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Gesellschaft & Kultur

Guerlain wegen Rassismus-Vorwurfs vor Gericht


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(PR-inside.com 10.02.2012 10:19:06) - Nach Modeschöpfer John Galliano muss sich nun der französische Parfümeur Jean-Paul Guerlain wegen rassistischer Äußerungen einem Gerichtsverfahren stellen. Der 75-Jährige hatte 2010 in einem TV-Interview in abfälliger Weise über Schwarze gesprochen und war deswegen angezeigt worden.

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(Paris | APA/dpa | 2012-02-10 10:17) Nach Modeschöpfer John Galliano muss sich nun der französische Parfümeur Jean-Paul Guerlain wegen rassistischer Äußerungen einem Gerichtsverfahren stellen. Der 75-Jährige hatte 2010 in einem TV-Interview in abfälliger Weise über Schwarze gesprochen und war deswegen angezeigt worden. Um den Duft "Samsara" zu kreieren, habe er "gerackert wie ein Neger", erzählte der Luxus-Parfümeur bei dem Fernsehauftritt. Und ergänzte: "Wobei ich
nicht weiß, ob Neger jemals so hart geschuftet haben." Nach dem Interview hatte es von allen Seiten Kritik und Boykottaufrufe gehagelt. Guerlain verlor zudem den Beraterjob, den er damals noch für einen seiner Nachfolger im gleichnamigen Unternehmen ausübte. Seine Position Job als ranghöchste "Nase" des Traditionshauses hatte er bereits 2002 aufgegeben - nach knapp 50 Jahren in dem Unternehmen, das seine Familie gegründet hatte. In der Anhörung am Donnerstag wies Guerlain die Vorwürfe zurück. "Ich bin alles, aber kein Rassist", sagte er nach Angaben der Nachrichtenagentur AFP. Der erste Teil seiner Aussage sei eine Phrase gewesen, die während seiner gesamten Jugend bei der Arbeit im Garten seines Großvaters gehört habe. Der zweite Teil habe lediglich die Journalistin zum Lachen bringen sollen. "Ich bitte die gesamte schwarze Gemeinschaft um Verzeihung für diese Dummheit", sagte Guerlain. Die Anwälte der Nebenklage sprachen von einem besonders schweren Fall von Alltagsrassismus. Guerlain droht wegen der Aussage eine Geldstrafe in Höhe von bis zu 22.500 Euro. Theoretisch kann das Gericht auch bis zu sechs Monate Haft verhängen. In ähnlichen Fall gab es jüngst allerdings nicht so harte Strafen. Der britische Modeschöpfer Galliano wurde im vergangenen September in Paris wegen rassistischer Pöbeleien zu 6.000 Euro Geldstrafe auf Bewährung verurteilt. Sein Fall hatte international einen Medienrummel ausgelöst. Das Urteil im Fall Guerlain wird am 29. März erwartet. Die aktuelle "Nase" des Parfümherstellers Guerlain ist der in der Schweizer geborene Thierry Wasser. Das 1828 gegründete Familienunternehmen gehört seit 1994 zum weltgrößten Luxusgüterkonzern LVMH. Dessen Führung betonte nach dem Rassismus-Skandal, dass Jean-Paul Guerlain schon seit 1996 nicht mehr Anteilseigner sei.

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