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Johanniter suchen nach Verstärkung - Mit Käsestückchen über die Rampe

Großes Rettungshunde-Casting in München


Großes Rettungshunde-Casting in München
Großes Rettungshunde-Casting in München ©ddp

(PR-inside.com 08.11.2009 18:06:03) - «Dusty, Dusty», ruft Thomas Kämmerer seinem Hund zu. Der Labrador
steht am Eingang eines roten, etwa drei Meter langen Stofftunnels
und tapst unentschlossen vor sich hin. Die aufmunternden Rufe seines
Herrchens bleiben ohne Erfolg. Dusty scheint nicht so recht
überzeugt zu sein, warum er durch den Tunnel marschieren sollte...

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München (ddp-bay). «Dusty, Dusty», ruft Thomas Kämmerer seinem Hund zu. Der Labrador steht am Eingang eines roten, etwa drei Meter langen Stofftunnels und tapst unentschlossen vor sich hin. Die aufmunternden Rufe seines Herrchens bleiben ohne Erfolg. Dusty scheint nicht so recht überzeugt zu sein, warum er
durch den Tunnel marschieren sollte. Kurzerhand schlüpft Kämmerer selbst mit Kopf und Oberkörper in das Trainingsgerät - und sofort läuft ihm der Hund durch den Tunnel hindurch entgegen. Nur die langen Beine des Hundebesitzers schauen heraus, als sich Hund und Herrchen am Ende des Durchgangs begrüßen. Das ist keine Trainingsszene einer normalen Hundeschule. Dusty und sein Herrchen haben ein besonderes Ziel vor Augen: Sie wollen zur Rettungshundestaffel der Münchner Johanniter. Der Verein hat am Sonntag zum großen Casting auf einem Betriebshof der Münchner Stadtwerke eingeladen. 27 Teams, jeweils bestehend aus einem Hund mit Besitzer, durchlaufen mehrere praktische Übungen und werden dabei von einer Jury beobachtet. «Wir brauchen stressresistente, aufgeschlossene Hunde», sagt Bea von Gneisenau, Ausbilderin der Münchner Hundestaffel. Außerdem müssten Hund und Mensch gut zusammenarbeiten. Die Pärchen, die sich im Casting als geeignet erweisen, können die Ausbildung zum Rettungshunde-Team beginnen. Die Johanniter hoffen, etwa fünf bis acht neue Hunde zu finden. Zum Lebensretter wird man nicht über Nacht: Die Ausbildung dauert für Mensch und Hund zwei bis drei Jahre. In dieser Zeit trainiert das Team zweimal pro Woche, hinzu kommen Theorieeinheiten an einigen Wochenenden und Abenden. Gneisenau rechnet damit, dass ein Hundeführer im Jahr mindestens 350 bis 400 Trainingsstunden absolviert - und das ehrenamtlich. Von dem hohen Zeitaufwand lassen sich die Hundebesitzer, die zum Casting gekommen sind, jedoch nicht abschrecken. «Mir gefällt der soziale Aspekt», sagt Lena Kehl, die mit ihrem Hund Junior wartet, bis sie an der Reihe ist. Hundesportarten wie «Agility», bei der die Tiere einen Hindernisparcours auf Zeit durchlaufen, steht Kehl skeptisch gegenüber: «Das geht oft in einen Turnier-Ehrgeiz über», sagt sie. Vom Rettungshunde-Training erhofft sie sich, dass es sie und ihren Hund näher zusammenbringe. Kämmerer beschreibt seinen Dusty als «aktiv und neugierig, manchmal auch etwas überdreht». Weil er für seinen Hund eine ausgleichende, sinnvolle Beschäftigung sucht, hat er sich zum Rettungshunde-Casting gemeldet. Nicht jede Übung will auf Anhieb gelingen. Wie schon bei der Übung mit dem Stofftunnel braucht Dusty auch beim Überqueren einer Rampe einen zweiten Anlauf; er springt nach ein paar Schritten von dem ansteigend aufgestellten Holzbrett einfach wieder herunter. Kämmerer greift in seine Jackentasche und holt kleine Käsestückchen heraus. Mit Hilfe der Leckerli lässt sich Dusty sicher über die Rampe führen. «Für Leerdammer-Stückchen tut mein Hund fast alles», sagt Kämmerer später und lacht. Beim Hunde-Casting der Johanniter kommt es jedoch nicht darauf an, dass jede Übung klappt. «Uns geht es nicht darum zu sehen, was der Hund kann», sagt Ausbilder Alexander von Gneisenau. Hunden könne man vieles beibringen und an Schwachstellen könne man arbeiten. Wichtig sei vor allem, dass das Tier gelassen reagiere und sich nicht ablenken lasse. Die Übungen sagten zudem viel über das Verhältnis von Hund und Besitzer aus. «Für die Ausbildung ist es unabdinglich, dass Mensch und Tier ein Team sind», sagt Gneisenau. Ob es für Dusty gereicht hat, wird Kämmerer wohl erst in den nächsten Tagen erfahren. Die Johanniter wollten sich noch beraten und ihm dann telefonisch Bescheid geben, erläutert er. Egal wie die Nachricht ausfällt, Kämmerer will sie sportlich nehmen. «Wir sind sowieso jeden Tag drei bis vier Stunden an der frischen Luft», sagt er. (ddp)


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