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Wirtschaft & Industrie
Rohrleitung des Düngemittelherstellers soll 400 Kilometer lang werden
K+S will Salz ab 2020 per Pipeline in die Nordsee pumpen (PR-inside.com 09.11.2009 16:57:03) - Die Pläne des Kasseler Düngemittelherstellers K+S für eine
Hunderte Kilometer lange Salz-Entsorgungspipeline an die Nordsee
nehmen allmählich konkrete Formen an.
Hannover/Brüssel (ddp-nrd). Die Pläne des Kasseler Düngemittelherstellers K+S für eine Hunderte Kilometer lange Salz-Entsorgungspipeline an die Nordsee nehmen allmählich konkrete Formen an. Wie das Bielefelder «Westfalen-Blatt» am Montag berichtete, soll die Rohrleitung 400 Kilometer lang werden und die Salzlauge ab 2020 entweder am Jadebusen bei Wilhelmshaven oder nördlich des Vogelschutzgebietes Alte Mellum ins Meer pumpen.
Widerstand gegen die
Pläne des DAX-Konzerns formiert sich vor allem in Niedersachsen. Nach Ansicht der SPD würde die Salz-Entsorgung in der Nordsee gegen EU-Richtlinien zur Verbesserung der Wasserqualität verstoßen.
Die Pipeline sichere die Reinhaltung der derzeit versalzenen Flüsse Werra und Weser, schreibt das «Westfalen-Blatt» unter Berufung auf den Runden Tisch «Gewässerschutz Werra/Weser und Kaliproduktion». Für die Nordsee sei die Aufnahme der Salzlauge dagegen kein ökologisches Problem.
Die Kosten für die Rohrleitung werden mit 500 Millionen Euro angegeben. Einen entsprechenden Vorschlag will der Runde Tisch am Dienstag in Kassel unterbreiten. Mitglieder des Runden Tisches sind Vertreter aus Politik und Wirtschaft, Ländern, Kommunen, Umwelt- und Fischereiverbänden.
Bereits am Montag befassten sich in Hannover die Vertreter der fünf Umweltausschüsse der Landtage der Weseranrainer-Bundesländer Bremen, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Thüringen mit dem Thema Salzeinleitungen. Die SPD im niedersächsischen Landtag kritisierte im Anschluss, dass weder die Ausführungen von K+S AG noch die Einlassungen des Vorsitzenden des Runden Tisches hätten inhaltlich überzeugen können - «sie blieben vielmehr ungenau», sagte der SPD-Abgeordnete Ronald Schminke.
K+S habe überraschenderweise auch noch eine Mitfinanzierung der Pipeline durch das Land Niedersachsen gefordert. Alle Parteien des Landes hätten darauf «mit Erstaunen» reagiert. Schminke äußerte ferner die Erwartung, dass die Pläne wegen «immenser Widerstände von Naturschutzverbänden und aus der Küstenregion schwer umzusetzen» sein würden.
Nach Überzeugung des niedersächsischen SPD-Europaabgeordneten Bernd Lange würde die Pipeline überdies gegen die EU-Wasserrahmenrichtlinie verstoßen. «Dieses Wassergrundgesetz der EU, an dem ich intensiv mitgewirkt habe, sieht vor, dass unsere Gewässer bis 2015 in einen guten Zustand zu überführen sind, eine Verschlechterung zu verhindern und eine schrittweise Reduzierung der Verschmutzung durchzuführen ist,» erkläre Lange.
Die Pipeline konterkariere diese Zielsetzung, argumentierte er. Lange wandte sich zwecks Klärung mit einer dringenden Anfrage zur Salzeinleitung in Werra und Weser an die Europäische Kommission in Brüssel.
(ddp)
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