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Wirtschaft & Industrie
Aufsichtsratschefs schreiben Protestbrief an Kanzlerin Merkel
- SPD sprich von Ignoranz
Empörung über sture Manager Zweite Zusammenfassung © AP (PR-inside.com 22.05.2009 14:48:02)
Berlin (AP) Kritik der Wirtschaft an den Plänen zur Begrenzung von Managergehältern ist in der SPD auf Empörung gestoßen. «Eine bestimmte Kaste wirtschaftlich Mächtiger verweigert sich hier offensichtlich jeglicher Einsicht und Bewusstseinsänderung», sagte SPD-Fraktionsvize Joachim Poß am Freitag. Aufsichtsratschefs von zwölf großen Unternehmen hatten zuvor in einem Brief an Kanzlerin Angela Merkel ihr Unverständnis über die Pläne der Koalition geäußert. Am Montag findet im Bundestag
dazu eine Anhörung statt.
Merkel habe sich mit den Details noch nicht beschäftigen können, sagte der stellvertretende Regierungssprecher Thomas Steg zu dem Brief, der auch an die Fraktionsvorsitzenden von SPD und CDU/CSU, Peter Struck und Volker Kauder, sowie an CSU-Landesgruppenchef Peter Ramsauer ging. Die Übermittlung eines Briefes vor einer öffentlichen Anhörung sei «ein eher übliches Verfahren», sagte Steg. Auch «andere Lobbygruppen versuchen dann, in diesem Umfeld ihre Position noch einmal einzubringen».
Poß sprach von einer «erheblichen politischen und gesellschaftlichen Ignoranz» auf Seiten der Aufsichtsratschefs. «Es soll sich offensichtlich entgegen anderslautender Lippenbekenntnisse nichts ändern; die vorhandenen Pfründe und die vorhandenen Möglichkeiten, die eine Mitursache auch für die aktuelle Finanzkrise sind, sollen nach dem Willen der zwölf Verfasser unangetastet bleiben», kritisierte er.
Zwtl: «Falsches Bild
In dem Brief bringen die zwölf Aufsichtsratsvorsitzenden ihr Missfallen darüber zum Ausdruck, «dass die Diskussion über Managergehälter ein falsches Bild der wirtschaftlichen Verantwortungsträger reflektiert», zitierte das «Handelsblatt». Die entsprechenden Pläne der Koalition seien unzulänglich, da sie «die Vertragsfreiheit der Unternehmen stark einschränken und damit von vornherein deutlich Misstrauen signalisieren».
Die Manager, angeführt vom Vorsitzenden der Corporate-Governance-Kommission, Gerhard Cromme, verlangen dem Bericht zufolge von der Kanzlerin einen Verzicht, mindestens aber eine grundsätzliche Revision der Koalitionspläne, da sie «weit über eine sinnvolle gesetzliche Rahmensetzung» hinausgingen.
Besonderen Unmut erregt bei den Managern die Vorschrift, dass zwischen einem Wechsel vom Vorstand in den Aufsichtsrat eine zweijährige Karenzzeit liegen soll. Der tiefe Einblick von Vorständen in ihre Unternehmen helfe ihnen später bei der Wahrnehmung der Kontrollaufgaben, kontern die Manager. Es sei «unangemessen», den Aktionären als Eigentümern «derart weitreichende gesetzliche Vorgaben zu machen».
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