|
Politik
«Karfreitagsnachricht» - «Der tötenden Gewalt zuvorkommen»
Bischof Huber kritisiert deutsche Waffenexporte © AP (PR-inside.com 10.04.2009 11:26:01)
Berlin (AP) Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Bischof Wolfgang Huber, hat in seiner Karfreitagsbotschaft die deutschen Waffenexporte kritisiert. «Um der Liebe willen stirbt Jesus. Doch wo bleibt die Liebe? Allzu oft wird sie ein Opfer der Gewalt», erklärte Huber laut Redemanuskript am Freitag in der St.-Marienkirche in Berlin.
«Auch in diesen Ostertagen schweigt die Gewalt nicht; wir wissen das. Auch wenn es sich
um andere Länder handelt, sie rückt uns nahe. Denn wir Deutschen tragen kräftig dazu bei, dass sie sich ausbreitet. Als 'Europameister des Waffenexports' wurde unser Land in diesen Tagen bezeichnet; für mich wurde das zu einer Karfreitagsnachricht», fügte der EKD-Ratsvorsitzende hinzu.
Der Berliner Bischof betonte die Zunahme bei den Waffenexporten innerhalb kurzer Zeit: «Von einem Jahr zum andern hat sich die Ausfuhr von Waffen aus Deutschland um 13 Prozent erhöht. Nun rangiert unser Land in dieser Art von Geschäften direkt hinter den USA und Russland, vor allen anderen europäischen Ländern.
Huber kritisierte, dass auch «Krisengebiete» von den deutschen Waffenexporten nicht ausgespart würden und warnte vor möglichen Folgen dieser Praxis: «Eines Tages müssen Soldaten der Bundeswehr im Auslandseinsatz unter Umständen die Gewalt unterbinden, die mit deutschen Waffen verübt werden soll. Ein paradoxer Gedanke. Dass Deutschland 'Exportweltmeister' ist, braucht sich nicht gerade an Rüstungsexporten zu zeigen ganz im Gegenteil. Denn unsere Aufgabe ist es, der tötenden Gewalt zuvorzukommen, nicht den Tod durch Waffengewalt herbeizuführen.
Nach Recherchen der von Protestanten und Katholiken gebildeten Gemeinsamen Konferenz Kirche und Entwicklung (GKKE) stiegen die genehmigten Rüstungsexporte aus Deutschland 2007 gegenüber dem Vorjahr um 13 Prozent auf einen Wert von 8,7 Milliarden Euro.
|
| Erklärung:
AP-Nachrichten - The Associated Press, alle Rechte vorbehalten. AP-Nachrichten dürfen ohne vorherige ausdrückliche Erlaubnis von Associated Press weder veröffentlicht, umgeschrieben oder weiterverbreitet werden, sei dies zu gewerblichen oder anderen Zwecken.
|
|
|
|
|
|