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Amokläufer von Winnenden kündigte Tat im Internet an - 17-Jähriger war wegen Depressionen in Psychiatrie Von Oliver Schmale

«Mal richtig gepflegt grillen»


© AP

(PR-inside.com 12.03.2009 17:39:05)

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Waiblingen (AP) Der Amokläufer von Winnenden stellt die Polizei immer noch vor Rätsel. Tim K. sei ein verschlossener und stiller Mensch gewesen, sagte der Leiter der Staatsanwaltschaft Stuttgart, Siegfried Mahler, am Donnerstag in Waiblingen. Er habe nicht viele, aber einige freundschaftliche Kontakte gehabt, auch eine harmlose Freundschaft mit einem Mädchen. Doch hinter der unscheinbaren Fassade des 17-Jährigen sah es ganz anders aus. Für Landespolizeipräsident Erwin
Hetger entsprach er dem Profil eines klassischen Amokläufers. Tim K. litt unter Depression und war deshalb im Jahr 2008 mehrere Monate lang in stationärer psychiatrischer Behandlung. In einem Internet-Chat kündigte er seine Tat an, schrieb laut Polizei an einen Gleichaltrigen aus Bayern: «Scheiße Bernd, es reicht mir, ich habe dieses Lotterleben satt, immer das selbe - alle lachen mich aus, niemand erkennt mein Potenzial. Ich meine es ernst Bernd - ich habe Waffen hier, und ich werde morgen früh an meine frühere Schule gehen und so mal richtig gepflegt grillen.» In dem Chat nannte der Amokläufer auch Winnenden als den Ort für die Tat. Dort wütete er dann wenige Stunden später an der Albertville-Realschule, tötete acht Schülerinnen, einen Schüler und drei Lehrerinnen. Tim K., der in der Schule im vergangenen Jahr seinen Abschluss gemacht hatte, verbrachte viel Zeit am Computer. «Er beschäftigte sich auch mit Gewaltspielen», sagte Mahler. Unter anderem auch mit «Counterstrike», einem Spiel das als gewaltverherrlichend kritisiert wird. Auch Pornobilder habe man auf dem Rechner von Tim K. gefunden. Zwtl: Tischtennis und Armdrücken Mit Waffen konnte Tim K. umgehen, wie Landesinnenminister Heribert Rech berichtete. Er sei ein guter Schütze gewesen. Schießen lernte er offenbar von seinem Vater. Er sei Gastschütze in dem Verein seines Vaters gewesen. Die Wirtin des Vereinsheims beschrieb Tim K. als freundlich und unauffällig. Die Familie des Täter war gut in das Vereinsleben ihres Heimatortes integriert. In jüngeren Jahren spielte Tim K. Tischtennis und seit drei Jahren hatte er sich dem Kraftsport verschrieben. Genauer gesagt Armdrücken, wie Mahler weiter berichtete. Die Depression des jungen Mannes sollte ambulant in einer psychiatrischen Klinik in der Nähe der Schule weiterbehandelt werden, sagte Mahler. Auf der Flucht erschoss Tim K. einen Klinikbeschäftigten. Ein Zusammenhang gebe es aber nicht, sagte Mahler.

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