PR-inside.com
DeutschEnglish
Mit unserem RSS-Feed sind Sie immer auf dem neusten Stand
rss feed


Mehr Informationen
Nachrichten

Latenter Antisemitismus in heimischen Medien


© apa
Latenter Antisemitismus in heimischen Medien
Antisemitismus Nebengeräusch von Occupy-Diskurs
APA (Archiv/EPA)

(PR-inside.com 09.02.2012 11:16:07) - Antisemitische Äußerungen finden wieder öfter den Weg in heimische Medien - selten offen manifest, dafür latent oder codiert. So lautet das Kernfazit einer zwei Jahre laufenden Studie (2009-2011) des Wiener Instituts für Konfliktforschung (IKF) und des Instituts für Zeitgeschichte der Universität Wien. Bei dem Projekt wurde der Mediendiskurs vor dem Hintergrund der Finanzkrise durchleuchtet.

Drucken Ausdrucken
(Wien | APA | 2012-02-09 11:14) Antisemitische Äußerungen finden wieder öfter den Weg in heimische Medien - selten offen manifest, dafür latent oder codiert. So lautet das Kernfazit einer zwei Jahre laufenden Studie (2009-2011) des Wiener Instituts für Konfliktforschung (IKF) und des Instituts für Zeitgeschichte der Universität Wien. Bei
dem Projekt wurde der Mediendiskurs vor dem Hintergrund der Finanzkrise durchleuchtet. Anders als etwa im internationalen Vergleich finden sich im österreichischen Mediendiskurs wenig offen antisemitische Einstellungen, stellt die Soziologin Karin Stögner im Gespräch mit der APA fest. Nach dem Holocaust sei offener Antisemitismus in Österreich tabuisiert worden. Während der Berichterstattung über die "Occupy"-Bewegung gelangten allerdings durchaus antisemitische Stereotype wie die des "gierigen Juden" oder der "jüdischen Weltverschwörung" wieder an die Oberfläche. Latenter Antisemitismus komme gut ohne Referenzen zu realen Personen aus, erklärt Stögner. Denn dieser ginge oft mit anderen Kategorien wie Sexismus oder Nationalismus einher, die als "Deckmantel für Antisemitismus" und als Ausdruck von Judenfeindlichkeit fungieren, da etwa Sexismus in der heutigen Gesellschaft weniger stigmatisiert sei. Als Beispiel nennt Stögner die Berichterstattung rund um die österreichische Bankerin Sonja Kohn, die mit den Betrugsfällen rund um Bernard Madoff in Verdacht steht. Ohne Zusammenhang mit Finanzkrise und Anlegerbetrug hätte die Berichterstattung in einigen österreichischen Medien immer wieder Weiblichkeitsstereotype verwendet - und dabei explizit erwähnt, dass Kohn Jüdin ist. Man könne auch einen gewissen Zusammenhang zwischen Globalisierungskritik und Antisemitismus in den Debatten der "Occupy"-Bewegung beobachten, "wo Banken mit Juden identifiziert werden und in einem Aufwasch auch gleich die Verbotsgesetze infrage gestellt werden", führt Stögner mit Verweis auf den mittlerweile suspendierten WU-Professor Franz Hörmann aus. Dies betreffe aber selbstverständlich wiederum nicht die "gesamte Globalisierungskritik".

Erklärung: Das Copyright für sämtliche Nachrichten und Bilder, die mit apa gekennzeichnet sind und auf PR-inside.com publiziert werden, obliegt der Nachrichtenagentur Austria Presse Agentur APA eG. Wenn Sie Fragen zu den veröffentlichten Meldungen haben, kontaktieren Sie bitte APA.
Aktuelle Nachrichten
Lesen Sie die aktuellsten Nachrichten
www.newsenvoy.com


AGB | Datenschutz | Impressum | Kontakt