(PR-inside.com 19.06.2007 21:21:03) - Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Karl
Lehmann, hat vor einer gleichgültigen Haltung des Staates gegenüber
den christlichen Kirchen in Deutschland gewarnt. Die «richtig
verstandene Neutralität des Staates» müsse gegenüber den
christlichen Kirchen «eher fördernd und wohlwollend sein», betonte
Lehmann am Dienstag in Karlsruhe laut einem Redemanuskript.
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Karlsruhe (ddp). Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Karl Lehmann, hat vor einer gleichgültigen Haltung des Staates gegenüber den christlichen Kirchen in Deutschland gewarnt. Die «richtig verstandene Neutralität des Staates» müsse gegenüber den christlichen Kirchen «eher fördernd und wohlwollend sein», betonte Lehmann am Dienstag in Karlsruhe laut einem Redemanuskript. Staatliche Neutralität dürfe «nicht mit Gleichgültigkeit und unreflektierter Toleranz gegenüber dem Wirken von Religionen
in der Gesellschaft verwechselt werden».
Lehmann äußerte sich in diesem Zusammenhang enttäuscht über Aussagen von Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD). Die Ministerin hatte im Dezember 2006 in ihrer «Berliner Rede zur Religionspolitik» gesagt, dass Religion «weitgehend zur Privatsache der einzelnen Staatsbürger geworden» sei.
Lehmann nannte es eine Tatsache, dass die christlichen Kirchen und das Christentum «eine prägende Rolle» nicht nur in der Geschichte Europas, sondern «bis in die Gegenwart hinein» hätten. Die tiefe kulturelle Verknüpfung des Christentums könne «nicht einfach ignoriert werden».
Skeptisch äußerte sich der Kardinal zu einer möglichen Verleihung des Körperschaftsstatus an den Koordinierungsrat der Muslime. Die christliche Kirche rage durch den Status der Körperschaft des öffentlichen Rechtes «aus der Sphäre des Privaten hervor», ohne dass sie in die Ebene der Staatlichkeit eingegliedert werde. Es verbiete sich, «diesen Status relativ beliebig zu verleihen». Lehmann sprach beim ersten Empfang der Bischöfe für die obersten Bundesgerichte.
(ddp)
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