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Ein Jahr nach Regierungsantritt: Was hat die Politik unternommen, um
die Diabetesversorgung in Österreich zu verbessern? - BILD © OTS (PR-inside.com 11.11.2009 12:02:08) - Anlässlich der Nationalratswahl 2008 wandte sich die Österreichische Diabetesgesellschaft (ÖDG) in einem offenen Brief an die politisch Verantwortlichen aller Parteien und forderte eine Verbesserung der unzureichenden Diabetesversorgung in Österreich. Die Gesundheitssprecher von SPÖ, ÖVP, LIF und Grüne sowie das Bundesministerium für Gesundheit haben geantwortet und ihr Engagement in Aussicht gestellt. Was geschah inzwischen?
Anlässlich des Weltdiabetestages am 14. November 2009 fragte die ÖDG vor einigen Wochen nach: bei Bundeskanzler Werner Faymann, Herrn BM für Gesundheit Alois Stöger, den Gesundheitssprechern der Parteien und den Landesräten und Landesrätinnen für Gesundheit. Gefordert wurde eine Darstellung der versprochenen Maßnahmen zur Verbesserung der Situation der geschätzten 600.000 DiabetikerInnen in Österreich.
Ein Jahr danach
Die Situation hat sich weiter verschärft. Erhebungen des vergangenen Jahres
haben gezeigt, dass in Österreich nicht 500.000, sondern bereits geschätzte 600.000 DiabetikerInnen leben, wovon 170.000 (!) von ihrer Krankheit nichts wissen. Die Versorgung der PatientInnen und die Betreuungssituation sind in Österreich, gemessen am europäischen Standard, weiter unzureichend. Die Entwicklung des Disease Management Programms "Therapie aktiv" geht äußerst schleppend voran. Von den politischen Forderungen konnte, nicht zuletzt dank jahrelanger Überzeugungsarbeit der ÖDG, nur die Verankerung des oralen Glukosetoleranztests im Mutter-Kind-Pass erzielt werden. Sämtliche anderen Probleme in der Prävention (z.B. Therapie von Übergewicht und Adipositas), der Betreuung (z.B. zu geringe Bewilligung von Blutzuckerstreifen; Schikanen bei Verordnung innovativer Medikamente) und der Forschung (keine Mittel für unabhängige Studien) sind weiterhin als ungelöst zu betrachten.
Stellungnahmen
Der Bundesminister Alois Stöger, die Gesundheitssprecherin der SPÖ und jener des BZÖ sowie der Landeshauptmann aus Oberösterreich, die Landesräte und Landesrätinnen aus Vorarlberg, dem Burgenland, Kärnten, der Steiermark, Salzburg und die Stadträtin für Gesundheit aus Wien haben auf das ÖDG-Schreiben reagiert und ihre Standpunkte und Maßnahmen in punkto Diabetesversorgung und Prävention dargelegt.
Bundesminister Stöger ist sich der steigenden Prävalenz von Diabetes bewusst und misst daher vor allem der Diabetes Prävention und strukturierten Betreuung einen besonders hohen Stellenwert zu. So präsentierte der Minister Anfang 2009 einen aktuellen Ernährungs-Bericht und setzte erste einheitliche Koordinierungsmaßnahmen in der Gewährung von Blutzuckerstreifen. Im Rahmen einer Initiative des Gesundheitsministeriums wird aktuell an der Erstellung eines Nationalen Aktionsplanes Ernährung und an Initiativen zum Thema zielgerichteter Bewegung gearbeitet.
Zur unterschiedlichen Gewährung von Blutzuckerstreifen hat das Ministerium die Sozialversicherungsträger ersucht die Unterschiede zu erheben und eine koordinierte Vorgangsweise zu etablieren.
Schwerpunkte in den Ländern
Das Disease Management Programm (DMP) "Therapie Aktiv - Diabetes im Griff" wurde bereits in allen Bundesländern außer Kärnten und dem Burgenland implementiert. Der Kärntner LR für Gesundheit, Dr. Peter Kaiser erklärte dies durch das fehlende Einverständnis der Sozialversicherungsträger. Der burgenländische LR Dr. Peter Rezar teilte mit, dass das Programm Therapie Aktiv durch das Programm der Diabetesbetreuung "Modell Burgenland" gänzlich ersetzt werde. In Oberösterreich wird gerade der Umstieg vom Programm "Diabetikerbetreuung Oberösterreich" auf das Therapie Aktiv Programm geplant und in Vorarlberg wurde das Programm im Mai diesen Jahres beschlossen. Bislang sind ca. 80 bis 90 Betreuungsärzte und 140 Patienten im Programm eingeschrieben. In der Steiermark läuft das Programm bereits seit 2 Jahren. 99 Ärzte und Ärztinnen und ca. 2.500 Patienten nehmen daran teil. Die Evaluierung des Programms hat gezeigt, dass eine statistisch signifikante Verbesserung in der langfristigen Blutzuckereinstellung erzielt werden konnte. Von Salzburg werden Ergebnisse des als randomisierte Studie laufenden Therapie Aktiv Programms mit 92 Ärzten und knapp 1500 Patienten bei der ÖDG-Jahrestagung 2009 präsentiert.
Im Frühsommer 2009 wurde eine Empfehlung des Gesundheitsministeriums zum DMP veröffentlicht.
Informationsveranstaltungen werden in allen genannten Bundesländern sowohl als Präventionsmaßnahmen wie als Maßnahmen zur Verbesserung der Betreuungssituation angeführt. Besondere Schwerpunkte werden dabei auf Kinder wie auch MigrantInnen gelegt.
Neue Diabetesambulanzen wurden in Vorarlberg, Salzburg und Wien eingerichtet. In der Steiermark wurden vier Fußambulanzen eröffnet und in Hallein/Salzburg wird ein Rehabilitationszentrum eingerichtet.
Die SPÖ-Gesundheitssprecherin Dr. Sabine Oberhauser betont ebenfalls, dass die Erstellung nationaler Gesundheitsziele - auch im Bereich Diabetes - und die Etablierung eines Disease-Management Programms im Regierungsprogramm vereinbart ist. Die SPÖ wolle gemeinsam mit Bund, Ländern und Sozialversicherungsträger Lösungen in der Diabetesprävention und -behandlung finden und mit allen Beteiligten den Dialog suchen.
Eine grundsätzliche strukturelle Systemänderung hinsichtlich der Diabetesversorgung in Österreich fordert auch der BZÖ-Gesundheitssprecher Dr. Wolfgang Spadiut.
Erste Schritte
Die Österreichische Diabetes Gesellschaft begrüßt die Einschätzung des Bundesministers, dass die Diabetes Prävention und strukturierte Behandlung ein gesundheitspolitisches Schwerpunktthema darstelle, sowie seine Zusage, in den nächsten Wochen und Monaten verstärkt Gespräche mit allen betroffenen Systempartnern zu führen. Die Brisanz des Themas wird auch nicht zuletzt durch die zahlreichen Einzelinitiativen auf Länderebene deutlich. Trotzdem geht die Verbesserung der Betreuung von Diabetes PatientInnen nur schleppend voran und können die gesetzten Maßnahmen nur als erste Schritte gesehen werden.
Bedauerlich ist, dass Bundeskanzler Werner Faymann und die Gesundheitssprecher der ÖVP, der Grünen und der FPÖ sowie die Bundesländer Niederösterreich und Tirol keine Stellungnahme zu gesetzen Maßnahmen in der Diabetesversorgung abgegeben haben.
Weltdiabetestag, 14. November
Anlässlich des Weltdiabetestags wird, wie schon in den Jahren davor, als sichtbares Zeichen die Hofburg in Wien blau beleuchtet. Außerdem werden auf Initiative der ÖDG die Alte Erzbischöfliche Residenz in Salzburg und das Lentos Museum in Linz in blauem Licht erstrahlen (Bildmaterial unter www.oedg.org/presse oder bei haider@martschin.com).
Weitere Informationen unter www.worlddiabetesday.org/
Bild(er) zu dieser Aussendung finden Sie im AOM/Original Bild Service, sowie im OTS Bildarchiv unter bild.ots.at
Rückfragehinweis:
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Mag. Jasmin Haider
Albertgasse 1a, 1080 Wien
Telefon: 01 409 77 20 DW 30
Mail: haider@martschin.com
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