wir verfolgen seit Jahren, den politischen Werdegang eines gewissen Herrn Kubilay Demirkaya, Vize-Vorsitzender der CDU Köln-Ehrenfeld, Leiter des Arbeitskreises „Integration , Aktivist in der Initiative „Mor Gabriel und Pressesprecher der Alevitischen Gemeinde in Deutschland.
Seine jüngsten Ausfälle gegenüber dem türkischem Generalkonsul Kivanc, mit Sitz in Düsseldorf, sind der Höhepunkt in einer Reihe von populistischen Aufmachern, die gezielt gegen türkische Mitbürger mit muslimischem
Hintergrund, insbesondere in Köln, gerichtet sind. Wir bedauern und sind zugleich empört über diese Entwicklung und fordern von der CDU-Köln eine klare Distanzierung von seinen bisherigen politischen Tätigkeiten, ganz besonders im Hinblick auf die folgenden Themen, die wir auch noch ansprechen werden.
Der Generalkonsul soll laut Kubilay Demirkaya, gleichzeitig Sprecher der Initiative „Mor Gabriel, bei einem Gespräch am 22.02.2009 mit armenischen, kurdischen, alevitischen und aramäischen Vereins- und Verbandsvertretern, die Deutschen verunglimpft haben. Herr Kivanc wies die Vorwürfe inzwischen entschieden zurück, als man diese Behauptung im Kölner Anzeiger am 27.04.2009 *1 in Erfahrung brachte. Einige Kreise versuchten durch derlei unwahre Behauptungen die deutsch-türkischen Beziehungen zu verschlechtern, heißt es in der schriftlichen Stellungnahme des Generalkonsuls.*2
Der sogenannte schriftliche Mitschnitt (Protokoll) dieser Aussage ist bisher nicht veröffentlicht worden. Wir wundern uns zudem, das sich Herr Demirkaya erst nach 2 Monaten dazu entschieden hat, diesen Vorfall der Presse bekannt zu geben; just zu dem Zeitpunkt, als man die Demonstration in Köln organisiert hatte. *3
Herr Kivanc ist unter den türkischen Migranten im Raum Düsseldorf sehr beliebt. Sein Wirken in der Integration von türkischen Migranten in der Gesellschaft sowie seine Reden, Auftritte und der Ruf im Bundesgebiet, sprechen für sich.
Desweiteren hat sich der Maler und Künstler Prof. Dr. h.c. Ismail Çoban zu Wort gemeldet und widersprach der Version von Kubilay Demirkaya. *4
Das ist aber nicht der einzige Anlaß, das uns bewogen hat, Sie aufzufordern und aufzuklären.
Herr Kubilay Demirkaya ist auch bekannt dafür, der türkischen DITIB ständig zu unterstellen, Sie wäre der verlängerte Arm des türkischen Staates und zugleich eine Gefahr für die Grundordnung der Bundesrepublik Deutschland, da die Türkei bereits islamisiert sei und zugleich mit den Grauen Wölfen zusammen arbeite. Wir weisen diese Anschuldigungen entschieden zurück.
Türkische Mitbürger muslimischem Glaubens, verkehren in diesen Anstalten nur aus religiösen Beweggründen und haben erfolgreich verhindert, das eine politische Instrumentalisierung der DITIB sowie seiner angeschlossenen Vereine erfolgt. Im übrigem möchten wir darauf hinweisen, das die DITIB nur die Imame zur Verfügung stellt, die Vereine aber von einfachen Mitbürgern gegründet, Moscheen durch Spenden errichtet wurden und sich freiwillig der Selbstkontrolle der DITIB unterstellten. Somit ist sicher gestellt, das etwaige religiöse Ströme bzw. Extremisten, keine Chance haben, die gesellschaftliche Ordnung zu stören. Zudem engagiert sich die DITIB in Zusammenarbeit mit dem Zentralrat der Muslime in Deutschland an einem Projekt das die BKA als „bewährt bezeichnet. Bereits seit 2005 ist unter dem Konzept Vertrauensbildende Maßnahmen ein Dialog zwischen Sicherheitskreisen und den muslimischen Verbänden entstanden, das weiterhin ausgebaut wird. Wir können deshalb den Aussagen des Herrn Kubilay Demirkaya nichts abgewinnen und sehen darin nur eine weitere Schmutzkampagne.*5
Darüber hinaus ist er mehrmals mit Äusserungen aufgefallen, die ein gesamtes Volk in Verruf bringt. Aus den Beiträgen im Internet-Forum der CDU-Köln kann man erkennen, was Herr Demirkaya über die Türkei und die Türken denkt. *6
Er vermittelte u.a. auch den Eindruck, die Demonstrationen auf der Domplatte in Köln Ende 2007 gegen die PKK, seien von rechtsextremen Migrantenorganisation veranstaltet worden. Auch wir waren einer der Veranstalter und verwehren uns entschieden gegen solche Verleumdungen.
Wir hatten bei dieser ersten Veranstaltung die Federführung übernommen, um u.a. den türkischen Jugendlichen; nach Herrn Demirkaya zu urteilen „Graue Wölfe Anhänger, die Möglichkeit zu geben, friedlich und entschieden Position zu beziehen. Wir sind nicht wie Herr Demirkaya behauptet, gegen Kurden aller Coleur, sondern gegen Terror und Vereinnahmung kurdischer Jugendlicher durch die PKK, insbesondere in Europa und versuchen, den Jugendlichen eine politische Selbstdisziplin nahe zu bringen.*7
Herr Demirkaya hat zudem mehrmals eine Verbindung zwischen der DITIB und den Grauen Wölfen hergestellt und alle in eine rechtsextremistische Ecke gedrängt. Seine Mitwirken mit der Pro-Köln in Zusammenhang mit dem Bau der Kölner Moschee waren bedenklich, doch trotz dieser Verbindungen haben sich Migrantenverbände zurück gehalten. *8
Wir können und wollen aber nicht weiter tatenlos zuschauen und werden erhebliche Schritte einleiten müssen, wenn die CDU-Köln sich nicht entschieden von den Äusserungen des Herrn Demirkaya distanziert. Wir behalten uns vor, die türkischen Migranten im Kölner Raum darüber gezielt zu informieren.
Wir möchten Sie auch über den Fall Mor Gabriel unterrichten, das auch von Herrn Kubilay Demirkaya instrumentalisiert wird.
Herr Demirkaya ist in dieser Initiative aktives Mitglied und hat das angebliche Ergebnis der Zusammenkunft von Konsul Kivanc und den Vertretern der Initiative an die Presse weitergeleitet.
Mor Gabriel ist eine christliche Kirche im südosten der Türkei und hat in Europa Schlagzeilen gemacht, da ein Rechtsstreit um Vermessungsergebnisse seit Monaten ausgefochten wird. Das Kloster soll demnach dem Ergebnis des Katasteramtes widersprochen haben. Ein Rechtstreit daß das Kloster angestrengt hatte, endete zu ungunsten des Klosters. Daraufhin soll das Kloster die umliegenden Dörfer angezeigt haben, die widerum das Kloster anzeigten. *9
Das Thema wurde aber in der europäischen Presselandschaft anders dargestellt und hat sich inzwischen derart hochgeschaukelt, das der Fall zu einer internationalen Debatte geführt hat, auch weil diverse Initiativen daran beteiligt waren. Inzwischen hat sich der türkische Ministerpräsident eingeschaltet und man versucht eine gütliche Einigung zu erzielen. *10
Die Initiative „Mor Gabriel sowie weitere Verbände und christliche Kirchen haben eine undiffenrenzierte Sichtweise an den Tag gelegt und werfen ständig Unwahrheiten in den Raum. Die angeblichen türkisch-islamistischen Machenschaften, die das Kloster Mor Gabriel bedrängen, verstärken den Eindruck, das die Islamisierung auch vor den Christen keinen Halt macht. Der angebliche zweite Genozid stehe bevor, so der Grundtenor.
Wir möchten darauf hinweisen, das trotz der strikt angewandten Gesetze in der Türkei, dem Kloster Mor Gabriel wie auch anderen Klöstern gestattet wurde, die christliche Lehre weiterhin zu unterrichten. Keine muslimische Gemeinschaft durfte oder darf in der Türkei ohne Zustimmung der Religionsbehörde, eigene Geistliche unterrichten bzw. ausbilden und in Moscheen einsetzen. Sie werden nur über die theologischen Universitäten ausgebildet und sind befähigt und befugt, eines der Moscheen in der Türkei oder in Europa zu leiten. Das Angebot des Präsidium für Religiöse Angelegenheiten gegenüber den christlichen Minderheiten, ein Studienfach für die christliche Lehre einzurichten, wurde jedoch bisher strikt abgelehnt. *11
Wir haben den Eindruck, das mit diesem Thema nicht nur die Türkei in den EU-Betrittsgesprächen torpediert werden soll, sondern insbesondere Populismus auf dem Rücken der türkischen Mitbürger in Deutschland betrieben wird, sprich Wahlkampf. Wir bedauern es sehr, das christliche Verbände sich zu solchen Aktionen verleiten lassen und haben die Befürchtung, das dies weiterhin wissentlicht fortgeführt wird. Trotz der immensen Fortschritte, die die Türkei in Zusammenarbeit mit dem christlichen Klerus in Europa zu verzeichnen hat, bewahrt die türkische Regierung weiterhin das Prinzip des Laizismus. Dieses Prinzp lässt keine Körperschaft des öffentlichen Rechts zu, weder der muslimischen Mehrheit, noch den christlichen Mitbürgern im Lande. Da die christlichen Vereinigungen aber weiterhin darauf beharren, als Körperschaft des öffentlichen Rechts anerkannt zu werden, bauen Sie auch keine Kirchen um im Umkehrschluss zu behaupten, man dürfe keine Kirchen errichten. Diese Behauptung ist unwahr und entbehrt jeglicher Vernunft.
Die ständigen Unwahrheiten in Europa haben dazu beigetragen, das sich muslimische wie christliche Bürger der Türkei misstrauisch gegenüber stehen. Darüber hinaus werden türkische Mitbürger in Deutschland gezielt damit konfrontiert und angefeindet. Ein friedliches Nebeneinander in Augenhöhe ist schier unmöglich geworden. Wir fordern daher, Unwahrheiten abzustellen und auch die türkische Position in den Darstellungen zu berücksichtigen. Wir fordern aber auch, eine verantwortungsvolle Politik, die sich Populisten entledigt und so den Frieden in der Gemeinschaft gewährleistet. Das Grundgefühl sehr vieler TürkInnen hier in Deuschland, das dem latentem und manifestem Rassismus ausgesetzt ist und zusätzlich durch Verbände und Vereine sowie PolitikerInnen mit abenteuerlichen Anschuldigungen in die ständige Abwehrhaltung drängt, ist nicht mehr hinnehmbar. Immer dieselben Mediensäue durchs Dorf zu treiben, um die angebliche Europaunfähigkeit der Türkei und der Migranten wieder mal herauszustellen ist so langsam und sicher an der Schmerzgrenze angelangt.
Mit freundlichen Gren,
Vorstand der Generation Zukunft e.V.
Anmerkungen:
[*1] Kölner Stadt-Anzeiger Online-Ausgabe vom 27.04.2009
[*4] Presseerklärung von Prof. Dr. h.c. Ismail Çoban:
Seit Montag, dem 27.04.2009, erschienen in diversen deutschen und türkischen Zeitungen Artikel, in denen der türkische Generalkonsul aus Düsseldorf, Herr Hakan Kıvanç, angegriffen wird.
Die Beschuldigungen, die gegen ihn erhoben werden, entsprechen nicht der Wahrheit.
Die Wahrheit ist:
1. Die besagte Veranstaltung am 22. Februar 2009 war eine rein private Einladung zum Mittagessen. Es wurde kein Protokoll geschrieben. Der uns nicht bekannte Verfasser der o.g. Artikel war bei diesem privaten Treffen nicht anwesend.
2. Bei dem privaten Zusammensein waren keine Vertreter der so genannten Organisation von Armeniern und Azuren, der Alevitischen Förderation und auch keine Pontusgriechen anwesend.
Der Gastgeber und Hausherr ist assyrischer Abstammung und nur an dem Erhalt des Klosters Mor Gabriel interessiert. Seine Absicht ist nicht, in politische Machtkämpfe hinein gezogen zu werden oder zu provozieren.
3. Der in der Zeitung evrensel veröffentlichte Artikel nennt als Sprecher der Initiative Herrn Kubilay Demirkaya.
Das private Treffen war weder eine Initiative, noch war ein Sprecher namens Kubilay Demirkaya anwesend. Dieser Herr ist uns völlig unbekannt.
4. Der türkische Generalkonsul Herr Kıvanç bemüht sich für den Erhalt des Klosters Mor Gabriel und engagiert sich für eine friedliche Lösung.
Das private Beisammensein diente als Informationsaustausch.
5. Die dem Generalkonsul vorgeworfenen rassistischen Äußerungen haben nicht stattgefunden. Das vierstündige Treffen verlief friedlich und man verabschiedete sich in Freundschaft.
Ich bin seit 1963 auch als freier Journalist tätig und habe immer Wert auf eine gute und fundierte Recherche gelegt. Für mein Verständnis sind die o.g. Presseveröffentlichungen eine Verleumdungskampagne gegen den Türkischen Generalkonsul und gegen den Türkischen Staat. Solche Unwahrheiten können kontraproduktiv für die Integrationspolitik sein.
Prof. Dr. h.c. Ismail Çoban
[*5] „BKA-BfV-DITIB-ZMD - Dialog und Zusammenarbeit vom 27.04.2009
[*6] Zitat aus einem Forum-Beitrag vom 01.04.2007 www.cdu-koeln.de
Der Kemalismus ist eine rassistische Ideologie aus einer Zeit in der in Europa der Faschismus wütete. Das war das Europa auf den Mustafa Kemal zeigte.
In der Türkei hat diese kemalistische Ideologie als Staatsdoktrin bis heute überlebt und ist Konsens innerhalb der türkischen Parallelgesellschaft in Deutschland.
Zitat aus einem Forum-Beitrag vom 04.02.2008 www.cdu-koeln.de
Die Tatsache, dass wir einen erheblich hohen Anteil an jugendlichen Straftätern mit zumeist türkischem Migrationshintergrund haben, ist ein massives Problem für unsere Gesellschaft in Deutschland und muss von der Politik thematisiert werden.
Dieses durchaus schwierige Thema, welches zu unserer Kernkompetenz „Innere Sicherheit gehört, dürfen wir als CDU und DTF nicht den Rechtsextremisten überlassen. Das gebietet uns unser christdemokratisches Selbstverständnis, der uns zu einem ehrlichen Umgang mit unseren Mitbürger verpflichtet"
[*7] Zitat aus einem Forum-Beitrag vom 30.10.2007 www.cdu-koeln.de
Am kommenden Samstag findet ein Demo türkischer Migrantenselbstorganisationen auf der Domplatte statt. Wahrscheinlich unter dem Motto „Einigkeit und Brüderlichkeit zwischen Türken und Kurden ;)
[*8] Zitat aus einem Forum-Beitrag vom 19.08.2007 www.cdu-koeln.de
] aber vor allem sollten wir den Giordano Brief in Wortlaut lesen. Giordano wirft der Ditib und namentlich Herrn Alboge nichts Geringeres als die Zusammenarbeit mit den türkischen neofastischen, nämlich den antisemitischen Grauen Wölfen vor
[*9] Neuer Streit durch EU-Anpassung Erschienen im gedruckten Tagesspiegel vom 19.04.2009
Erklärung:
Der Autor versichert, dass die veröffentlichten Inhalte in dieser Pressemitteilung der Wahrheit entsprechen und dem gesetzlichen Urheberrechte unterliegen.