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Großer Schaden für österreichische Zukunftsbranchen wird in den Plänen der EU-Kommission nicht mitbedacht.

Branchenvertreter rügen EU-Empfehlung zur Vergabe der Digitalen Dividende


© OTS

(PR-inside.com 06.11.2009 10:17:02) - Die WKO-Bundesinnung Elektro- und Alarmanlagentechnik sowie Kommunikationselektronik, der WKO-Fachverband der Telekommunikations- und Rundfunkunternehmungen (Berufsgruppe Kabel-TV) und die Österreichische Rundfunksender GmbH (ORS) im Namen aller in Österreich vertretenen Fernsehstationen warnen im Rahmen der diesjährigen "Cable Days" in Salzburg: Die Empfehlung der EU-Kommissarin für Telekommunikation Viviane Reding, das Frequenzband von 790 bis 862 MHz im Rahmen der Digitalen Dividende rasch für Mobilfunksysteme der dritten und vierten Generation für die Nutzung von mobilem Breitbandinternet zu reservieren, ist volkswirtschaftlich sehr bedenklich.

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Völlig ungeklärt sind erhebliche Umstellungskosten in der Höhe von mindestens 150 Millionen Euro und das massive Störpotenzial durch den Mobilfunk für das Fernsehen sowie für alle in Verwendung stehenden Funkmikrophone, Funkkopfhörer und drahtlosen Hörhilfen, die in Österreich ebenfalls das Frequenzband von 790 bis 862 MHz nutzen. Fundierte Studien zur Sinnhaftigkeit einer solchen Entscheidung zugunsten des Mobilfunks fehlen bisher. Die Rundfunk und Telekom Regulierungs-GmbH RTR hat
eine Studie zur Vergabe der Digitalen Dividende in Österreich gerade erst ausgeschrieben. Michael Wagenhofer, Geschäftsführer ORS, fordert: "Diese Studie muss auch die möglichen besseren Alternativen für die Mobilfunkbranche analysieren. Die von einer Umwidmung der Digitalen Dividende betroffenen Branchen sind mit einer volkswirtschaftlichen Studie bereits in Vorleistung getreten. Diese hat ergeben, dass ein volkwirtschaftlicher Nutzen der Vergabe der Digitalen Dividende an den Mobilfunk in Österreich sehr zweifelhaft ist." Günther Singer, Vorsitzender der Berufsgruppe Kabel-TV in der WKO, ergänzt: "Wir haben im Vertrauen auf Rechtssicherheit in Europa Investitionen in der Höhe von 3 Milliarden Euro in die österreichischen Kabelnetze getätigt, die durch einen Verlust der Rundfunkfrequenzen vernichtet zu werden drohen. So lange nicht geklärt ist, was mit den 1,2 Millionen österreichischen Kabelkunden passieren wird und Alternativen auf dem Tisch liegen, wäre eine vorschnelle Vergabe der Digitalen Dividende an den Mobilfunk grob fahrlässig." Die Notwendigkeit, ländliche Gebiete mit schnellem Breitbandinternet (50 bis 100 Mbit/s) zu versorgen, ist eine zentrale politische Forderung der Europäischen Union. Dieses Vorhaben zu verwirklichen, hat hohe politische Relevanz, da in der Informationsgesellschaft die Kluft zwischen Stadt und Land immer weiter auseinander zu driften droht. Zahlreiche wissenschaftliche Feldversuche haben jedoch ergeben, dass eine Versorgung des ländlichen Raums mit mobilem Breitbandinternet dieser Geschwindigkeit (50 bis 100 Mbit/s) durch den Mobilfunk über Rundfunkfrequenzen auch mit den neusten Technologien wie LTE (Long Term Evolution) für eine größere Anzahl von Nutzern nicht annähernd zu verwirklichen ist. Hohe Investitionen in mobiles Breitband über Rundfunkfrequenzen bergen in Österreich auf längere Sicht das Risiko einer Fehlinvestition, da vom eigentlichen Thema des Glasfaserausbaus abgelenkt wird und sich die Kluft zwischen Stadt und Land dadurch nur weiter erhöhen würde. Das Frequenzspektrum 790 bis 862 MHz wird einerseits von der Rundfunkbranche für den Ausbau des hochauflösenden Fernsehens HDTV, für die Weiterentwicklung von DVB-T zu DVB-T 2 innovative Hybrid-TV-Lösungen und für alle mobilen Anwendungen des Fernsehens für Handy und im Auto benötigt, anderseits sind alle, die das Frequenzband heute nutzen, extrem betroffen: neben den Kabelnetzbetreibern vor allem Kultur- und Sportveranstalter und Tonstudios, die Funkmikrophone und Funkkopfhörer verwenden, sowie die Träger von drahtlosen Hörhilfen. Alexander Kränkl, Geschäftsführer der Grothusen Audio Video Vertriebs Ges.m.b.H. und Vertreter der WKO-Bundesinnung Elektro- und Alarmanlagentechnik sowie Kommunikationselektronik, ist sehr beunruhigt: "Meine Branche benötigt Planungssicherheit. Wir müssen wissen, ob wir Festivals wie die Bregenzer Festspiele auch 2015 noch bespielen können. Bei Verlust des Frequenzbandes von 790 bis 862 MHz ist das nicht mehr gewährleistet. Wenn diese entscheidenden Zukunftsfragen für das Kulturland Österreich nicht geklärt sind, steuern wir geradewegs in ein kultur- und wirtschaftspolitisches Debakel." ORS-Geschäftsführer Michael Wagenhofer meint abschließend: "Die Entscheidungsgrundlagen für die zukünftige Verwendung des betreffenden Frequenzspektrums liegen keineswegs auf der Hand. Zwar gilt der Grundsatz, dass ein derart wichtiger Produktionsfaktor für die Volkswirtschaft nicht brachliegen darf, aber eine sinnvolle Entscheidung kann nicht getroffen werden, ohne dass alle möglichen Effekte berücksichtigt werden - unter Wahrung der Neutralität gegenüber Technologien und Geschäftsmodellen. Wir fordern die Politik auf, diese wichtigen Parameter bei ihrer Entscheidung zu berücksichtigen." Rückfragehinweis: Ing. Alexander Kränkl Unternehmer, WKO - Bundesinnung Elektro- und Alarmanlagentechnik sowie Kommunikationselektronik E-Mail: alexander.kraenkl@grothusenav.com T: +43 1 979 0 000-31 Mag. Günther Singer Wirtschaftskammer Österreich, Fachverband der Telekommunikations- und Rundfunkunternehmungen Berufsgruppe Kabel TV T: (+43) 0590 900-3172, F: (+43) 0590 900-3178 E-Mail: telekom@wko.at Mag. Michael Wagenhofer Geschäftsführer ORS E-Mail: michael.wagenhofer@ors.at T: +43 1 870 40-12680 *** OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT *** OTS0066 2009-11-06/10:00

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