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Politik

NRW-Parteien entsenden auch Nicht-Politiker in die Bundesversammlung

Cellist Thomas Beckmann wählt das Staatsoberhaupt mit



(PR-inside.com 17.05.2009 08:37:59) - Am 23. Mai tauscht Thomas Beckmann den Konzertsaal mit dem
Reichstag. In Berlin gehört der 52-jährige Düsseldorfer dann zu den
Mitgliedern der Bundesversammlung, die das neue Staatsoberhaupt
wählen dürfen. Beckmann ist Cellist. Der Musiker gehört zu einer
Reihe von Nicht-Politikerin und Prominenten beim höchsten Wahlgang
der Republik.

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Düsseldorf/Berlin (ddp-nrw). Am 23. Mai tauscht Thomas Beckmann den Konzertsaal mit dem Reichstag. In Berlin gehört der 52-jährige Düsseldorfer dann zu den Mitgliedern der Bundesversammlung, die das neue Staatsoberhaupt wählen dürfen. Beckmann ist Cellist. Der Musiker gehört zu einer Reihe von Nicht-Politikerin und Prominenten beim höchsten Wahlgang der Republik. «Das ist mir natürlich eine Ehre», sagt der Parteilose. Die
NRW-SPD hatte Beckmann für die Bundesversammlung nominiert. «Ich engagiere mich seit Jahren mit dem Verein ´Gemeinsam gegen Kälte´ für Obdachlose. Dadurch ist die SPD auf mich aufmerksam geworden», berichtet Beckmann. «Sie haben mich gefragt, ob ich Lust hätte, für sie in die Bundesversammlung einzuziehen.» Eine Absprache, wen er dort wählen soll, habe es nicht gegeben. Im April war berichtet worden, SPD-Präsidentschaftskandidatin Gesine Schwan könne nicht mit der Zustimmung aller Wahlmänner und -frauen der NRW-SPD rechnen. Handball-Nationaltrainer Heiner Brand sagte, er wolle sich nicht auf die Wahl von Schwan festlegen lassen. «Ich habe eigentlich nie gesagt, dass ich Frau Schwan wählen will», sagte Brand, der den Angaben zufolge schon früher Sympathien für Amtsinhaber Horst Köhler erkennen ließ. Schwan hatte gelassen auf die Aussagen Brands reagiert: «Die SPD hat im Geiste der Bundesversammlung Personen aufgestellt, die nicht einfach Parteisoldaten sind.» Sie wolle um Zustimmung werben und möglichst viele Stimmen gewinnen. Cellist Beckmann ist angetan von der Kandidatin. «Wer so witzig und zupackend ist wie Frau Professor Schwan, kann es sich leisten, ein Vogelnest auf dem Kopf zu tragen», sagt der Musiker und lacht. Der Amtsinhaber kommt weniger gut weg. «Horst Köhler hat leider die Schirmherrschaft für unseren Verein abgelehnt - im Gegensatz zu seinen Amtsvorgängern.» Noch nicht einmal eine Antwort habe er auf eine schriftliche Anfrage beim Schloss Bellevue bekommen. Für die CDU fahren unter anderen Bertelsmann-Chef Hartmut Ostrowski, NRW-Arbeitgeber-Chef Horst-Werner Maier-Hunke und der Präsident des Rheinischen Landwirtschafts-Verbandes, Friedhelm Decker, nach Berlin. Nach Angaben eines CDU-Fraktionssprechers wurde vorher auch mit ihnen nicht darüber gesprochen, wen sie wählen. Maier-Hunke bestätigt dies. «Es gibt für mich aber sowieso keinen Grund, einen erfolgreichen Bundespräsidenten abzuwählen», sagt der Unternehmer. «Frau Schwan ist aber sicher auch eine honorige Persönlichkeit, die Deutschland repräsentieren könnte.» Die SPD benannte neben Handball-Trainer Brand auch noch Ex-Evonik-Chef Werner Müller, den DGB-Landesvorsitzenden Guntram Schneider und Naturschutzbund-Landeschef Josef Tumbrinck. Für die Bundesversammlung nominierten die NRW-Sozialdemokraten insgesamt 53 Personen. Die Düsseldorfer CDU-Fraktion schickt 63 Vertreter in die Bundesversammlung. Während die FDP mit acht Landtagsabgeordneten die Posten in der Bundesversammlung besetzt, nominierten die Grünen ihren früheren Landesminister und heutigen Sportfunktionär Michael Vesper sowie die ehemalige DDR-Bürgerrechtlerin Ulrike Poppe und fünf Grünen-Landtagsabgeordnete. Einstimmig wurden die Wahlleute vom NRW-Landtag gewählt. Union und FDP verfügen in der Bundesversammlung zusammen mit den Freien Wählern über die knappe Mehrheit von 614 der 1224 Mitglieder. Schwan setzt darauf, auch Wahlfrauen und -männer aus dem bürgerlichen Lager für sich zu gewinnen. Cellist Beckmann erwartet am 23. Mai ein knappes Rennen zwischen Köhler und Schwan. «Das ist eine geheime Wahl, die auf Messers Schneide steht», sagt der Düsseldorfer. Wie der Musiker will auch Maier-Hunke nichts über sein Abstimmungsverhalten sagen. Nur soviel, den Kandidaten der Linkspartei, den ehemaligen «Tatort»-Kommissar Peter Sodann, kann er sich nicht als Staatsoberhaupt vorstellen, sagt der Arbeitgeber. Der veranstalte doch nur «Kasperletheater». (ddp)


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