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Politik

Merkel überquert historischen Grenzübergang an der Bornholmer Straße von Ost nach West

«Feiertag für ganz Europa»



(PR-inside.com 09.11.2009 19:38:04) - Ähnlich wie die Tausenden Ostdeutschen, die am 9. November 1989
nach Westen strömten, muss sich wohl auch Bundeskanzlerin Angela
Merkel (CDU) 20 Jahre später gefühlt haben. Im dichten Gedränge
schritt Merkel am Montagnachmittag über die Bösebrücke an der
Bornholmer Straße, wo am Abend des Mauerfalls der erste Schlagbaum
an der innerdeutschen Grenze geöffnet wurde.

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Berlin (ddp-bln). Ähnlich wie die Tausenden Ostdeutschen, die am 9. November 1989 nach Westen strömten, muss sich wohl auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) 20 Jahre später gefühlt haben. Im dichten Gedränge schritt Merkel am Montagnachmittag über die Bösebrücke an der Bornholmer Straße, wo am Abend des Mauerfalls der erste Schlagbaum an der innerdeutschen Grenze geöffnet wurde. Die Kanzlerin wurde
von prominenten Gästen begleitet, rund 200 Zeitzeugen, Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD), der frühere sowjetische Staatschef Michail Gorbatschow und der ehemalige polnische Präsident Lech Walesa waren dabei. Tausende Menschen hatten sich trotz regnerischen Wetters auf der Brücke versammelt, um den symbolträchtigen Gang sowie die Ansprache der Kanzlerin und des ehrenamtlichen Vorsitzenden des Vereins «Gegen Vergessen - Für Demokratie», Joachim Gauck, im Eingangsbereich der S-Bahn-Station Bornholmer Straße in der Mitte der Brücke mitzuerleben. Hören konnten sie sie jedoch lediglich über Lautsprecher, zu sehen war nichts. Denn obwohl die Menschenmenge lediglich durch eine Absperrung entlang der Straßenbahnschienen von dem Geschehen im Eingangsbereich der Station getrennt waren, versperrte ausgerechnet ein überdimensionales Poster mit einem Trabi die Sicht. Da halfen auch keine «Wir sind das Volk, daher holt uns jetzt rüber» oder «Holt den Trabi da runter»-Rufe, das Poster mit dem Motiv, das offenbar vor genau 20 Jahren ausgerechnet auf dieser Brücke aufgenommen worden war, blieb hängen. Merkel schien die Situation mit Humor zu nehmen, als sie auf die Rufe antwortete: «Das stimmt, wir sind das Volk und das freut mich auch, dass viele heute gekommen sind, auch wenn wir nicht alle sehen können.» Grund dafür sei ja wohl, dass es heutzutage mehr Fotografen gebe als noch vor 20 Jahren. Im Hinblick auf den Mauerfall erinnerte Merkel daran, dass dies das «Ergebnis einer langen Geschichte von Unfreiheit und Kampf gegen die Unfreiheit» gewesen sei. Zugleich mahnte sie, «bevor das Glück der Freiheit kam, haben viele auch gelitten.» An Gorbatschow gerichtet sagte sie, er habe es möglich gemacht, dass «sich bei uns etwas ändern konnte» und fügte hinzu: «Sie haben mutig die Dinge geschehen lassen und das war viel mehr als wir erwarten konnten.» Weil der neuen Generation «eingebettet in die Europäische Union die Welt ein Stück weiter offen steht», habe es sich gelohnt zu kämpfen, betonte Merkel. «Wenn wir heute in Deutschland diesen Tag feiern, dann ist das nicht nur ein Feiertag für die Deutschen, dann ist das ein Feiertag für ganz Europa, ein Feiertag für alle Menschen, die mehr Freiheit haben von Russland bis in viele Teile der Welt«, resümierte sie schließlich und erhielt zustimmenden Applaus der Menschenmenge. Und auch die Worte von Gauck trafen auf breite Zustimmung, als er sagte: »Unser ´Yes We Can´ heißt ´Wir sind das Volk´, wir haben es 89 gesprochen und wollen es niemals vergessen." (ddp)


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