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2009 wird voraussichtlich wieder die 82-Millionen-Marke unterschritten
Bevölkerungszahl geht weiter zurück (PR-inside.com 21.01.2010 14:08:03) - Erstmals seit 15 Jahren leben in Deutschland wieder weniger als
82 Millionen Menschen. Nach einer Schätzung des Statistischen
Bundesamts sank die Einwohnerzahl im vergangenen Jahr
voraussichtlich auf 81,8 Millionen bis 81,7 Millionen Menschen. Ende
2008 waren es etwas mehr 82,0 Millionen Einwohner in der
Bundesrepublik.
Wiesbaden (ddp). Erstmals seit 15 Jahren leben in Deutschland wieder weniger als 82 Millionen Menschen. Nach einer Schätzung des Statistischen Bundesamts sank die Einwohnerzahl im vergangenen Jahr voraussichtlich auf 81,8 Millionen bis 81,7 Millionen Menschen. Ende 2008 waren es etwas mehr 82,0 Millionen Einwohner in der Bundesrepublik. Letztmals wurde diese Marke mit 81,8 Millionen im Jahr 1995 unterschritten, wie
die Behörde am Donnerstag mitteilte.
Der von Sozialwissenschaftlern prognostizierte Bevölkerungsrückgang setzt sich damit bereits im siebten Jahr in Folge fort. 2002 wurden noch 82,5 Millionen Bundesbürger gezählt. Danach registrierten die Wiesbadener Statistiker ein immer stärkeres «Schrumpfen» der Einwohnerzahl: zunächst ging deren Zahl um 5000, dann um 30 000 zurück. In der Mitte des Jahrzehnts lag dieser Rückgang im Jahrestakt bereits bei 123 000 und zuletzt bei 215 000 Menschen.
Und diese Tendenz setzt sich offenbar fort. Berechnungen des Bundesamts besagen, dass die Bevölkerungszahl bis 2060 auf 65 bis 70 Millionen Menschen zurückgehen soll.
Diese Entwicklung sei darauf zurückzuführen, dass seit den 70er Jahren mehr Menschen sterben als geboren werden, erläuterte Steffen Kröhnert vom Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung. Dies konnte jedoch lange Zeit durch hohe Einwanderungszahlen mehr als kompensiert werden. «So kamen in den 90ern noch rund 500 000 Menschen jährlich nach Deutschland», sagte der Sozialwissenschaftler. Inzwischen sei die Zahl der Einwanderer auf rund 200 000 pro Jahr deutlich zurückgegangen. Damit könne die hohe Zahl der Sterbefälle im Vergleich zu den Neugeborenen nicht mehr ausgeglichen werden. «Tendenziell wird diese klaffende Lücke wegen des steigenen Alters der Bevölkerung noch zunehmen.»
Auch im Vorjahr wurden weniger Kinder in Deutschland geboren als Einwohner starben. Etwa 645 000 bis 660 000 Geburten stehen schätzungsweise etwa 830 000 bis 840 000 Sterbefälle gegenüber. Die Differenz dürfte bei etwa 180 000 bis 190 000 liegen. Zum Vergleich: 2008 gab es 683 000 Geburten und 844 000 Sterbefälle. Das Geburtendefizit, also die Differenz zwischen Geborenen und Gestorbenen, betrug da 162 000. Seit 2002 liegt diese Zahl im dreistelligen Bereich.
Als Grund verweisen die Forscher auf den deutlich wachsenden Anteil älterer Menschen in der Bundesrepublik: Während heute jeder fünfte Einwohner älter als 65 Jahre ist, wird es 2060 voraussichtlich jeder dritte sein. Die Zahl der über 80-Jährigen werde von jetzt etwa vier Millionen auf neun Millionen ansteigen. Die Folge: Das jährliche Geburtendefizit wird sich bis 2060 von 162 000 im Jahr 2008 auf bis zu 553 000 verdreifachen. Selbst eine verstärkte Zuwanderung oder eine höhere Kinderzahl je Frau kann diese Entwicklung nach den Berechnungen der Statistiker nur abmildern.
(ddp)
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