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Politik

Deutschland erfüllt Kyoto-Ziel - 4.000 Städte weltweit beteiligen sich an «Earth Hour»

Klima-Konferenz in Bonn soll Abkommen vorbereiten Überblick


© AP

(PR-inside.com 29.03.2009 17:30:03)

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Bonn/Chicago (AP) Mehr als 2.600 Delegierte aus 175 Ländern sind in Bonn zu Klimaverhandlungen zusammengekommen. Sie sollen die Weltklimakonferenz im Dezember in Kopenhagen vorbereiten, bei der ein Folgeabkommen zum Kyoto-Protokoll beschlossen werden soll. Deutschland hat 2008 seine Verpflichtungen im Klimaschutz sogar übererfüllt: Der Ausstoß von Klimagasen sank um 1,2 Prozent und erreichte einen Stand von 23,3 Prozent unter dem Wert von 1990. Versprochen worden war
im Kyoto-Protokoll eine Verminderung um 21 Prozent. Rund um den Globus wurden am Samstag in fast 4.000 Städten viele Lichter für eine Stunde ausgeschaltet. Das Treffen in Bonn ist das erste von drei geplanten UN-Konferenzen zur Vorbereitung des Weltklimagipfels. «Die erste Verhandlungsrunde in diesem Jahr ist entscheidend, um die Welt einer politischen Lösung für den Klimawandel näher zu bringen», erklärte der Chef des UN-Klimasekretariats, Yvo de Boer. Geklärt werden müsse in den kommenden Klimarunden, zu welchen Verringerungen ihres CO2-Ausstoßes die Industrieländer bereit seien und wie sie die Anpassung an den Klimawandel sowie Schadensbegrenzung finanziell unterstützen wollten. Klarheit müsse es zudem darüber geben, was die Entwicklungsländer zur Begrenzung ihrer Emissionen unternehmen wollten. Angestrebt werde, bis Juni einen verhandlungsfähigen Entwurf für das Klimaabkommen vorzulegen, sagte Michael Zammit Cutojar, Vorsitzender eines der zwei wichtigen Verhandlungsforen. Der Vorsitzende des zweiten Verhandlungsforums, Harald Dovland, erklärte, einige Industrieländer wie Japan hätten sich noch nicht auf Klimaziele festgelegt. Die Karten müssten bis Juni auf dem Tisch liegen. Vor dem Tageszentrum protestieren Aktivisten der Umweltorganisation Greenpeace für einen besseren Klimaschutz. Zwtl: 23,3 Prozent weniger Klimagase in Deutschland als 1990 Bundesumweltminister Sigmar Gabriel erklärte am Sonntag: «Deutschland ist Vorreiter beim Klimaschutz und hat die Kyoto-Ziele bereits drei Jahre vor der Ziellinie erreicht.» Zieldatum für das Kyoto-Protokoll ist 2012. Die Verminderung wurde erreicht, obwohl der Energieverbrauch in Deutschland 2008 um etwa ein Prozent stieg und die Wirtschaft aufs ganze Jahr gerechnet um 1,3 Prozent wuchs. Hintergrund ist eine Verschiebung bei der Energieversorgung weg von klimaschädlicher Kohle hin zu Energiequellen mit weniger Emissionen. Laut Gabriel sank der Einsatz von Steinkohle um sieben Prozent, der von Braunkohle um 3,5 Prozent, jeweils im Vergleich zu 2007. Dafür wurde mehr Erdgas verheizt, das weniger Kohlendioxid freisetzt als Kohle. Der Anteil emissionsarmer erneuerbarer Energien wuchs um 7,3 Prozent auf nun 7,4 Prozent des Gesamtenergieverbrauchs. Insgesamt wurden aus deutschen Schloten und Auspuffen immer noch 945 Millionen Tonnen Klimagase - umgerechnet in sogenannte CO2-Äquivalente - in die Atmosphäre geblasen. Kohlendioxid (831,8 Millionen Tonnen) hatte daran mit rund 88 Prozent den größten Anteil. Die CO2-Emissionen allein gingen um 9,4 Millionen Tonnen oder 1,1 Prozent zurück. Beim ebenfalls sehr klimaschädlichen Methan gab es hingegen unterm Strich keinen Rückgang. Die Mengen der Klimagase PFC (minus 5,3 Prozent), HFC (plus 4,5 Prozent) und Schwefelhexachlorid (plus 2,8 Prozent) entwickelten sich unterschiedlich, wie es weiter hieß. Zwtl: Klima-Demonstration per Lichtschalter Am Samstag hatten Klimaschützer weltweit auf die Erwärmung der Erdatmosphäre hingewiesen, indem sie abends für eine Stunde das Licht löschten. Von den Chatham-Inseln im Pazifik über Neuseeland, Australien und Asien wanderte die Dunkelheit der «Earth Hour» zwischen 20.30 Uhr und 21.30 Uhr Ortszeit westwärts. Städte in 88 Ländern und allen Zeitzonen der Erde beteiligten sich an der von den UN unterstützten Aktion, zehn Mal so viele wie 2008. An vielen symbolträchtigen Orten gingen die Lichter aus, von den Pyramiden in Ägypten, der Athener Akropolis, dem Londoner Riesenrad und der Lichtermeile von Las Vegas bis zur Christusstatue in Rio de Janeiro. In Deutschland knipsten Hamburg und andere Städte die Lampen aus.

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