„Wir sind Kirche“ tritt den jüngsten Äußerungen von Bischof Kapellari entschieden entgegen. Dieser hat laut kathpress vom 5. November 2009 einem neuen Konzil abgesprochen, Frauen-Priesterweihen zulassen zu können. Selbst ein Konzil könne „die Kontinuität der Lehre nicht verändern weil damit der „Zuweg zum Priester- und Bischofsamt geöffnet wäre stellte der Grazer Bischof fest. Diese Forderungen würden auch „nur in Mittel- und Westeuropa und in Nordamerika
vertreten Außerdem beanstandete Kapellari, einige Äußerungen aus dem Gesamtbereich der diese Anliegen vertretenden Initiativen“ ließen „ein erwartbares Maß an Noblesse vermissen .
Apodiktische Feststellungen dieser Art verschärfen nur die – weltweiten - Probleme, um deren Lösung die Gläubigen ihre Bischöfe seit 80 Jahren nachdrücklich, aber in freundlichem Ton ersuchen. Die nicht konkretisierte Unterstellung „mangelnder Noblesse“ weist „Wir sind Kirche“ zurück.
Ein Dialog auf gleicher Augenhöhe über seit Jahrzehnten anstehende Reformanliegen, wie zB. mehr demokratische Mitbestimmung, Aufhebung des Pflichtzölibats oder Priesterweihe von Frauen, aber auch eine zeitgeme Regelung von Geburtenkontrolle oder eine heutigen wissenschaftlichen Erkenntnissen entsprechende Einstellung zu Homosexualität wurde von Seiten der Bischöfe immer abgelehnt. Dialog ist nicht fallweise gütiges Gewähren von Audienzen zur freundlichen Plauderei sondern die ergebnisoffene, lösungsorientierte und konsequente Auseinandersetzung mit Für und Wider der seit langem offenen Probleme.
Ein Bischof und ein Papst, die nicht nur alle Gläubigen, sondern sogar künftige Konzile in geistige Geiselhaft nehmen, führten die Kirche an den Abgrund, stellt „Wir sind Kirche“ fest. Den Gläubigen bleibe nur die Möglichkeit, ihrem eigenen Gewissen zu folgen und einen selbstverantworteten Weg zu gehen.
Menschen des 21. Jahrhunderts ließen es sich nicht mehr gefallen, dass einsichtige Argumentationen mit bloß formaler Macht vom Tisch gewischt würden. Damit würden die Würde und das Engagement der Menschen missachtet und die den Bischöfen zum Dienst an den Menschen übertragene Macht von diesen missbraucht. Das II. Vatikanische Konzil habe noch vom Dienst und der Kollegialität gesprochen. Ein solches Vorgehen sei aber weder ein Dienst noch kollegial. Das sei bloßes Machtgehabe einer autoritären Hierarchie, die ihrem Ende zugehe.
Benedikt XVI. mache die römisch katholische Kirche zum Sammelbecken des Konservativismus. Mit der Aufnahme erz-konservativer Piusbrüder und reformunwilliger Anglikaner werde lediglich das Ziel verfolgt, den immer mehr zerbrechenden autoritären Klerikalismus in der römisch-katholischen Kirche zu zementieren, stellt „Wir sind Kirche“ darüber hinaus fest. Fundamentalistische Positionen, von welcher Seite auch immer, könnten nie ein Dienst an der Einheit des Gottesvolkes sein und verursachten außerdem gesamtgesellschaftliche Spaltungen.
Weitere inhaltliche und sachliche Antworten wird die am 20. November 2009 in Wien, im Hotel Modul, stattfindende Enquete „Kirchenreform und Menschenrechte“ geben. Informationen dazu sind auf unserer Homepage ersichtlich.
Für den Vorstand der Plattform „Wir sind Kirche“ Mag. Gotlind Hammerer und Hans Peter Hurka
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