(PR-inside.com 10.11.2009 14:40:14) - Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hält die weltweite
Wirtschaftskrise noch lange nicht für überwunden. Die
Arbeitslosigkeit werde weiter steigen, und die volle Wucht der Krise
werde Deutschland erst im kommenden Jahr treffen, sagte sie am
Dienstag im Bundestag in ihrer Regierungserklärung.
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Berlin/Mannheim (ddp). Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hält die weltweite Wirtschaftskrise noch lange nicht für überwunden. Die Arbeitslosigkeit werde weiter steigen, und die volle Wucht der Krise werde Deutschland erst im kommenden Jahr treffen, sagte sie am Dienstag im Bundestag in ihrer Regierungserklärung. Um die Krise zu
bewältigen, schließt die Regierung offenbar weitere Staatshilfen nicht aus. Unterdessen trübten sich die mittelfristigen Konjunkturerwartungen von Finanzanalysten und institutionellen Investoren im November stärker als erwartet ein.
Der Deutschlandfonds für Unternehmen werde «gegebenenfalls angepasst», kündigte Merkel an und forderte zudem die Banken auf, Kredite zu vergeben, da die Kreditwirtschaft im Kern eine «dienende Funktion» für den Wirtschaftskreislauf habe.
Der sogenannte Konjunkturindex des Zentrums für europäische Wirtschaftsforschung (ZEW), der die Erwartungen von Finanzexperten dokumentiert, sank im November von 56,0 Punkten im Vormonat auf 51,1 Punkte. Experten hatten im Schnitt nur mit einem Rückgang auf 54,0 Punkte gerechnet.
«Der Aufwärtstrend der Erwartungen ist vorerst unterbrochen«, sagte ZEW-Präsident Wolfgang Franz in Mannheim. Unsicher sei im Moment vor allem die Entwicklung des privaten Konsums. Das Institut erhebt den sogenannten ZEW-Konjunkturindex, für den monatlich rund 300 Analysten und institutionelle Anleger befragt werden. »Die befragten Finanzmarktexperten signalisieren damit, dass es aus ihrer Sicht im nächsten Jahr zunächst keinen starken Wachstumsschub geben wird», erläuterte Franz. Vielmehr gehe die konjunkturelle Erholung in kleinen Schritten voran. Unsicher sei im Moment die Entwicklung des privaten Konsums, denn ein allmählich wieder ansteigendes Preisniveau sowie die unsichere Arbeitsmarktsituation könnten den Konsum dämpfen.
Carsten Brzeski von der ING Bank sprach nach dem zweiten Rückgang des ZEW-Index infolge von «etwas realistischeren Erwartungen der Finanzanalysten hinsichtlich des Konjunkturausblicks». Andererseits habe der Index der Konjunkturlage den höchsten Stand seit Januar 2009 verzeichne. «Der drehende Lagerzyklus, die sich füllenden Auftragsbücher und die sich beschleunigende globale Nachfrage deuten darauf, dass der positive Schwung auch im vierten Quartal anhalten wird», sagte Brzeski.
UniCredit-Volkswirt Andreas Rees führte den Rückgang der Konjunkturerwartungen auf die Kursverluste im Deutschen Aktienindex (DAX) sowie darauf zurück, dass die befragten Analysten das Ende des Lagerzyklus sowie das Auslaufen der staatlichen Konjunkturprogramme im kommenden Jahr «eingepreist» hätten.
(ddp)
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