(PR-inside.com 26.11.2009 15:48:02) - Von Zeit zu Zeit bringen Gutachten und Umfragen auch unangenehme
Erkenntnisse ans Licht. «Frauen wird bei 3D-Filmen öfter übel»,
lautet zum Beispiel ein solches Fazit.
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Potsdam (ddp-lbg). Von Zeit zu Zeit bringen Gutachten und Umfragen auch unangenehme Erkenntnisse ans Licht. «Frauen wird bei 3D-Filmen öfter übel», lautet zum Beispiel ein solches Fazit. Gewonnen wurde es aus gleich vier Studien, die derzeit im Auftrag der Potsdamer Hochschule für Film- und Fernsehen (HFF)
zum Thema Stereo-Kino ausgewertet werden. Denn an der Filmschule ist Großes im Gange: Der «erste deutsche 3D-Film in hochauflösender Qualität» wird gedreht.
«3D-Kino erlebt gerade eine Renaissance», sagt Robert Laatz, künstlerischer Leiter des Projekts. «Dabei kappen wir allerdings die Brücken zur Vergangenheit in den 50er Jahren und entdecken im Grunde eine Kino-Sache völlig neu.» Um bei der Wiederentdeckung ganz vorn mitzuspielen, hat sich die HFF mit dem Bundeswirtschaftsministerium und acht wissenschaftlichen Einrichtungen wie dem Fraunhofer-Institut und Zubehör-Firmen zum 3D-Konsortium Prime zusammengetan. An Geldern stehen 5,8 Millionen Euro zur Verfügung.
Zum Start des Projektes erhielten ausgewählte HFF-Studenten Spezialunterricht. Darüber hinaus kaufte sich die Schule als erstes deutsches Medienhaus eine hochkomplexe 3D-Kamera und ergänzende Technik samt Software für die Nachbearbeitung. Selbst über ein eigenes 3D-Kino mit über 220 Plätzen verfügt die Hochschule jetzt. «Damit sind wir technologisch in der Lage, als einzige Fachhochschule einen 3D-Film von der Planung bis zur Endfertigung selbst herzustellen», sagt Laatz stolz. Das sei ein Alleinstellungsmerkmal der HFF in Deutschland und Europa. Mehr noch: Die deutsche Filmwirtschaft und andere Filmschulen erhielten aus Potsdam geschultes Personal für 3D-Produktionen.
Als Praxistest entsteht die Geschichte «Topper gibt nicht auf!», die als Kurzfilm am 26. März 2010 in der HFF Premiere haben soll. In der Hauptrolle ist Claude-Oliver Rudolph («Das Boot») zu sehen. Regie führt der Filmstudent Félix Koch.
Koch gibt unumwunden zu, dass er bereits nach einer Woche Dreh schon etwas müde ist. Sein Film stellt an die Beteiligten - 50 Crewmitglieder und bis zu 12 Schauspieler - höchste Anforderungen. «Wenn man einen 3D-Film macht, muss man erst einmal 2D vergessen», sagt Koch. Und sein Mentor Laatz ergänzt: «Wir befinden uns in einer Phase, in der jeder ständig lernt. Alle Beteiligten müssen über ihre Schatten springen.«
Das beginne beim Verständnis für neue Regeln beim Bildaufbau oder der Personenführung und ende bei der Synchronisation der beiden unabhängig voneinander laufenden Kameraaugen, sagt Laatz. »Eine schlecht eingestellte Kamera kann dazu führen, dass dem Zuschauer schlecht wird», bestätigt Koch. Projektleiterin Claudia Wegener hat in einer der vier Studien sogar herausgefunden, dass besonders Frauen im 3D-Kino öfter übel wird - trotz scharf projezierten Films. Über die genauen neurologischen Hintergründe wird noch spekuliert.
Die Filmleute selbst haben während der Arbeit ein Vielfaches an möglichen Fehlerquellen gegenüber einem Normalfilm registriert. «Damit man keine Überraschungen erlebt, haben wir den Szenenverlauf bereits vorab im Computer simuliert», sagt Regisseur Koch. Das erleichtere die Arbeit ungemein. «Überhaupt ist exakte Planung bei 3D das A und O.»
Inzwischen hat sich das Studenten-Projekt schon herumgesprochen. Laatz und seine Professorenkollegin Wegener berichten von Anrufen aus der ganzen Welt, darunter nicht nur Filmleute, sondern auch Fernsehanstalten und Spiele-Firmen. Vor diesem Hintergrund könnte «Topper» im nächsten Jahr auch auf der wichtigsten Game-Messe in Las Vegas zu sehen sein.
(ddp)
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