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Möller berichtet im Asse-Untersuchungsausschuss von Atomkraft-Euphorie der 60er Jahre

Historiker: Asse war «nationale Landebahn» für Nutzung der Kernkraft


Historiker: Asse war «nationale Landebahn» für Nutzung der Kernkraft
Historiker: Asse war «nationale Landebahn» für Nutzung der Kernkraft ©ddp

(PR-inside.com 05.11.2009 12:51:04) - Der Schacht Asse II bei Wolfenbüttel war von Anfang an ein
Endlager für Atommüll und nicht bloß ein Forschungsbergwerk. Zu
diesem Schluss kommt der Historiker Detlev Möller, wie er am
Donnerstag vor dem Asse-Untersuchungsausschuss des niedersächsischen
Landtags in Hannover sagte.

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Hannover (ddp). Der Schacht Asse II bei Wolfenbüttel war von Anfang an ein Endlager für Atommüll und nicht bloß ein Forschungsbergwerk. Zu diesem Schluss kommt der Historiker Detlev Möller, wie er am Donnerstag vor dem Asse-Untersuchungsausschuss des niedersächsischen Landtags in Hannover sagte. Möller beschäftigte sich
in seiner Dissertation mit der Frage, ob in den Einrichtungs- und Betriebsjahren der Asse zwischen 1963 bis 1979 der Schacht primär als Endlager oder als Forschungsbergwerk diente und welche Eignung die Schachtanlage dafür jeweils aufwies. Der erste Teil der Frage sei «inzwischen beantwortet» und unstrittig, sagte Möller: «Die Asse war ein Endlager» und die «nationale Landebahn» für die Nutzung der Kernenergie in Deutschland, sagte der 40-Jährige. Dabei sei es «allgemeiner Konsens» gewesen, auch hochradioaktiven Abfall in die Asse einzulagern. Es habe einen «großen Beseitigungsdruck» und einen «großen Kostendruck» gegeben. Offiziell liegen in dem Schacht 126 000 Fässer mit schwach- und mittelradioaktivem Atommüll. Bezüglich der Eignung der Asse als Endlager sagte Möller, dass man sich mit der Verbringung der Altlasten in tiefe geologische Schichten «zunächst vorbildlich» verhalten habe. Während andere westliche Staaten in den 60er Jahren ihren atomaren Müll ins Meer gekippt oder an der Oberfläche zwischengelagert hätten, habe Deutschland auf die Tieflagerung gesetzt. Dies sei ein «international einzigartiger Schritt» gewesen, sagte Möller. Keine Rolle gespielt habe dabei allerdings der »ganz besonders schlechte Zustand« der Schachtanlage Asse II beim Kauf durch den Bund im Jahr 1965. Weil die »Beseitigungsfrage« von Atommüll schon damals drängte, habe man sich darüber aber hinweggesetzt - die Asse sei ohne Prüfung von Alternativen »einfach gekauft worden«, sagte der Historiker. Geschuldet sei dies wohl auch dem damaligen politischen »Gesamtklima« gewesen. »Quer über alle Parteien« habe es den Willen gegeben, die zivile Nutzung der Kernenergie in Deutschland «durchzusetzen», sagte Möller. Erst durch die Asse sei der «kommerzielle Durchbruch» dieser Technologie möglich geworden. (ddp)


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