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Politik
Das Lager droht wegen unkontrollierten Laugenzuflusses vollzulaufen und ist einsturzgefährdet
Historiker: Bevölkerung war schon 1964 gegen Atommülllager Asse (PR-inside.com 19.11.2009 13:24:04) - Schon beim Kauf des Bergwerks Asse II bei Wolfenbüttel durch den
Bund im Jahr 1964 leistete die örtliche Bevölkerung erheblichen
Widerstand gegen die Einrichtung eines Lagers für Atommüll in ihrer
Nachbarschaft.
Hannover (ddp). Schon beim Kauf des Bergwerks Asse II bei Wolfenbüttel durch den Bund im Jahr 1964 leistete die örtliche Bevölkerung erheblichen Widerstand gegen die Einrichtung eines Lagers für Atommüll in ihrer Nachbarschaft. Nach Bekanntwerden der Kaufabsicht sei «Unruhe in der Region» aufgekommen, die die damalige Bundesregierung aber nicht davon abgehalten habe, im Schacht Asse II ein Atommülllager einzurichten,
sagte der Historiker Anselm Tiggemann am Donnerstag vor dem Asse-Untersuchungsausschuss des niedersächsischen Landtags in Hannover.
Ihm zufolge sandten etwa eine Gemeinde in der Region sowie Politiker des Kreistags ein Protestschreiben an das damals zuständige Bundesministerium für wissenschaftliche Forschung (BMwF). Die Anwohner befürchteten unter anderem eine Verseuchung des Grundwassers durch die Einlagerung von radioaktiven Altlasten im Asse-Bergwerk sowie eine weitere negative Entwicklung des Zonenrandgebiets nahe der ehemaligen DDR. In einem Antwortschreiben habe das BMwF geantwortet, dass die Bedenken bezüglich der Belastung der Umwelt durch die Einlagerung von Atommüll «mit Sicherheit unbegründet» seien, sagte Tiggemann.
Dem Historiker zufolge bezahlte der Bund für das ehemalige Salzbergwerk Asse «günstige» 800 000 Deutsche Mark. Wenig später sei dann «ohne belastbare Prognose» mit der Einlagerung von Atommüll begonnen worden. Die «Abfallproduzenten» - die Energiewirtschaft - hätten dabei erheblichen Druck ausgeübt, fügte Tiggemann hinzu.
In der Asse liegen nach offiziellen Angaben 126 000 Fässer mit schwach- und mittelradioaktivem Atommüll. Der Schacht droht wegen unkontrollierten Laugenzuflusses vollzulaufen und ist einsturzgefährdet.
(ddp)
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