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Wirtschaft & Industrie

Rund 150 Millionen Euro sollen eingespart werden

Einigung auf Sanierungsbeitrag der Karstadt-Belegschaft


Einigung auf Sanierungsbeitrag der Karstadt-Belegschaft
Einigung auf Sanierungsbeitrag der Karstadt-Belegschaft ©ddp

(PR-inside.com 08.11.2009 14:34:01) - Bei den Gesprächen über eine Rettung der insolventen
Warenhauskette Karstadt hat es einen Durchbruch gegeben. Wenige Tage
vor der Gläubigerversammlung von Karstadt einigten sich die
Gewerkschaft ver.di sowie die Unternehmensleitung und die
Insolvenzverwaltung am Samstag auf eine Eckpunktevereinbarung über
einen Sanierungs-Tarifvertrag, wie die Sprecherin des
ver.di-Bundesvorstandes, Haß, sagte.

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Essen (ddp-nrw). Bei den Gesprächen über eine Rettung der insolventen Warenhauskette Karstadt hat es einen Durchbruch gegeben. Wenige Tage vor der Gläubigerversammlung von Karstadt einigten sich die Gewerkschaft ver.di sowie die Unternehmensleitung und die Insolvenzverwaltung am Samstag auf eine Eckpunktevereinbarung über einen Sanierungs-Tarifvertrag, wie die Sprecherin des ver.di-Bundesvorstandes, Cornelia Haß, in Essen sagte. Der Sprecher von Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg bestätigte die Einigung.
Die Vereinbarung sieht unter anderem vor, dass die derzeit noch rund 30 000 Karstadt-Beschäftigten über einen Zeitraum von drei Jahren ab der Eröffnung des Insolvenzverfahrens am 1. September einen Beitrag von insgesamt rund 150 Millionen Euro einbringen. Dies soll nach Angaben von Haß vor allem durch die Streichung des Urlaubsgeldes sowie die Kürzung des Weihnachtsgeldes um 75 Prozent erreicht werden. Nach Angaben der Sprecherin wurde vereinbart, dass die Jobs bei Karstadt so weit als möglich erhalten bleiben. 17 Karstadt-Häuser kämen jedoch auf eine Streichliste. Hier werde überprüft, ob eine Fortführung des Geschäftsbetriebs möglich ist, hieß es. Laut der stellvertretenden ver.di-Vorsitzenden Margret Mönig-Raane soll die Zahl der zu schließenden Karstadt-Filialen möglichst noch weiter gesenkt werden. Derzeit gibt es noch 126 Karstadt-Warenhäuser und -Sporthäuser. Ursprünglich sollten 19 Häuser geschlossen werden. Laut Haß muss nun noch am Montag die Große Tarifkommission von ver.di der Vereinbarung zustimmen. Mit einer Zustimmung wird gerechnet. Anschließend soll weiter über die näheren Details der Vereinbarung beraten werden. Der Sanierungsbeitrag der Karstadt-Mitarbeiter gilt als Voraussetzung dafür, dass der Insolvenzverwalter des Karstadt-Mutterkonzerns Arcandor, Görg, auf der Karstadt-Gläubigerversammlung am Dienstag (10. November) ein mit allen Seiten abgestimmtes Sanierungskonzept vorlegen kann. Das Konzept wiederum gilt als Bedingung für die erfolgreiche Suche nach einem Investor. Görgs Sprecher Thomas Schulz sagte, der Insolvenzverwalter werde am Dienstag auf der Grundlage der jetzt erzielten Einigung den Gläubigern das Angebot unterbreiten, die Waren- und Sporthäuser als Ganzes über ein Insolvenzplanverfahren zu sanieren. Das Eckpunktepapier sei daher ein «wichtiger Schritt». Erst im Vorjahr hatte die Karstadt-Belegschaft einen weiteren Sanierungs-Tarifvertrag für das seit Jahren angeschlagene Unternehmen akzeptiert. Damals hatte man sich unter anderem auf eine bedingte Job-Garantie verständigt. Laut einem Bericht der «Wirtschaftswoche» sollen höchstens zehn Karstadt Waren- und Sporthäuser geschlossen werden. Das Magazin berichtete, dass das Immobilien-Konsortium Highstreet, das zuletzt Mieteinnahmen von rund 277 Millionen Euro von Karstadt erhielt, zu Zugeständnissen bereit sei. Dazu gehört dem Bericht zufolge etwa der Verzicht auf starre Mietsteigerungsklauseln. Schulz sagte dazu, aktuell sei die Fortführung von «109 plus» Warenhäusern geplant. Wie hoch ein mögliches Plus ausfalle, hänge von den weiteren Verhandlungen ab. (ddp)


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