Nawa/Afghanistan (AP) Taliban-Kämpfer sind nirgendwo in Sicht. Doch die Hitze und die gnadenlose Sonne im Süden Afghanistans verlangen den US-Marineinfanteristen auch ohne Feindberührung einiges ab. Seit Beginn der US-Offensive gegen die Hochburgen der Taliban in der Provinz Helmand ist die Bravo Company des 1. Bataillon im 5. Marineregiment viel marschiert, hat aber bislang nur gegen die Hitze gekämpft.
Es sind am Samstag über 38 Grad im
Schatten. Fernab in der Heimat feiern jetzt Freunde und Verwandte den amerikanischen Unabhängigkeitstag, grillen und trinken Bier. Den meisten Soldaten der Bravo Company ist gar nicht bewusst, dass der 4. Juli auf dem Kalender steht. Sie haben genug damit zu tun, auf den staubigen Wegen Schritt zu halten. Die Elitesoldaten marschieren in voller Kampfausrüstung mit bis zu 45 Kilogramm schwerem Gepäck auf dem Rücken.
«Wenn die Körpertemperatur 40 Grad Celsius übersteigt, fängt einem das Gehirn an zu kochen», sagt Militärsanitäter Simon Trujillo. Die Hitze, das schwere Marschgepäck, die begrenzten Wasservorräte und drei Tage Marschieren in Folge haben ihren Tribut gefordert. Mehrere Marines mussten sich übergeben, drei fielen in Ohnmacht, wie Trujillo berichtet.
Bei ihrem Marsch durch die Felder in Helmand versuchen die Amerikaner, jeden Schatten auszunutzen, den sie finden können. Der Schweiß rinnt den Männern in Strömen von den Gesichtern. Unter dem Gewicht ihres Gepäcks ächzend, beugen sie sich immer wieder nach vorn, um ihre schmerzenden Schultern kurz zu entlasten.
Zwtl: Schweres Gepäck macht Soldaten zu schaffen
Da es noch keine Kämpfe gab, tragen alle Männer noch ihre gesamte Munition bei sich. «Es wäre toll, wenn wir endlich Kontakt bekämen. Wir würden so viel Gewicht verlieren», freut sich der Gefreite Michael Estrada auf den ersten Kampf.
Der Captain der Einheit, Drew Schoenmaker, versucht, die Strapazen mit Gelassenheit zu nehmen. Die Aufständischen hätten genauso unter der Hitze zu leiden wie er und seine Leute, sagt der Offizier. Im gesamten Gebiet habe es bislang tagsüber nur wenige Angriffe gegeben.
Er bezweifle, dass die Landsleute in den USA verstehen könnten, wie hart seine Marines arbeiteten. «Jemand zu Hause sagt vielleicht: 'Oh. Bei uns sind es auch 38 Grad.' Die müssen aber nicht 30 bis 40 Kilogramm mit sich herumschleppen und es gibt auch niemanden, der sie umzubringen versucht», sagt Schoenmaker. «Und man kann sich immer aus der Sonne zurückziehen. Das kann man hier nicht.
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