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Gesellschaft & Kultur
Auch «Konsumopfer» und «Neiddebatte» gerügt «Freiwillige Ausreise» ist Unwort des Jahres 2006
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| «Freiwillige Ausreise» ist Unwort des Jahres 2006 ©ddp |
(PR-inside.com 19.01.2007 11:33:05) - Das Unwort des Jahres 2006 lautet «freiwillige Ausreise». Anlässlich der 390. Wiederkehr der Gründung der ersten deutschen Sprachgesellschaft verkündete die sechsköpfige Jury die Wortschöpfung am Freitag in Köthen in Sachsen-Anhalt. Nach Ansicht der Unwort-Jury ist «freiwillige Ausreise» eines der zahlreichen
Unwörter im Zusammenhang mit der Behandlung von Asylbewerbern.
Köthen (ddp). Das Unwort des Jahres 2006 lautet «freiwillige Ausreise». Anlässlich der 390. Wiederkehr der Gründung der ersten deutschen Sprachgesellschaft verkündete die sechsköpfige Jury die Wortschöpfung am Freitag in Köthen in Sachsen-Anhalt. Nach Ansicht der Unwort-Jury ist «freiwillige Ausreise» eines der zahlreichen Unwörter im Zusammenhang
mit der Behandlung von Asylbewerbern. Es bedeute in Abgrenzung zum amtlichen Begriff Abschiebung, der Zwangsmaßnahmen beinhalte, die Konsequenz aus der «intensiven Beratung» abgelehnter Asylbewerber, Deutschland doch lieber von selbst wieder zu verlassen. Die Freiwilligkeit einer solchen Ausreise dürfe jedoch bezweifelt werden.
Die Jury rügte ausdrücklich zwei weitere Wörter: «Konsumopfer» und «Neiddebatte». Mit Konsumopfer habe der Modemacher Wolfgang Joop Models bezeichnet, die zu Lasten der Gesundheit für das Schönheitsideal der Konsumgesellschaft, extrem magere Figuren, hungern müssten. Mit dem Wort Neiddebatte sei durch den ehemaligen Bundesbankchef Ernst Welteke die ernsthafte Diskussion um die Angemessenheit von Millionenbezügen bestimmer Spitzenmanager herabgewürdigt worden.
Bereits zum 16. Mal hat das Gremium das Unwort des Jahres gewählt. In diesem Jahr lagen der Jury 1130 Vorschläge vor. Die öffentliche Bekanntgabe erfolgte in diesem Jahr in Köthen, da dort die erste deutsche Sprachgesellschaft, die «Fruchtbringende Gesellschaft» gegründet worden war. 2005 war «Entlassungsproduktivität» (Gewinne aus Produktionsleistungen eines Unternehmens, nachdem zuvor zahlreiche für «überflüssig» gehaltene Mitarbeiter entlassen wurden) zum Unwort des Jahres gekürt worden.
Mit dem Unwort des Jahres werden alljährlich sprachliche Missgriffe in der öffentlichen Kommunikation bezeichnet, die «sachlich grob unangemessen sind und möglicherweise sogar die Menschenwürde verletzen».
(ddp) © ddp
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