtrat des rechten Vlaams Belang nach Köln gekommen. Es gehe ihm darum, die europäische «Kultur, Heimat und Identität für unsere Kinder und Kindeskinder» zu bewahren, sagte Strache der ddp. Er wolle, dass in Köln die Dom-Glocken und nicht der Ruf des Muezzin zu hören sei: «Der Kulturkampf mit dem Islam hat längst begonnen.» Der Ex-Polizist Bart Debie sprach sich generell gegen Moscheen in Zentraleuropa aus: «Der Islam ist dabei, unsere Städte und Gemeinden einzunehmen.» Schon am frühen Morgen hatten rund 1000 Polizeibeamte aus ganz Nordrhein-Westfalen die Straßen entlang der Demonstrationstrecke gesichert. Zahlreiche Geschäfte hatten außerplanmäßig geschlossen, etliche Schaufensterscheiben waren mit Sperrholzplatten gesichert. Begleitet von einer Polizeihundertschaft zogen die Moscheegegner durch nahezu menschenleere Straßen. Immer wieder war aus geöffneten Fenster «Nazis raus! »-Rufe zu hören, allerdings gab es auch Zustimmung für die Moschee-Gegner. Als eine Frau vom Fenster aus «Wir alle wählen Euch!» rief, klatschten die Pro Köln-Aktiven. Zwei Mal versuchten Gegendemonstranten, den Umzug zu blockieren, in beiden Fällen wurden die Gegner von der Polizei abgedrängt. Auch der Versuch der vom G8-Gipfel bekannten Clown-Demonstranten, den Zug zu stören, wurde von der Polizei im Keim erstickt. Die geschminkte und kostümierte Gruppe wurde eingekesselt, bis die Moschee-Gegner weiter gezogen waren. Vor dem Beginn des Umzugs der «Bürgerbewegung pro Köln» hatten mehrere hundert Sympathisanten eines antifaschistischen Bündnisses gegen den rechten Aufzug demonstriert. Dabei wurden nach Polizeiangaben auch Rauchbomben geworfen. Eine nicht angemeldete Demonstration der NPD wurde von der Polizei aufgelöst, 17 Teilnehmer in Gewahrsam genommen. 30 von außerhalb angereisten Anhängern der rechten Szene wurde verboten, die Stadt Köln zu betreten. Sie mussten umgehend wieder mit Zügen abreisen. Mehrere Personen aus dem Umfeld des antifaschistischen Bündnisses randalierten nach dem Ende ihrer Kundgebung in einer Kölner Einkaufsstraße. Etwa 70 Personen wurden hier zur Überprüfung der Personalien festgesetzt. Gleichzeitig demonstrierte ein Bündnis aus DGB, den Kirchen sowie Parteien und Verbänden in Ehrenfeld für den Moscheebau und gegen Rechts. «Wir wollen ein positives Zeichen für einen zivilen und konstruktiven Umgang mit dem Moscheebau setzen», sagt der Kölner DGB-Vorsitzende Wolfgang Uellenberg-van Dawen. Nach Angaben der Polizei besuchten mehrere hundert Teilnehmer die Kundgebung mit ihrem umfangreichen Kulturprogramm. (ddp)

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