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Edgar Selge und Michaela May sind in ihrem letzten «Polizeiruf» zu sehen
«Endspiel» für die Kommissare Tauber und Obermaier (PR-inside.com 05.11.2009 12:12:05) - Es herrscht Abschiedsstimmung beim bayerischen «Polizeiruf 110».
Der einarmige Kommissar Jürgen Tauber (Edgar Selge) und seine
Kollegin, die bodenständige Familienmutter Jo Obermaier (Michaela
May), lösen am Sonntagabend ihren 17. und
letzten gemeinsamen Fall. Der passende Titel für diesen
melancholischen Film von Regisseur Andreas Kleinert: «Endspiel».
München (ddp-bay). Es herrscht Abschiedsstimmung beim bayerischen «Polizeiruf 110». Der einarmige Kommissar Jürgen Tauber (Edgar Selge) und seine Kollegin, die bodenständige Familienmutter Jo Obermaier (Michaela May), lösen am Sonntagabend ihren 17. und letzten gemeinsamen Fall. Der passende Titel für diesen melancholischen Film von Regisseur Andreas Kleinert: «Endspiel».
Ein ehemaliger Mitarbeiter des Dezernats für organisiertes Verbrechen wird tot im
Wald gefunden. Der Fall sieht nach Selbstmord aus, doch der frühere Kollege des Toten, Matthias Kurtz (Wanja Mues), glaubt an ein Verbrechen. Er ist überzeugt, dass es sich um das Mordkomplott eines Herrn Kralewski handelt, den Kurtz für Münchens größten Drogenhändler hält.
Weder der Staatsanwalt noch Kommissarin Obermaier glauben ihm. Nur der sonst so misstrauische und in sich gekehrte Tauber lässt sich von dem jungen Kollegen in den Bann ziehen und begleitet ihn sogar bei illegalen nächtlichen Touren. Kurtz erinnert Tauber an seine Anfänge im Polizeidienst - mutig und frech. Obermaier missfällt das Verhalten ihres Kollegen: «Mir san seit neun Jahren ein Team, zumindest hab ich uns immer als Team verstanden. Das kann sich aber ganz schnell wieder ändern», schimpft sie.
Obermaier will sich bereits versetzen lassen, als Kurtz vor dem entsetzten Tauber einen Tatverdächtigen erschießt und ihn zum Komplizen erklärt. Der korrupte, junge Polizist hat Taubers Vertrauen missbraucht. Und dieser hat plötzlich alle gegen sich - bis auf Obermaier.
Es gibt eine Parallele zwischen Film und Realtität: So wie Tauber während der laufenden Ermittlungen plötzlich den Dienst quittiert, war es auch hinter der Kamera Edgar Selge, der als erster den Ausstieg aus der Krimireihe bekannt gab. Im Sommer 2006 kündigte er an, dass er ab 2009 nicht mehr den einarmigen Ermittler spielen werde.
Es sei an der Zeit gewesen, sich neu zu orientieren, sagt er im ddp-Gespräch. »Ich habe einfach nach zehn Jahren gemerkt, dass ich in erster Linie als Kommissar Tauber wahrgenommen werde: Die Leute kommen auf mich zu und sagen, wie schön, dass Sie zwei Arme haben.« Darüber hinaus sei es angesichts des »Überangebots an Krimis« im Fernsehen »sehr schwer, auf diesem Niveau weiterzumachen«.
Preisgekrönt ist der BR-«Polizeiruf» mit den beiden ungleichen Münchner Ermittlern. Neben den sorgsam gewählten Themen und der Verletzlichkeit der Figuren sieht Selge einen weiteren Grund für den Erfolg: «Wir haben viel von unserem eigenen Leben mit hinein gelassen. Die Tür, die so einen Film meist vom eigenen Leben trennt, die war teilweise weit offen.»
Am 14. Januar 2001 waren May und Selge mit dem Polizeiruf «Gelobtes Land» erstmals in der ARD zu sehen. Themen wie Mobbing bei der Polizei («Um Kopf und Kragen»), Schönheits-Operationen («Silikon Walli») oder zuletzt die Schwangerschaft einer jungen Frau mit Down-Syndrom, die darum kämpft, ihr Baby behalten zu dürfen («Rosis Baby»), wurden angesprochen.
Bei den Dreharbeiten zum «Endspiel» spürte May ein wenig Wehmut. «Es gab einen Moment, in dem ich es gar nicht erwartet habe, wo es plötzlich Tränen gab», sagt sie. Die Nähe, die sie mit Selge im Spiel gehabt habe, sei «extrem hoch» gewesen. So hoch, «dass wir am Ende nurmehr aufeinander reagiert haben».
Nach Selges angekündigtem Ausstieg hatte sie das Angebot, künftig als Polizeichefin weiterzumachen, abgelehnt. Heute ist May zufrieden mit der Entwicklung: «Ich bin seit über 40 Jahren dabei. Immer wenn eine Sache abgeschlossen war, ging eine Tür für etwas Neues auf. Das war auch diesmal so. Man wird ja doch relativ festgelegt als Kommissar.»
Gewünscht hätte May es sich allerdings, dass vielleicht noch mal eine andere Facette von Jo Obermaier zu sehen gewesen wäre - dass auch sie einmal «fehlbar» geworden wäre. «Also ein Fall, wo Obermaier wirklich mal an die Grenzen gegangen» und nicht als Mutter auszumachen gewesen wäre.
Der nächste BR-«Polizeiruf», «Klick gemacht», wird am 29. November im Ersten zu sehen sein. Es ist die erste und einzige Folge mit Schauspieler Jörg Hube in der Rolle des Kommissars Papen. Im Alter von 65 Jahren war Hube im Juni einem Krebsleiden erlegen. Stefanie Stappenbeck, an seiner Seite als Kommissarin Uli Steiger zu sehen, wird 2010 in zwei Fällen allein ermitteln. Danach übernimmt dann Schauspieler Matthias Brandt. Ob er allein oder im Duo Verbrechen aufklären wird, sei derzeit noch offen, sagt eine BR-Sprecherin. Stappenbeck werde dann nicht mehr dabei sein.
(ddp)
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