Der Fall erinnert an den Foltermord von Siegburg in Nordrhein-Westfalen
«Focus»: Folter-Skandal im Jugendgefängnis Regis-Breitingen
(PR-inside.com 05.07.2009 14:18:01) - In der sächsischen Jugendhaftanstalt Regis-Breitingen ist ein
18-jähriger Häftling laut einem «Focus»-Bericht von Mitgefangenen
über Wochen hinweg gefoltert und beinahe in den Tod getrieben
worden. Wie das Nachrichtenmagazin berichtet, hat die
Staatsanwaltschaft Leipzig gegen zwei Tatverdächtige Anklage wegen
versuchten Mordes erhoben.
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München/Regis-Breitingen (ddp). In der sächsischen Jugendhaftanstalt Regis-Breitingen ist ein 18-jähriger Häftling laut einem «Focus»-Bericht von Mitgefangenen über Wochen hinweg gefoltert und beinahe in den Tod getrieben worden. Wie das Nachrichtenmagazin berichtet, hat die Staatsanwaltschaft Leipzig gegen zwei Tatverdächtige Anklage wegen versuchten Mordes erhoben. Den zur Tatzeit 15 und 24 Jahre alten Häftlingen werde vorgeworfen, ihren Mitgefangenen im Mai
2008 brutal misshandelt und zum Suizid gedrängt zu haben. Schließlich sollen die beiden Angeklagten versucht haben, ihr Opfer eigenhändig zu töten.
Ein Sprecher des Justizministeriums bestätigte auf ddp-Anfrage das Vorliegen einer Anklageschrift. Darin seien «im Großen und Ganzen» die in dem Bericht aufgeführten Vorwürfe enthalten, so etwa der Mordvorwurf. Zu weiteren Einzelheiten konnte der Sprecher zunächst nichts sagen.
Laut Bericht sollen die beiden Männer ihr Opfer im Duschraum mit kochendem Wasser übergossen und mit einem Besenstiel geschlagen haben. Zudem haben sie laut Anklage ihren Mithäftling an einen Stuhl gefesselt und ihm ein Handtuch über den Kopf geworfen. Anschließend sollen sie dem Opfer gemeinsam mit weiteren Häftlingen ein Hakenkreuz und SS-Runen auf den Oberkörper gemalt haben.
Die Beschuldigten sollen dem Mann zudem gedroht haben, dass russische Häftlinge ihn auf grausame Art töten wollten und bereits ein Kopfgeld auf ihn ausgesetzt sei. Aus Angst versuchte der 18-Jährige, sich in seiner Zelle zu strangulieren, überlebte jedoch. Daraufhin sollen die Angeklagte den Plan gefasst haben, den jungen Mann mit einem Gürtel zu erdrosseln. Trotz Atemnot gelang es dem Opfer, sich zu befreien und das Wachpersonal zu alarmieren.
Der Fall erinnert dem Bericht zufolge an den Foltermord von Siegburg in Nordrhein-Westfalen. Dort hatten drei Häftlinge im November 2006 einen Mitgefangenen zu Tode gequält.
(ddp)
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