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Wirtschaft & Industrie

Pharmig: SGKK-Sparprojekt ist Aut idem durch die Hintertür

Medikamenten-Lotterie in Salzburg


pressetext Nachrichtenagentur GmbH

(PR-inside.com 20.10.2009 13:51:02)

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Wien (pts/20.10.2009/13:40) - Im Praxistest zeigt die angebliche 'Sparvereinbarung' zwischen Salzburger Gebietskrankenkasse und Ärztekammer massive Schwächen. Viele Medikamente, die laut Ökonomieliste verordnet werden müssen, sind in Apotheken nicht lagernd und können nicht abgeben werden. Damit der Patient nicht leer ausgeht, haben die Apotheker jetzt eine Zusatzvereinbarung erreicht: Der Apotheker darf in diesen Fällen ein anderes bis zu 35 Cent teureres Medikament verordnen und die Anordnung

des Arztes missachten. Pharmig-Generalsekretär Jan Oliver Huber: "In Salzburg dürfen heute also auch Apotheker verordnen. Das ist Aut idem durch die Hintertür. Welches Medikament der Patient am Ende erhält, wird zur reinen Lotterie. Das ist ein schwerer Anschlag auf das Vertrauensverhältnis zwischen Patient und Arzt."

Patientensicherheit bleibt auf der Strecke

Die Ökonomieliste macht es dem Patienten unmöglich, den Überblick über die Medikamententherapie zu behalten. Das wird sich negativ auf die Therapietreue auswirken. Huber: "Der durchschnittliche 70-jährige Patient hat sieben Medikamente. Durch die Ökonomieliste kann es ihm passieren, dass monatlich eines ausgetauscht wird. Das verwirrt jeden Patienten." Es muss eine klare Regelung geben, wer in Österreich Medikamente verschreiben darf. "Wie soll sich der Patient auskennen, wenn einmal der Arzt und ein andermal der Apotheker verordnet. Noch vor einem Jahr haben die Ärzte lautstark gegen eine Aut idem-Regelung demonstriert. Jetzt ist sie in Salzburg still und heimlich eingeführt worden."

Ökonomieliste betrifft 91 Wirkstoffe

Auch wenn es die Salzburger Gebietskrankenkasse vehement bestreitet, die Patienten werden durch die Sparmaßnahme klar schlechter behandelt. Insgesamt betrifft die Ökonomieliste 91 Wirkstoffe. Die größten Einschränkungen gibt es bei Herz-Kreislaufpräparaten, Antibiotika, Psychopharmaka sowie Medikamenten zur Behandlung von Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren. Hier gibt es nur mehr eine sehr kleine Auswahl an Arzneimitteln. Manche Wirkstoffe dürfen laut Ökonomieliste gar nicht mehr verordnet werden. "Wegen ein paar Cent sollen viele bewährte Arzneimittel auf einmal nicht mehr verschrieben werden. Um ein paar beim Namen zu nennen: Parkemed, Voltaren und viele andere Medikamente gibt es in Salzburg nicht mehr auf Rezept! Das sind nur einige Beispiele für Auswirkungen des grotesken Sparwahns der SGKK", erklärt Huber abschließend. (Ende)

Aussender: Pharmig - Verband der pharmazeutischen Industrie Österreichs
Ansprechpartner: Abteilung Kommunikation
Tel.: +43 (1) 40 60 290
E-Mail: kommunikation@pharmig.at

[ Quelle: http://pressetext.com/news/091020027/ ]


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