|
Politik
Verband plädiert für mehr Engagement für zivilen Aufbau
Hilfsorganisationen fordern Kurswechsel in der Afghanistan-Politik (PR-inside.com 24.11.2009 14:26:06) - Zu einem grundlegenden Strategiewechsel in Afghanistan haben
Hilfsorganisationen die Bundesregierung aufgerufen. Statt mehr
Soldaten an den Hindukusch zu schicken, sollte der zivile
Wiederaufbau vorangetrieben werden, forderte der stellvertretende
Vorsitzende des Verbandes Entwicklungspolitik deutscher
Nichtregierungsorganisationen (VENRO), Jürgen Lieser, am Dienstag in
Berlin.
Berlin (ddp). Zu einem grundlegenden Strategiewechsel in Afghanistan haben Hilfsorganisationen die Bundesregierung aufgerufen. Statt mehr Soldaten an den Hindukusch zu schicken, sollte der zivile Wiederaufbau vorangetrieben werden, forderte der stellvertretende Vorsitzende des Verbandes Entwicklungspolitik deutscher Nichtregierungsorganisationen (VENRO), Jürgen Lieser, am Dienstag in Berlin. Lieser stellte anlässlich der Afghanistan-Konferenz «Mission Impossible am Hindukusch?» ein neues VENRO-Forderungspapier vor. In
Afghanistan tätige deutsche Hilfsorganisationen verlangen darin ein Umdenken bei der Afghanistan-Politik der Bundesregierung.
«Die neue Regierung muss dem zivilen Einsatz Vorrang einräumen und dies auch finanziell unterfüttern. Zurzeit entsprechen die Mittel, die für den zivilen Wiederaufbau bereitgestellt werden, nur einem Bruchteil dessen, was Deutschland für den militärischen Einsatz bereitstellt», sagte Lieser. Während der Bundeswehreinsatz in Afghanistan im kommenden Jahr rund 800 Millionen Euro kosten werde, würden für Entwicklungshilfe derzeit nur knapp 200 Millionen Euro ausgegeben, hatte er bereits am Dienstag im ARD-Morgenmagazin erklärt.
Konkret fordert der Dachverband, Frauenrechte und Pressefreiheit endlich durchzusetzen und die demokratische Teilhabe der Bevölkerung zu verbessern. Zwar gebe es vereinzelt Erfolge, etwa bei der Schul- und Berufsbildung sowie der Gesundheitsversorgung. Aber Afghanistan sei nach wie vor eines der ärmsten Länder der Welt. Außerdem solle es eine deutlichere Trennung zwischen ziviler und militärischer Hilfe geben. Durch die unklare Abgrenzung zwischen dem humanitären und politischen Mandat sei die Unabhängigkeit der Hilfsorganisationen in Frage gestellt und ihre Sicherheit gefährdet.
«Trotz des internationalen Militäreinsatzes hat sich die Situation der afghanischen Bevölkerung dramatisch verschlechtert. Sie leidet unter Armut und Hunger und der prekären Sicherheitslage», sagte der stellvertretender VENRO-Vorstandsvorsitzende weiter. Gerade bei jungen Afghanen wachse der Zorn gegenüber den ausländischen Besatzern. Immer mehr junge Afghanen würden sich bewaffneten Widerstandstruppen anschließen. «Vom Ziel, ein stabiles Afghanistan zu schaffen, sind wir weit entfernt.» Mittelfristige müsse das Ziel sein, alle ausländischen Truppen aus Afghanistan abzuziehen, urteilte Lieser.
(ddp)
|
| Erklärung:
Das Copyright für sämtliche Nachrichten und Bilder, die mit ddp gekennzeichnet sind und auf PR-inside.com publiziert werden, obliegt der Nachrichtenagentur ddp Deutscher Depeschendienst GmbH. Wenn Sie Fragen zu den veröffentlichten Meldungen haben, kontaktieren Sie bitte ddp.
|
|
|
|
|
|