Am 8. Juli hat der Deutsche Pavillon auf der Weltausstellung EXPO 2010 in Shanghai Richtfest
Ein Meisterwerk auf Zeit
(PR-inside.com 04.07.2009 18:32:02) - Davon kann ein gewöhnlicher deutscher Bauherr nur träumen. Beim
Bau des Deutschen Pavillons für die EXPO 2010 in Shanghai liegt man
gut zwei Wochen vor dem Zeitplan, sagt Architekt Lennart Wiechell im
Gespräch mit der Nachrichtenagentur ddp in Köln. Am Mittwoch hat die markante Konstruktion Richtfest, Ende des Jahres soll der Pavillon dann fertiggestellt sein.
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Köln/Shanghai (ddp-nrw). Davon kann ein gewöhnlicher deutscher Bauherr nur träumen. Beim Bau des Deutschen Pavillons für die EXPO 2010 in Shanghai liegt man gut zwei Wochen vor dem Zeitplan, sagt Architekt Lennart Wiechell im Gespräch mit der Nachrichtenagentur ddp in Köln. Am Mittwoch hat die markante Konstruktion Richtfest, Ende des Jahres soll der Pavillon dann fertiggestellt sein.
Der deutsche
Auftritt bei der EXPO 2010 steht unter dem Motto «balancity - eine Stadt in Balance». Die urbanen Probleme des 21. Jahrhunderts und die Ansätze, sie zu lösen, sind die Vorgaben der chinesischen Veranstalter, an der sich alle EXPO-Teilnehmer orientieren sollen. Für Architekt Wiechell eine reizvolle Aufgabe: «Wir wollten dem Besucher kein Gebäude vorsetzen, das wie ein Gebäude aussieht, sondern mehr eine Skulptur, die er auch mit seiner Fantasie erkunden muss».
Viele Architekten dächten derzeit darüber nach, wie man die Stadt weiter verdichten und lebenswerter machen kann, erklärt Wiechell. Die Stadt steht für ihn für Vielfalt, für das »ganz bewusste Ausarbeiten von Gegensätzen«.
Wie ein Raumschiff scheinen die vier Ausstellungsbereiche über den EXPO-Areal zu schweben, dabei sind sie dennoch raffiniert ineinander verschachtelt. Auf 6000 Quadratmetern Fläche wird der deutsche Pavillon als multimedialer Gang durch exemplarische deutsche Stadtlandschaften inszeniert, die die Kultur und Innovationskraft Deutschlands zeigen sollen.
Ehe das Gebäude Gestalt annahm, hatten die deutschen Architekten annähernd so viele bürokratische Hürden zu überwinden wie in ihrem Heimatland, berichtet Wiechell: «Das liegt auch daran, dass wir Materialien verwenden, die in China noch nicht so bekannt sind.»
Allen vorab ist das Mesh, ein licht- und luftdurchlässiges Gewebe, das die Außenhülle des Pavillons bildet. Die unmittelbare Nähe des Ausstellungsgeländes zum Ufer des Huangpu-Flusses wird die Besucher mit einem schweißtreibenden, schwülen Sommerklima konfrontieren, was die deutschen EXPO-Macher zum Handeln zwang.
»Wir mussten ein Konzept schaffen, das den Besuchern einen angenehmen Ort verschafft, Eine Warteschlange, bei der man zwei, drei Stunden in der prallen Sonne steht, konnte ich mir überhaupt nicht vorstellen«, betont Wiechell. Jetzt können sich die Besucher innerhalb des Pavillons auf den Weg für die verschiedenen Ausstellungsbereiche vorbereiten, dank des Mesh mit weit weniger Einsatz von Klimaanlagen als bei konventionelleren Bauwerken.
Weite Teile des Rohbaus wurden von chinesischen Partnern erstellt. »Die einheimischen Arbeiter sind hoch motiviert, für den Deutschen Pavillon zu arbeiten«, berichtet Wiechell, der während der unmittelbaren Bauvorbereitung ein halbes Jahr in Shanghai lebte - Einblicke in die chinesische Mentalität inklusive: »Bei der Kalkulation des Wassertanks für die Duschen rechneten die Chinesen mit 150 Liter pro Duschvorgang, wir rechnen mit 30. So entsteht ein Bewusstsein für natürliche Ressourcen, das bei unseren chinesischen Partnern so noch nicht bekannt war. «
Die EXPO-Besucher werden aus dem Deutschen Pavillon vor allem einen Eindruck von großer Vielfalt mitnehmen, ist Wiechell überzeugt. Dass der von ihm geplante Bau nach der Weltausstellung wieder abgerissen wird, belastet den Architekten nicht: »Temporäre Bauten sind Teil der Architekturgeschichte. Und gerade, wenn man weiß, dass ein Gebäude eben nicht Jahrzehnte stehenbleibt, hat man noch mehr Freiheiten in der Gestaltung."
Die EXPO in Shanghai wird am 1. Mai 2010 eröffnet und geht am 31. Oktober 2010 zu Ende. Mit erwarteten 70 Millionen Besuchern soll es die größte Weltausstellung aller Zeiten werden. Die EXPO 2000 in Hannover hatten 18 Millionen Interessenten besucht.
Das Budget für den deutschen Auftritt in Shanghai beträgt 30 Millionen Euro. Der Deutsche Pavillon ist ein Projekt des Bundeswirtschaftsministeriums unter der Leitung der Koelnmesse International. Umgesetzt wird es von der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Pavillon Shanghai GbR.
(ddp/Foto: Milla & Partner/ Schmidhuber + Kaindl)
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