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Politik
Für Misshandlungen und Zwangsarbeiten in kirchlichen Heimen
der 50er und 60er Jahre
Ex-Heimkinder fordern 25 Milliarden Euro Entschädigung © AP (PR-inside.com 13.06.2009 11:34:02)
München (AP) Die in Kinderheimen der 50er und 60er Jahre misshandelten und zu Zwangsarbeit gezwungenen Heimkinder wollen eine Entschädigung in Höhe von 25 Milliarden Euro. Die Mitgliederversammlung des Vereins ehemaliger Heimkinder (VEH) fordert die Einrichtung eines entsprechenden Fonds, wie der VEH mitteilte. Die Entschädigung solle aber nicht vorwiegend vom Steuerzahler getragen werden. Verantwortlich seien in erster Linie die meist kirchlichen Heimträger sowie die beteiligten Betriebe,
die von der Zwangsarbeit profitiert hätten.
Die Forderung soll auf der dritten Sitzung des «Runden Tischs Heimerziehung» vorgetragen werden, die am Montag und Dienstag stattfindet. Der Runde Tisch unter Leitung der früheren Bundestagsvizepräsidentin Antje Vollmer hatte im Februar seine Arbeit aufgenommen. Er soll Licht in das Dunkel der Heimerziehung der 50er und 60er Jahre bringen. Der Bundestag hatte die Einrichtung des Gremiums Ende 2008 beschlossen, nachdem sich im Petitionsausschuss das Ausmaß der Menschenrechtsverletzungen abgezeichnet hatte.
In den vergangenen Jahren war öffentlich geworden, dass viele frühere Heimkinder vor allem in kirchlichen Heimen geschlagen, erniedrigt und zu Schwerstarbeit gezwungen wurden. Im Februar hatten sich zur ersten Sitzung des Runden Tischs Vertreter der EKD und der Deutschen Bischofskonferenz für die Auswüchse entschuldigt. Vertreter der Heimkinder verlangten von Kirche und Staat bereits damals eine Entschädigung, worauf Vollmer allerdings zurückhaltend reagiert hatte.
Zwtl: Verweis auf Entschädigungen in Irland
Der VEH fordert neben der Entschädigung auch einen rentenversicherungsrechtlichen Ausgleich für die Zwangsarbeit sowie sofortige Verbesserungen der Rahmenbedingungen für die Behandlung der Traumata, unter denen viele ehemalige Heimkinder leiden. Der VEH verweist darauf, dass in Irland und Kanada Klagen von Heimkindern bereits zu Entschädigungen in Milliardenhöhe geführt haben.
«Auch wenn die Forderung auf den ersten Blick hoch erscheint, ist sie angesichts der großen Zahl der Betroffenen und der Schwere des erlittenen Unrechts, das ganze Biografien zerstört hat, maßvoll», erklärte VEH-Anwalt Gerrit Wilmans. «Auch im internationalen Vergleich liegt die Forderung bezogen auf den Einzelfall absolut im Schnitt.» Die VEH-Vorsitzende Monika Tschapek-Güntner erklärte: «Jede dieser Taten ist eines zivilisierten Staates unwürdig und ist gleichermaßen zu entschädigen, unabhängig davon, wo sie geschehen sind.
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