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Wirtschaft & Industrie

Stark fordert Beginn des Schuldenabbaus - Sinn will weiteres Konjunkturpaket - DIHK sieht Talsohle erreicht

Guttenberg erhöht Wachstumsprognose auf 0,5 Prozent für 2010 Wochenendzusammenfassung


© AP

(PR-inside.com 05.07.2009 13:50:01)

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Berlin (AP) Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg erwartet für das kommende Jahr wieder ein leichtes Wachstum von 0,5 Prozent. Er sehe Licht am Ende des Krisen-Tunnels, sagte der CSU-Politiker der «Rheinischen Post» (Montagausgabe). Allerdings werde im nächsten Jahr die Arbeitslosigkeit deutlich zunehmen. EZB-Chefvolkswirt Jürgen Stark mahnte die Regierungen, bereits im kommenden Jahr mit Schuldenabbau zu beginnen. Guttenberg rechnet mit etwa 4,6 Millionen Arbeitslosen im Jahresdurchschnitt. Damit werde
aber der Höchststand erreicht sein, sagte er der Zeitung. Der Minister geht damit über die jüngste OECD-Prognose heraus. Die Organisation hatte Deutschland Ende Juni noch 0,2 Prozent Wachstum und 5,1 Millionen Arbeitslose für das kommende Jahr vorausgesagt, das Münchner ifo-Institut sogar ein Minus von 0,3 Prozent. Stark rechnete in der «Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung» nicht damit, dass die Wachstumsraten der vergangenen zehn Jahre in den kommenden Jahren zurückkehren werden. «Wir erleben keinen normalen Abschwung. Wir haben es mit einer Banken- und Vertrauenskrise zu tun», sagte er und forderte, die Regierungen müssten ihre Haushalte wieder in Ordnung bringen. «Schon 2010 ist mit einer Konsolidierung der öffentlichen Haushalte zu beginnen. Das muss 2011 verstärkt werden. Sonst droht eine Schuldenexplosion, die für die wirtschaftliche Entwicklung gefährlich wäre. Zwtl: Sinn: Bisherige Pakete zu früh Ifo-Chef Hans-Werner Sinn forderte laut einer «Spiegel»-Vorabmeldung vom Samstag ein drittes Konjunkturpaket mit Steuersenkungen und Infrastrukturmaßnahmen. «Es könnte ein Volumen von einem Prozent des Bruttoinlandsprodukts, also etwa 25 Milliarden Euro, umfassen.» Die ersten beiden Konjunkturpakete mit einem Umfang von zusammen 80 Milliarden Euro seien zu früh gekommen. Deren Maßnahmen «werden schon verpufft sein, wenn die Wirtschaft die Hilfe am nötigsten braucht». Die deutsche Wirtschaft hat dagegen nach Einschätzung von DIHK-Chef Hans Heinrich Driftmann die Talsohle erreicht. Die Arbeitslosigkeit werde bis zum Jahresende nur schwach und insgesamt deutlich geringer steigen als bei der letzten Rezession, sagte der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages der «Wirtschaftswoche»: «Im Schnitt der Branchen dürften wir die Talsohle erreicht haben.» Der Aufstieg werde aber mühselig werden. «Zuversichtlich bin ich bei der Entwicklung der Arbeitslosigkeit», sagte Driftmann. Diese dürfte zwar zum Jahresende auf knapp vier Millionen Erwerbslose steigen, aber auch im nächsten Jahr nicht das Niveau von fünf Millionen erreichen.

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